Die alten Schiffe der Hurtigrute bis 1945

D/S Prins Olav


© av boka "Det nordenfjeldske DS 1857 - 1957", R. Danielsen og O. Vedeld

 

Reederei, Baujahr, Bauort
 
     Reederei NFDS. Gebaut 1908 bei A. & J. Inglis, Glasgow.
In See gesetzt, getauft und ausgeliefert am ...
 
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Zertifikat für ....
  
1926 - 100 Passagiere der gehobenen Klasse

1937 - 450 Passagiere

 

Kabinen in 1., 2. und 3. Klasse
  
Das Schiff hat 5 Decks.

1937 - 1. Klasse - midtskips - 95 Kabinen, 2. Klasse - akter - 145 Kabinen

 

Transport von Fracht mittels ....
  
Kran
Länge, Breite und andere Maße
  
1908 - 293,4 ft x

1937 - 275,3 ft x

 

Tonnage und Geschwindigkeit
   
1908 - 1728 Bruttoregistertonnen, 3 Dampfturbinen, 18,8 Knoten

1925 - 2145 (2157) Bruttoregistertonnen, eine Dampfturbine mit 4500 hk, maximale Fahrt von 20 Meilen pro Stunde, Lastraum für 5000 Kästen Fisch

1937 - 2147 Bruttoregistertonnen, 650 tdw, eine Dampfmaschine mit 3200 hk (die größte, die je in Norwegen gebaut worden ist), 17 Knoten

 

Besonderheiten
   
Die Privatyacht von König Edward und Königin Alexandra.
Logbuch König Edward der 7 gibt das Schiff 1907 bei der Werft A. & J. Inglis Ltd. in Glasgow in Auftrag.

Nach dem 1. Weltkrieg wird das Schiff nur selten genutzt und steht zum Verkauf. Die hohen Betriebskosten zwingen die britische Regierung zum Verkauf.

1925 kauft die Reederei NFDS die britische königliche Yacht "Alexandra" für 25000 Pfund. Das Schiff soll die Tradition der Touristenfahrten beleben, eine Tradition die mit Beginn des ersten Weltkrieges ausgesetzt wurde. Auf Grund der geringen Betriebsstunden hat das Schiff ein gutes Aussehen und Wartungszustand. Getauft wird es auf den Namen Prins Olav und kommt erst Jahre später (1937) in die Hurtigrute. Die Dampfturbine mit einer Leistung von 4500 hk, erreicht 20 Meilen in der Stunde und ist damit Norwegens schnellstes Schiff der Handelsmarine. Auf der Fredrikstad Mekaniske Verksted wird das Schiff für den neuen Einsatz umgebaut. Die königliche Kabine und die Salons werden nicht verändert. Schon auf den ersten Fahrten wird die D/S Prins Olav sehr populär und eingehend in der norwegischen und ausländischen Presse erwähnt. Mit der D/S Dronning Maud und der D/S Pins Olav gehört die NFDS zu den führenden Reedereien bei Passagier- und Touristenfahrten.

Im Juni 1926 wird das Schiff an die NFDS geliefert.

Die D/S Prins Olav macht im Anschluss regelmäßige Sommerfahrten zum Nordkapp, nach Spitzbergen (Svalbard), Westindien und ins Mittelmeer. Von amerikanischen Reisegesellschaften wird das Schiff für Fahrten im Mittelmeer genutzt. Zusammen mit der Hauptstattzeitung arrangiert die NFDS Reisen nach Italien und nach Spanien, die einem luxusbetonten Publikum gedacht sind.

In der Zeit der Weltwirtschaftskrise (nach 1930) ist ein rentabler Betrieb des Schiffes sehr ungewiss. Die NFDS fast Pläne zum Umbau der D/S Prins Olav.

1936 wird der Gedanke in die Tat umgesetzt. Laut dem Neuen Hurtigrutevertrag müssen die Reederei BDS und NFDS je ein neues Schiff einsetzen. Die NFDS wählt dazu die D/S Prins Olav. Auf der Werft TMV und der Reederei eigenen Werkstatt Nordre Verft, wird das Schiff umgebaut. Gesamtkosten 3.750.000 Kronen.

Am 27. Mai 1937 fährt das Schiff das erstemal ab Trondheim für die Hurtigrute.

Am 02. Juni 1937 erste offizielle Abfahrt ab Bergen, dort besuchte Kong Haakon das Schiff.

Am 25. September 1937 bei Brønnøysund auf Grund gelaufen und wieder flott gemacht.

Am 09. April 1940 ist das Schiff südgehend nach Harstad. Der Kapitän erhält den Mobilisierungsbefehl der Armee. Das Schiff wird sofort zum Transport der norwegischen Truppen gebraucht. Zuerst auf der Strecke Lofoten nach Sørreisa, später zwischen Kirkenes und Gratangen. Das Schiff erhält dazu eine neue Farbgebung in Grau

Am 07. Juni 1940 ankert das Schiff in Hammerfest. Die Leute glauben, das der König und die Regierung an Bord ist.

Am 08. Juni 1940 steuern zwei Schiffe westlich von Tromsø. Das NFDS Schiff D/S Pins Olav und das BDS Schiff D/S Ariadne. Beide Schiffe wurden zuvor als Truppentransporter von der norwegischen Armee rekrutiert. An Bord der D/S Ariadne sind 54 Personen. Das Wetter und die Sicht auf See sind sehr gut. Gegen 22.30 Uhr werden beide Schiffe von sechs deutschen Flugzeugen angegriffen. Die ersten Maschinengewehrsalven fegen über das oberste Deck der D/S Prins Olav. Auf der Brücke stehen der Kapitän Reidar Mauseth, der Rudermann und beide Steuermänner. Durch die Salve werden die Steuermänner und der Rudermann verletzt (?). Auf der D/S Ariadne schlagen 3 Bomben ein. Der Kapitän Thorolf Tønseth lässt die Rettungsboote fertig machen. 2 waren noch nicht durch Maschinengewehrsalven beschädigt. Die Deutschen zögern nicht, auch die Rettungsboote zu beschießen. Danach fallen die ersten Bomben auf der D/S Prins Olav. Eine weitere Serie von Maschinengewehrsalven folgt. Im Anschluß treffen Brandbomben das Schiff. Beide Schiffe sinken, zuerst die D/S Prins Olav, dann die D/S Ariadne. Auf der D/S Prins Olav kommt der Deckjunge Johann Strømmen ums Leben. 8 Menschen verlieren ihr Leben auf der D/S Ariadne. Die Matrosen Harald Johannessen, Johan Rasmussen, Torleif Tollefsen und Hans Bakkebø. Der 1. Koch Aksel Holte, das Dienstmädchen Henrikke Eidesen sowie Leif Andreassen und ein Mann mit dem Vornamen Hagen. Der Rest der Besatzung und Passagiere beider Schiffe werden am frühen Morgen des 09. Juni von dem britischen Jäger "Arrow" aufgenommen.

  

Bilder

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© by Geir Svendsen Norge Das Schiff vor dem Umbau zur Hurtigrute 1937.
© av boka "Det nordenfjeldske DS 1857 - 1957", R. Danielsen og O. Vedeld

 

Die königliche Suite nach dem Umbau 1937.
© av boka "Det nordenfjeldske DS 1857 - 1957", R. Danielsen og O. Vedeld
Ó by Hjalmar Hansen, ein Lotze und Marinemaler, der bei der NFDS angestellt war.
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© av boka "Nordenfjeldske 125 år - I storm og stille på alle hav" Leif Byrde Lillegaard, Trondheim 1982
Das Schiff bei Sandnessjøen.
© av boka "Nordenfjeldske 125 år - I storm og stille på alle hav" Leif Byrde Lillegaard, Trondheim 1982