Richard With - Eine Biographie


© av boka "Nordover med Hurtigruten", Reidar Stavseth

Diese Biographie ist noch sehr lückenhaft, wird aber mit der Zeit vervollständigt.

Der Vater

Sowohl die Großeltern und die Eltern von Sivert Regnor With (Mutter - Anne Birgitte Dahl) waren Schiffer. Der Vater kommt 1832 nach Tromsø und wird der erste Bürger der Stadt, der diesen Beruf ausübt. 1838 führt er das Segelschiff "Alexander" zum Eismeerfang und danach zu Auslandsfahrten. 1847 übernimmt er das neu gebaute Schiff D/S Polarstjernen, das ebenfalls viel im Ausland unterwegs ist. Sehr oft waren Passagiere an Bord. Für die meisten war eine Sache beeindruckend, wie der gerade achtmonatige alte Sohn Richard an Deck krabbelte.

Richard With

Am 18. September 1846 wird Richard Bernhard With in Tromsø geboren. Er hat 9 Geschwister. Im Alter von 8 Monaten unternimmt er seine erste Schiffsreise mit seinen Vater. Dies führt nach Rotterdam.

Graduiert an Lehrerhochschule in Tromsø. In den Sommerferien ist er immer auf dem Schiff seines Vaters und reiste zwischen Vardø und Bergen.

In Trondheim macht er das Steuermannexamen.

Die nächsten 8 Jahre kommt er viel in der Welt herum und heuert auf verschiedenen Schiffen an. Als erster Gehilfe auf einem Segelschiff, als Schiffer auf einer finnischen (Bark), als Führer eines Dampfschiffes auf dem Fluss La Plata, während des Krieges zwischen Brasilien und Paraguay.

1873 kehrt er nach Norwegen zurück und wird Mitglied der Handels- und Expeditionsvereinigung in Risøyhamn, Andøya an.

Am 15. Februar 1874 sendet Richard With einen schriftlichen Auftrag zum Parlamentsvertreter der Region, Stoltenberg, der in Lødingen wohnt. With fordert das Parlament zum bewilligen der erforderlichen Arbeiten auf. Richard With ist der Meinung, die alte Fahrrinne durch den Sund muss erhalten und vor allem offen gehalten werden. Das Parlament nimmt sich dem Antrag an und bewilligt 1875 200.000 Kronen. Die Arbeiten beginnen 1876. 1881 sind die Arbeiten fertig, die Rinne hat eine Länge von 1800 Meter, einer Bodenbreite von 30 Meter und einer Tiefe bei Niedrigwasser von 3,8 Meter.

1879 stirbt seine erste Ehefrau Oline Sophie Wennberg. Diese Ehe hat xxx Kinder zur Welt. Bei der Geburt des 4. Kindes stirbt Oline. Die Ehe hat vier Kinder zwischen 1874 und 1879. Anne, Richarda, Helga und Sophus.

Am 23. September 1880 heiratet Richard With seine 2. Frau Augusta Sophie Wennberg (1847 geboren) in Dverberg, Nordland (die 3 Jahre jüngere Schwester seiner 1. Ehefrau ???). Diese Ehe bringt 6 Kinder hervor. Insgesamt hat Richard With 10 Kinder.

1875 bittet Richard With die norwegische Regierung, die Baggerarbeiten an der Risøyrenna zu finanzieren.

1975 erwirbt er zusammen mit Theodor Kiil die Handelsniederlassung in Risøyhamn. Die kommende Zeit bis 1881 bringen viel Geld, es sind ertragreiche Heringjahre. Er schließt sich mit anderen Interessenten, Jakob Georg Thode, William D. Hals und Ludwig Lumholtz, zusammen. Im Gleichklang besucht er auch Kaufleute der Umgebung und wirbt zum Erwerb von Aktien.

Im Herbst 1881 fährt Richard With nach Ålesund. Zur Ausschreibung steht steht ein Schiff, das er kaufen möchte. Sein mitgebrachtes Bargeld von 17000 Kronen reicht jedoch nicht. Der Eigentümer, die Arendals Dampskibsselskab A/S, möchte sofort den vollen Betrag. Er telegrafiert nach Stokmarknes. Jakob Georg Thode, William D. Hals und Ludwig Lumholtz wenden sich an den alten Nyksunder Olaus Lockert. Der stellt 10000 Kronen zur Verfügung. Die D/S Arendal wird am 14. Oktober 1881 für 20000 Kronen gekauft.

Im Frühjahr 1882 ist das Schiff in der Werkstatt. Am 20. Juli 1882 ist der Umbau fertig gestellt. Fakten zum Schiff, 220 Bruttoregistertonnen, 1100 Tønner, 1856 in Göteborg gebaut, der erste Einsatz erfolgt auf der Verbindung zw. Christiana und Bergen, zw. 1869/1870 auch auf Lokalroute Lofoten.

Am 10. November 1881 wird die Vesteraalske Dampskibsselskab A/S (VDS) gegründet. Die D/S Arendal wird in D/S Vesterålen umbenannt. Auf Gründungsveranstaltung wird Ludwig Lumholtz (mit 15 Stimmen) zum amtierenden Direktor der Reederei gewählt.

Richard With plant weiter, den 1881 ist diese Tiefe der Risøyrenna bereits wieder zu flach. Auf eigene Kosten lässt er die Fahrrinne nach 1881 ausbaggern. Nun beträgt die Tiefe bei Ebbe an der flachsten Stelle 3 Meter, bei einer Länge von 4,5 Kilometern. Bei dieser Tiefe können kleinere Dampf- und Segelschiffe die Strecke passieren. Schiffe mit größeren Tiefgang müssen ankern und auf die Flut warten.

Am 14. Januar 1882 werden Richard With offiziell als Kapitän, J. Pettersen als Maschinist und A. Holte als Lotze auf der D/S Vesteraalen eingestellt.

In den folgenden Jahren baut die VDS, die schlechte Verbindung zwischen Senja, den Vesterålen und den Lofoten zu den Südstädten aus. Eine Verbindung nach Bergen wird eingerichtet. Bereits in den ersten drei Jahren kann die VDS ihr Aktienkapital ausbauen. Das erlaubt den Kauf sowie den Bau von neuen Schiffen. Die D/S Lofoten wird 1884 gebaut, 2 Jahre später wird die D/S Fiskeren gekauft. Ab 1884 verkehren 2 Schiffe auf der Route nach Bergen.

Auf dem Schiff ist ein Lotze angestellt, der durch seinen Einsatz entscheidend zum Erfolg der späteren Hurtigrute beiträgt. Die gedruckten Schiffkursbücher sind für den Lotzen keine geeignete Navigationshilfe (in dieser Zeit führt jeder Lotze sein eigenes Kursbuch. Viele haben ihre Heimlichkeiten). Er selbst verfügt über große Erfahrungen in der Küstenschifffahrt. In den vorhandenen Kursbüchern fehlen die lokalen Kompassmissweisungen. Auf den Reisen zwischen Senja und Bergen macht er ausführliche Notizen über den Schiffskurs und dem richtigen Zeitpunkt der Kursänderung. Das ist bei schlechter Witterung von großem Nutzen. Richard With ermuntert ihm, seine Erfahrungen und Notizen weiter zuführen. Im Herbst 1883 ist die halbe Strecke zwischen Bergen und Senja ausgemessen. Die VDS kann nun auch bei Nacht verkehren. Ein Problem besteht auch weiterhin. A. Holte hat nicht die Möglichkeit, die Strömungsverhältnisse und die Drift bei schlechter Seelage rechnerisch zu berücksichtigen. Das ist ein Grund weshalb viele Schiffe relativ oft auf Grund laufen. Eine technische Neuentwicklung der Zeit bringt Abhilfe. Der neue Thomson Kompass erhöht durch seine Innovation die Sicherheit der Schifffahrt. Der neue Kompass und das System des Lotzen ergänzen sich. Nachtfahrten und der Seeverkehr während der dunklen Wintermonate sind nun möglich.

1888 ziehen die beiden Familien With und Holte nach Bergen. Man nimmt an, das auch die restlich Besatzungsmitglieder der Schiffe der VDS mit nach Bergen zogen. Ab Bergen bietet die Reederei Frachtguttransporte an, ab und zu fahren einige Passagiere mit.

1889 verkauft die VDS die D/S Vesteraalen und bestellte ein neues Schiff, das sich für die Ideen der Reederei besser eignet.

Im Januar 1891 wird das neue Schiff von der Akers Mekaniske Verksted in Christiana geliefert. Es bekommt den gleichen Namen, wie das alte Schiff. Die VDS hat jedoch einen großen Verlust. Sein Lotze Andreas Holte geht von Bord. Er hatte ein Angebot von Richard Kaarbø aus Harstad, als Kapitän, eingestellt bei der Haalogalunds DS. Richard Kaarbø ist Geschäftsführer der Reederei. Die Familie Holte zieht im Frühjahr 1892 wieder zurück nach Kasfjord.

Am 18. April 1891 (November 1891) machte das Innenministerium eine Ausschreibung, für eine Schnellverbindung zwischen Trondheim und Vadsø und stiftete einen Betrag von 150.000 Kronen für die Gesellschaft, die zweimal in der Woche zwischen Trondheim und Svolvær eine Verbindung aufrecht erhält, die nicht länger als 48 Stunden braucht. Noch in den 80ziger Jahren  brauchten kombinierte Post- und Passagierschiff zwischen Trondheim und Svolvær 4 bis 5 Tage, dazu kommt die Verspätung während der Winterzeit, die bei schlechten Wetter mehrere Tage dauern kann. Des weiteren sollen die Schiffe eine Fahrt von 11 bis 12 Knoten halten können und eine Einrichtung für den Passagier- und Postverkehr haben. Auch ein Kühlraum für Frischfisch sollte vorhanden sein.

1892 reist Gran in den Norden, unterhält sich mit den Behörden und sucht Auskünfte beim gewerbetreibenden Volk. Er trifft auch mit Richard With zusammen. With ist beim Gespräch mit Gran nicht abgeneigt. Richard With hält dagegen, das er nur ein Schiff stellen kann. Aus diesem Grund ist es für die VDS nicht möglich, zwei Fahrten in der Woche anzubieten. Gran fährt er zurück nach Christiana (heute Oslo) und erarbeitet nach den Erfahrungen einen neuen Entwurf. Diesen legt er dem Ministerium vor.

Gran lädt Richard With im Herbst 1892 nach Christiana ein. Er hat den Auftrag seinen Plan für die Schnellverbindung (Hurtigruten) vorzulegen. Dort kommt er erneut ins Gespräch mit August Kriegsmann Gran und dem Chef des Innenministeriums Konow. Bei diesen Gesprächen stellt seine Erfahrungen als Dampfschiffführer der letzten 10 Jahre vor. Er ist sogar der Auffassung, das die Verbindung zwischen Trondheim und Svolvær innerhalb von 36 Stunden möglich ist. Gran und Konow sind skeptisch.

Am 02. Juli 1893 unternimmt er mit der D/S Vesteraalen ihre erste Hurtigrutefahrt. Richard With selbst ist bis 1894 Kapitän auf diesen Schiff.

1894 wird er Direktor der Reederei VDS.

1895 wird er zum Ritter des Sanct Olavs Orden ernannt.

Von 1896 eröffnet er die sommerliche Touristenroute von Tromsø nach Spitzbergen (bis 1899) und gründet gleichzeitig die Vesteraalens Turistforening. Im Juni des Jahres bringt die DS Raftsund Baumaterial und Arbeitskräfte nach Svalbard. Ein Hotel mit 30 Gästebetten wird in der Adventbay errichtet (auf der Landzunge, auf der sich heute der Flugplatz befindet). 6 Touren gibt es 1896, alle werden geführt vom Kapitän Otto Sverdrup. 1898 wird die Touristenroute nach Spitzbergen eingestellt, es werden erhebliche Verluste eingefahren. Das Hotel wird an eine norwegisch - britische Bergbaugesellschaft verkauft.

In den Jahren bringt er viele neue Ideen und Sachen in der Alltag der Bewohner der Küste. Er gründet eine Schwimmschule für Jungen. Er war auch der Meinung, das zukünftige Fischer eine theoretische Ausbildung brauchen. Mit diesen Gedanken setzte er die Bildung einer Navigationsschule in Stokmarknes in Gang.

1906 wird die Touristenroute nach Spitzbergen erneut eröffnet.

Im Jahre 1908 legt er den Vorsitz bei der VDS ab und verlässt die Reederei. Er bekommt eine jährliche Pension von 8000 Kronen (monatlich 666,67 Kronen). Das gleichen Betrag hatte er auch als Direktor der VDS. Einige Aktionäre der VDS hinterfragen diesen, für damalige Verhältnisse, sehr hohen Betrag. Zu seinen letzten Aufgaben als amtierender Direktor gehört die Planung des neuen Hurtigruteschiffes DS Richard With.

Neue Ideen werden verwirklicht

1909 zieht er nach Oslo. Er hat neue Ideen. Eine Linie von Norwegen nach Amerika ("Den Norske Amerikalinje", kurz "NAL" genannt). In Oslo sucht er nach Gleichgesinnten. Anschließend folgt sein erster Aufenthalt in Amerika. Mit der Empfehlung des Parlaments, der Regierung und des (Nordmannforbundet) sucht er auch dort nach Interessenten für diese Linie. In Zusammenarbeit mit dem norwegischen Konsul organisiert er dort die Aktienzeichnung und das mit einem guten Resultat. Eine Gesellschaft wird gegründet. Richard With wird 1910 zum Vorsitzenden der Gesellschaft gewählt. Diese Tätigkeit übt er 3 Jahre aus.

Von 1910 bis 1912 ist er Parlamentsrepräsentant in Oslo.

Er wird für 6 Jahre Vorsitzender der Seemannsvereinigung.

Am 25. Juni 1922 ist die feierliche Übergabe der Risøyrenna. Er ist für diese Tour Kapitän der D/S Finnmarken. An Bord der König. Über 400 Schiffe sind dabei, festlich geschmückt, durchfahren sie die neue Fahrrinne zu den Vesterålen. Die D/S Finnmarken befindet sich auf normaler Hurtigrutefahrt.

Am Ende der zwanziger Jahre geht er in den Ruhestand.

Am 09. Februar 1930 stirbt er in Oslo. Die Beisetzung findet am 15. Februar 1930 im alten Krematorium in Oslo statt. Die Zeitung "Tromsø" schreibt dazu
"Så stor var hans dåd, at det san vi idag, 37 år efter hurtigrutensåpening, kemper for er å få igjen den fart Richard With satte på Vesterålen på sin første hurtigrutetur"