Die Anlegeorte an der Küste

Kjøllefjord

 

Ankunft nordgehend 17.30 Uhr
Abfahrt nordgehend 17.45 Uhr
Ankunft südgehend 03.15 Uhr
Abfahrt südgehend 03.30 Uhr
Liegezeit 15 Minuten. Die kurze Liegezeit reicht nicht für größer Erkundungen.
Hurtigrutehafen seit ..... 1927
Koordinaten 70 Grad 57 Minuten nördliche Breite,
27 Grad 23 Minuten östliche Länge.

 

Fylke Finnmark. Kjøllefjord - 1300 Einwohner, Gemeinde Lebesby - 1450 Einwohner.

 

Das Zentrum ist  .... 5 Minuten vom Hurtigrutekai entfernt. In Kjøllefjord gibt es ein Warteraum der ständig offen ist.

 

Verkehrsanbindung Mit dem Bus von Lakselv, Karasjok und Mehamn. Mit dem Fugzeug nach Mehamn.

 

Die Stadt im WWW http://www.lebesby.kommune.no/

 

Sehenswürdigkeiten Finnkirka - eine Felsformation, die einer Kirche ähnelt. Diese legt an der rechten Seite der Fjordeinfahrt (in Richtung des Ortes) und ist mit der Hurtigrute sehr gut zusehen. Der Legende nach befand sich hier ein samischer Opferplatz.

Kirche Kjøllefjord - ein Geschenk von Dänemark und gleichzeitig die erste neu gebaute Kirche in der Finnmark nach dem 2. Weltkrieg. Bauzeit Herbst 1949 bis Sommer 1951. Am 22. Juli 1951 Einweihung. Der Architekt ist Finn Bryn aus Oslo. Der Baumeister ist Wikene & Hagen aus Oslo. Die Kirche hat 300 Sitzplätze. Es ist eine Landkirche aus Naturstein, Beton und Holz.

Foldalbruket - eine alte Fischannahmestelle aus dem Jahr 1948 und gleichzeitig Nordnorwegens größtes Holzgebäude dieser Art.

Rastigaisi - der höchste Berg der Ostfinnmark.

Skjøtningberg - ein verlassener Fischerort aus dem 15. Jahrhundert und ehemaliger Hauptort der Gemeinde Lebesby. In den 50ziger Jahren verließen die letzten Bewohner den Ort.

Steinige Küste bei Skjøtningberg - am Ende des Fischerdorfes führt ein Wanderweg nach Südwest in eine faszinierende Küstenlandschaft aus Stein und Pflanzen.

Sværholdt - ein verlassener Handelsplatz am nördlichen Ende des Laksefjord. Des weiteren gibt es hier einen großen Vogelfelsen und Reste alter Festungsanlagen aus dem 2. Weltkrieg.

Tour zum Nordkinn, auf 71° 8´N - dem nördlichsten Festlandpunkt von Europa. Diese Wanderung ist nichts für ungeübte. Ein sehr gute Ausrüstung ist zwingend notwendig. Zeitbedarf rund 4 Tage. Es gibt die Möglichkeit mit Boot dorthin zukommen. Lokale Anbieter sind hier der beste Ansprechpartner. Der folgende Link führt zur Seite von Thomas Bujak und zu einem Reisebericht, der eindrucksvoll die Schwierigkeit dieser Tour beschreibt.
http://www.bujak.de/berichte/reise/nordkyn1.htm

Windpark Kjøllefjord - der zweite seiner Art in der Finnmark (nach Havøysund).

Adamsfossen - ein 37 m hoher Wasserfall im Naturschutzgebiet Adamsfjord zw. Kunes und Ifjord.

Bekkarfjord - eines der nördlichsten Landwirtschaftsbetriebe, mit Milch, Fleich und Eierproduktion.

Bekkarfjordhøgda - Aussichtspunkt

Torskefjorddalen - eine grüne Oase in einer wilden Steinlandschaft.

Nordkynstrasse - zw. Bekkarfjord und Hopseidet. Ein Weg durch eine Mondlandschaft. Im Winter, eine von Norwegens schwierigsten Strasse bei schlechten Wetterlagen.

Bunker und Schützengräben Kunes - eine gut erhaltene Luftschutzstellung der Gemeinde aus dem 2. Weltkrieg.

   

Besonderheiten/ kleiner geschichtlicher Abriss 1860 hat Kjøllefjord 60 Einwohner.

1900 hat Kjøllefjord 534 Einwohner.

1930 hat Kjøllefjord 1113 Einwohner.

Am 02. November 1944 wird die lokale Zwangsevakuierung der Orte Kjøllefjord, Bekkarfjord, Kalak, Lebesby, Bukta, Skjånes, Oldervik und Skogvik von den Deutschen angeordnet. Die zentrale Anlaufstelle für den südgehenden Weitertransport wird zum 05. November in Ifjord eingerichtet. Im Zeitraum vom 04. bis 06. November werden alle Gebäude und die Hafenanlagen in Kjøllefjord dem Erdboden gleichgemacht.

Die Straßenverbindung zur Nordkinnhalbinsel wird im August 1989 eingeweiht. Der König Olav ist vor Ort und übernimmt die Eröffnung. Zuvor sind die großen Dörfer auf der Halbinsel nur mit der Fähre von Kalak nach Kifjord erreichbar.

Am 10. Oktober 2006 geht die neue Windkraftanlage auf dem Fjell südlich von Kjøllefjord in Betrieb. Derzeit stehen 17 Windräder, gesamt sollen 326 innerhalb der Kommune Lebesby stehen. Ein Windrad erzeugt 750 Megawatt Strom. Das ganze Projekt sichert in der Region rund 40 neue Arbeitsplätze. Zur Einweihung ist die nordgehende Hurtigrute vor Ort. Der Anlauf von Honningsvåg ist verkürzt. Das Schiff nimmt bereits Gäste in Havøysund auf. Die Liegezeit beträgt 4 Stunden, zwischen 14:00 Uhr und 18:00 Uhr. An Bord der Hurtigrute wird ein Fachseminar über die Zukunft der Finnmark, speziell die der Küste, abgehalten.

Kjøllefjord bekommt zum Oktober 2007 einen neuen Kai. Der alte Betonkai stammt aus dem Jahr 1983/84. Der ist sehr baufällig. Die Schäden stammen von den modernen Bugstrahlruder (Seitenpropeller) der neuen Schiffe (darunter auch die der Hurtigrute) und durch die ansässige Fischindustrie. Eine unabhängige Fachkundige Prüfung der noch im Betrieb befindlichen Kaianlage rät von einer Erneuerung ab. Ökonomisch und technisch zu riskant. Bis 1998 war der Kai in privaten Händen. Danach von der Lebesby Kommune übernommen. Am 30. Januar 2006 wurde der Neubau beschlossen. Die Gründe ...

- Ökonomische Vorteile beim Ausbau der Windkraftanlage (günstigere Baukosten).
- Schiffe bis 20000 Bruttoregistertonnen können anlegen. Spezialtransporte für Teile der Windkraftanlage sind möglich.
- Sicherung des zukünftigen Hurtigruteverkehrs.
- bessere Möglichkeiten für zukünftige Aktivitäten in Bezug auf Gas- und Ölförderung in der Barentsee.
- mögliche Ansiedlung von Industrie im Hinterland. Dies ist beim alten Kai nicht mehr möglich gewesen.
- größere Schiffe haben Zugang zum Hafen.

Der Grundbau des Kai ist seit November 2006 fertig und wurde von der Firma Pål Pedersen A/S aus Straumsjøen (Vesterålen) ausgeführt. Die Zahlen zum neuen Kai ...

- Länge 120 Meter
- Breite 14,5 Meter
- Tiefe bei Niedrigwasser 10 Meter
- Nutzungsgelände Kai 1740 Quadratmeter
- Nutzungsgelände hinter dem Kai 3000 Quadratmeter
- Kosten 22 Millionen Kronen (Kai), 5 - 6 Millionen Kronen Anschlussstraßen

Mitternachtssonne - vom 12. Mai bis 30. Juli

Polarnacht - 18. November bis 24. Januar

 

Die Geschichte der Ekspedisjon (Hafenabfertigung) in Kjøllefjord 1910 kommen die kleine Firma Brødrene Aarsæther aus Ålesund nach Kjøllefjord und eröffnen eine kleine Fischaufkauf- und Verarbeitungsfabrik. Der Name der Firma wird später auf Horst & Christensens Fiskebruk (bruk = kleiner Betrieb) geändert.

1912 kommt Nils Foldal nach Kjøllefjord (aus der Region Sunmøre) und findet in der Horst & Christensens Fiskebruk Arbeit in der Tranherstellung. Doch er möchte sein eigener Chef sein und gründet 1915 seinen eigenen Fischaufkauf. Er erwirbt den Grund der heutigen Foldalbruket. Das Gelände liegt gleich neben der Horst & Christensens Fiskebruk. Zum Gelände gehören das Hauptgebäude. Im Untergeschoss ist eine Salzerei, darüber eine Wohnung und das Büro. Es gibt eine (Trandamperi), ein Kühlhaus weitere kleiner Häuser.

1920 kommt der Neffe von Nils Foldal (Lars Rebbestad) nach Kjøllefjord und arbeitet im Betrieb von Nils.

1925 legt Nils Foldal die Grundlage für das Anlegen der Hurtigrute. Er bekommt seine eigene Stromversorgung, die für den Kai und die Häuser notwendig sind. Das 1. Kraftwerk in Kjøllefjord.

Um 1926 übernimmt er die Stellung als Ekspeditør der Hurtigrutereederei VDS. Er erweitert die Kaianlagen der Foldalbruket, damit die großen Schiffe der VDS anlegen können. 

Im Herbst 1927 legt das erste Hurtigruteschiff der VDS in Kjøllefjord an. Die Reederei hat zu dem Zeitpunkt 3 Hurtigruteschiffe und mehrere Frachtschiffe im Einsatz.

1933 übernimmt Nils Foldal die Ekspedisjon der VDS in Ålesund und verlässt Kjøllefjord mit Frau Dagmar Dahl (aus Vadsø stammend) und den 5 Kindern Dagmar, Elna, Liv, Reidun und Nils (1929 geboren). Sein Nachfolger wird Lars Rebbestad. Der baut den Betrieb in den kommenden Jahren erfolgreich aus und ist einer der größten Fischeinkäufer von Kjøllefjord. Auch die Ekspedisjon läuft erfolgreich weiter. Er ist neben der VDS auch für die ODS und NDS verantwortlich.

Mit dem Ausbruch des Krieges im April 1940 verschlechtert sich die Lage. Im Herbst 1941 wird der Hurtigruteverkehr eingestellt und der Ersatzverkehr läuft an.

Am 02. November 1944 wird die lokale Zwangsevakuierung der Orte Kjøllefjord, Bekkarfjord, Kalak, Lebesby, Bukta, Skjånes, Oldervik und Skogvik von den Deutschen angeordnet. Die zentrale Anlaufstelle für den südgehenden Weitertransport wird zum 05. November in Ifjord eingerichtet. Im Zeitraum vom 04. bis 06. November werden alle Gebäude und die Hafenanlagen in Kjøllefjord von deutschen Marinetruppen dem Erdboden gleichgemacht.

Im Sommer 1945 kommen die ersten Einwohner nach Kjøllefjord zurück. Lars Rebbestad baut die Foldalbruket wieder auf. Auch der normale Schiffsverkehr und die Ekspedisjon werden weiter geführt.

Nach dem Krieg kommt Nils Foldal mit Frau und Sohn öfter nach Kjøllefjord.

1959 kommt die Firma Elling Aarseth aus Ålesund (ein Aktionär der Foldalbruket) und übernimmt die Leitung des Betriebes, unter dem Namen Nils Foldal A/S. Der Stammsektor Fischeinkauf wird fortgesetzt. Gleichzeitig wird viel Trockenfisch für den Export gekauft. Eine lang anhaltene Krise der Trockenfischwirtschaft führt jedoch zu vollen Lagern und langer Lagerhaltung. Die Schwierigkeiten der Fischerei und die Marktlage zwingen die Foldalbruket und andere Betriebe der Art zur Einstellung des konventionell betriebenen Fischfanges.

Am 31. Oktober 1959 legt die M/S Vesterålen zum letzten Mal am Foldalkai. Lars Rebbestad führt den Kai und das Lagerhaus zusammen mit der Firma Horst anschließend weiter.

Nils Foldal selbst stirbt 1964 im Alter von 76 Jahren. Seine Frau im Jahr 1992 im Alter von 94 Jahren. Alle Kinder bleiben in Ålesund. Nils Foldal jr. übernimmt die Ekspedisjon von seinem Vater und ist heute noch Inhaber der Ålesund Skipsekspedisjon.

 

Die Stadt und die Region im Bild

kjd_0107_dyfjord_01.jpg (72591 Byte) In Dyfjord, mit Blick auf die Sværholthalbinsel.
kjd_0107_foldal_01.jpg (46834 Byte) Ein Teil der Foldalbruket. Heute befindet sich hier eine Übernachtungsmöglichkeit im Stil der Fischunterkünfte.
kjd_0107_foldal_02.jpg (55237 Byte) Ein Teil der Foldalbruket. In dem Gebäude ist ein Museum eingerichtet. Im Obergeschoss befindet sich ein kleiner Konzertraum und Flächen für weitere Ausstellungen.
kjd_0107_foldal_03.jpg (91967 Byte) Foldalbruket aus der Sicht des neuen Hurtigrutekai.
kjd_0107_kirke_01.jpg (64166 Byte) In der Kirche von Kjøllefjord. Diese Kirche ist ein Geschenk von Dänemark und wurde 1951 eingeweiht.
kjd_0107_kirke_02.jpg (90223 Byte) In der Kirche von Kjøllefjord. Der Blick zum Eingang.
kjd_0107_kirke_03.jpg (87581 Byte) In der Kirche von Kjøllefjord. Der Blick zum Altar.
kjd_0107_kirke_04.jpg (79039 Byte) In der Kirche von Kjøllefjord. Die alte Kirche wurde im Zeitraum vom 04. bis 06. November 1944 von deutschen Marinesoldaten zerstört. Ebenso wurden alle Wohnhäuser und Hafenanlagen dem Erdboden gleich gemacht. Auf dem Bild sind die Reste der alten Kirche präsent.
kjd_0107_kirke_05.jpg (57996 Byte) Die Kirche von Kjøllefjord.
kjd_0107_kirke_06.jpg (56791 Byte) Die Kirche von Kjøllefjord.
kjd_0107_sted_01.jpg (53235 Byte) Der Blick von der Foldalbruket in Richtung Zentrum. Die Häuser in der Bildmitte sind 2006 bei einem Brand zerstört worden. Das vorletzte Bild der Reihe zeigt den Teil vor dem Brand.
kjd_0107_sted_02.jpg (58596 Byte) Der Blick vom aktuellen Hurtigrutekai (bis 07/2007) in den Fjord bis zur Felsformation Finnkirka Mitte Januar 2007. Die Polarnacht neigt sich langsam dem Ende.
kjd_0304_finnkirka_01.jpg (66724 Byte) Der gleiche Blick im März 2004.
kjd_0107_sted_03.jpg (72070 Byte) Diese alten Holzhäuser im Bereich des noch aktuellen Hurtigrutekais sollen in den nächsten Jahren renoviert werden.
kjd_0107_sted_04.jpg (66456 Byte) Diese alten Holzhäuser im Bereich des noch aktuellen Hurtigrutekais sollen in den nächsten Jahren renoviert werden.
kjd_0305_foldal_01.jpg (85000 Byte) Der Blick auf die Foldalbruket im März 2005.
kjd_0305_havn_01.jpg (87599 Byte) Die Hurtigrute am aktuellen Kai (bis 07/2007).