Der Raid -die Angriffe der Engländer auf deutschen Einrichtungen an der norwegischen Küste

Die Zeit des zweiten Weltkrieges und der Angriff der Deutschen auf Norwegen. Churchill wollte das nicht hinnehmen und den Krieg an die norwegische Küste und für die dort stationierten Deutschen bringen. Seine Taktik ist das an Land setzen von Spezialstreitkräften. Diese sollen deutsche Einrichtungen an der Küste schnell stören und wenn möglich zerstören. Die Operationen bekommen den englischen Namen "Raid", ein Begriff der auch in Norwegen seine Anwendung findet. 1941 sind 4 der "Raids" geplant. Alle Landesteile sind davon betroffen.

Am Ende des Jahres geht die norwegische Exilregierung in London mit Churchill ein Vertrag ein. Zukünftige Aktionen sollen so besser koordiniert werden.

Lofotenraid

Am 04. März 1941 landen 5 britische Tribal - Klasse - Jäger, 2 Kreuzer und 2 Transportschiffe mit 300 britischen Soldaten in Svolvær, Stamsund, Brettesnes und Henningsvær. Der Auftrag, die Zerstörung der Fischölfabriken. Dieses Produkt findet in der Glyzerin- und Sprengstoffindustrie der Deutschen Anwendung. Der Codename für den Raid lautet "Claymore". An der Operation sind keine norwegischen Truppen beteiligt. Zerstört werden 11 Fischöl- und Heringsmehlfabriken, 1 Kraftwerk und ein Tanker mit Heizöl.

Auf dem Rückweg nach Großbritannien sind 306 norwegische Männer und 8 Kinder an Bord. Alle haben sich freiwillig den Streitkräften gemeldet. Einige befürchten Repressalien und fahren deshalb mit. An Bord sind auch 12 Mitglieder der "Nasjonal Sammling" sowie 213 Deutsche, die gefangen genommen worden sind.

Die Exilregierung von Norwegen in London erfährt erst nach dem Einsatz von dem Raid. Das Außenministerium befürchtet Vergeltungsaktionen der Deutschen. Die lassen nicht lange auf sich warten. Am 07. März kommt Reichskommissar Terboven nach Svolvær. Er läßt eine große Anzahl der Lokalbevölkerung arrestieren (Grini). Häuser in Stamsund und Svolvær werden niedergebrannt.

Der Raid auf den Lofoten bestimmt das Schicksal eines Hurtigruteschiffes. Die D/S Mira befindet sich am 04. März 1941 bei Brettesnes (östlich von Svolvær) und wird dort vom britischen Jäger HMS Bedouin entdeckt. Ein Warnschuss fällt. Ein deutscher Offizier zwingt den Kapitän, einen Versuch zu wagen, dem Jäger zu entkommen. Der Jäger eröffnet das Feuer. Die Schüsse treffen den Bereich des Schornsteines und das Schiff verliert an Fahrt. Die Besatzung und die Passagiere verlassen das Schiff, während die D/S Mira sinkt. Die Deutschen werden von den Britten gefangen genommen. 3 Passagiere und ein Besatzungsmitglied sterben bei dem Angriff. 12 werden verwundet und 2 vermisst. Der Zerstörer half bei den Rettungsarbeiten. Trotz dessen sterben 4 der Verwundeten.

Øksfjord

Am 08. April 1941 startet der Raid, an dem auch norwegische Truppen beteiligt sind. Das neue Ziel ist der Ort Øksfjord im Süden der Fylke Finnmark. An der Aktion ist der Jäger "Mansfield" beteiligt. An Bord 11 norwegische Soldaten.

Am 12. April, gegen 01.00 Uhr landen die Spezialtruppen am Kai. Keine deutschen Streitkräfte sind im Ort. Die technischen Anlagen der Heringsölfabrik werden gesprengt. Anschließend verteilen die Britten Säcke mit Kaffe und Zucker an die Lokalbevölkerung. Auch Zigaretten, Tabak und Schokolade werden übergeben. 2 Stunden nach dem Start verlassen die Alliierten den Ort.

Vågsøy und Måløy sowie Lofoten

Weihnachten der nächste Einsatz. Eine große Operation mit teilweise 3 Verteidigungslinien. 600 Soldaten, darunter auch norwegische Truppen gehen an Land. Es entwickelt sich ein harter Kampf mit den dort stationierten deutschen Truppen. 9 deutsche Schiffe werden zerstört.

Die Deutschen antworten wieder mit Repressalien. In Reine wird ein Haus zerstört, die nach Großbritannien gereist ist. 3 Norweger werden arrestiert (Grini). In Måløy werden 60 Verwandte von norwegischen Freiwilligen ebenfalls arrestiert. Das Eigentum wird beschlagnahmt. Die Stadt Måløy bekommt Hafenverbot.