Die alten Schiffe der Hurtigrute bis 1945

D/S Nordnorge 1


© by ODS, fra boka "Ofotens Dampskibsselskap 75 år 1912 - 1987"

 

Reederei, Baujahr, Bauort
 
     Reederei ODS. Am 09. September 1922 wird der Vertrag zwischen der Werft und der ODS unterzeichnet. Der Name des Schiffes wird am 22. März 1923 auf einem Direktionstreff der Reederei beschlossen. Kostenpunkt von 980000 Kronen. Gebaut 1923 in Trondheim Mekaniske Verksted für 980.000 Kronen und getauft von Sigrid Øiseth. Baunummer 186.

 

In See gesetzt, getauft und ausgeliefert am ... Am 12. September 1923 in See gesetzt. Getauft von der Tochter des Bürgermeisters von Narvik, Sigrid Øiseth. Am 17. Januar 1924 an Reederei geliefert. Am 24. Januar 1924 erreicht es um 22.00 Uhr den Hafen von Narvik.

 

Zertifikat für ....
  
270 Passagiere bei liten Kystfart,
Kabinen in 1., 2. und 3. Klasse
  
3 Klassen Schiff, die Kabinen der 1. Klasse befinden sich Akters, der 2. Klasse midtskips Und der 3. Klasse forut auf dem Banjerdeck.

 

Transport von Fracht mittels ....
  
Kran, auch Autotransport (Bild liegt vor),
Länge, Breite und andere Maße
  
1924 bis 1936 - 193,2 (181,6) fot x 29,6 fot x 15,7 fot,

1936 - 213´ x 29´6", 15´Dybde i Rids, 7´Høide mol Heck

 

Tonnage und Geschwindigkeit
   
1924 bis 1936 - 873 Bruttoregistertonnen, 448 nrt, Triple Ekspansjon DS bei 1010 ihk, mit 12 (13) Knoten,

1936 - 991 Bruttoregistertonnen, 566 nrt,

 

Logbuch Am 01. September 1922 steht fest, das die ODS ein neues Schiff baut. Die Reederei verhandelt mit der Werften Fredrikstad Mekaniske Verksted und Trondheim Mekaniske Verksted. Bei einem Treffen in Narvik macht die Trondheim Mekaniske Verksted ein Angebot von 950.000 Kronen. Im Laufe der Verhandlungen einigen sich die Vertreter auf einen Bauwert von 900.000 Kronen.

Am 09. September 1922 wird der Vertrag zwischen der TMV und der ODS unterzeichnet. Während der Bauperiode werden einige Änderungen unternommen. Durch diese Änderungen erhöht sich der Preis auf 980.000 Kronen. Das Schiff soll für die Lokalverbindung Trondheim - Narvik gebaut werden.

Am 22. März 1923 wird der Name des neuen Schiffes auf einem Direktionstreff der Reederei beschlossen. Das Schiff sollte ursprünglich den Namen D/S Solstrålen bekommen.

Im Januar 1924 wird die D/S Nordnorge an die Reederei geliefert. Am 24. Januar läuft das Schiff den Heimathafen das Erstemal an. Kapitän Alfred Nyborg, Maschinenchef O. Hernes.

Im Anschluß übernimmt das Schiff die Route Trondheim nach Narvik. Die Führung hat Kapitän Alfred Nyborg. Folgende Abfahrtzeiten gelten.
Narvik - Abfahrt Freitag 20.30 Uhr
Bodø - Ankunft Samstag 11.30 Uhr
Sandnessjøen - Ankunft Samstag 21.30 Uhr
Brønnøysund - Ankunft Sonntag 02.15 Uhr
Ankunft Trondheim - Sonntag 17.30 Uhr. Es besteht Anschluss an den Nachtzug nach Oslo. Die Rückfahrt geht zu folgenden Zeiten ...
Trondheim - Abfahrt Dienstag 12.00 Uhr
Narvik - Ankunft Donnerstag 07.00 Uhr

1936 wird das Schiff für den Hurtigruteeinsatz umgebaut und um 20 fot verlängert. Eine neue Brücke wird eingebaut, die auf die alte Brücke installiert wird. Die Verlängerung kommt der 3. Klasse, die sich nun in Richtung zur Mitte des Schiffes zieht und einem größeren Lastraum zu gute. Ein Radiotelefon, ein Echolot und ein Kühlaggregat kommt hinzu.

Am 30. Oktober 1936 befährt das Schiff letztmalig die Linie von Narvik nach Trondheim.

Am 01. November 1936 kommt das Schiff in die Hurtigrute. Mit diesem Datum wird auch die ODS offizielle Hurtigrutereederei. Narvik wird in diesem Zusammenhang einmal in der Woche angelaufen.

Am 09. April 1940 liegt die D/S Nordnorge (ODS) auf der Werft Trondheim Mekaniske Verksted auf Dock. Die jährliche Überholung des Schiffes ist fast abgeschlossen, da erreicht der Krieg Trondheim. Das Schiff bekommt eine Auflage der Deutschen. Im Laufe der folgenden Tage und Wochen bekommt die ODS keine Verbindung zum Schiff. Es wird notwendig die D/S Barøy in der Hurtigrute einzusetzen. Am 07. Mai wird das Schiff entgültig von den Deutschen rekrutiert. Die Besatzung wird an Land gesetzt. Die Deutschen wollen den Kapitän Alfred Nyborg. Er soll das Schiff unter deutscher Flagge führen. Er weigert sich und schafft es, die Unterlagen des Schiffes an Land zuschmuggeln. Einen Tage später muss die Mannschaft zusehen, wie die D/S Nordnorge den Trondheimfjord verlässt. Unter deutscher Flagge verschwindet Ihr Schiff. Noch am gleichen Tag erfahren die norwegischen Militärbehörden davon. Es besteht die Befürchtung, das deutsche Truppen den eigenen Streitkräften in den Rücken fallen könnten. Die Meldung wird an die Alliierten weiter geleitet. Am gleichen Tag observiert ein britisches U-Boot im Trondheimfjord die Lage. Das Schiff ist weg, an Bord deutsches Seemilitär und Bergetruppen. Das Wetter am Tag ist gut. Die Deutschen haben das Schiff mit einer kleinen Kanone und Maschinengewehren bestückt. 2 Heinkel Flugzeuge überwachen die Region aus der Luft. Die Truppen an Bord sollen den Weg zwischen Mosjøen und Mo i Rana für die eigenen Streitkräfte öffnen.

Am 10. Mai 1940 beobachtet die Bevölkerung von Rørvik die Fahrt. Der Dampfschiffexpediteur der Stadt sendet eine Meldung nach Norden, zu Ole Siem. 18.30 Uhr erreicht das Schiff Hemnesberg und hisst dort die deutsche Flagge. Es kommt zum Kampf mit britischen Seestreitkräften, die hier stationiert sind. Auf der Seite der Deutschen kommt es zu Verlusten, das Material kann zum großen Teil an Land gebracht werden. Eine Stunde später kommen die britischen Jäger HMS Carlisle und HMS Zulu. Die Deutschen öffnen die Bodenventile und versenken das Schiff mit Handgranaten selbst. Eine andere Quelle schreibt davon, das Schiff wurde von einem Torpedo versenkt.

   

Bilder

 
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Ó Boka „Trondhjems Mek. Verksted 1843 – 1943“ av Olaus Schmidt