Die alten Schiffe der Hurtigrute bis 1945

D/S Richard With 1


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Reederei, Baujahr, Bauort
 
     Reederei VDS. Gebaut 1909 in Trondheim Mekaniske Verksted. Baunummer 136.
In See gesetzt, getauft und ausgeliefert am ...
 
Geliefert am 24. Juni 1909.
Zertifikat für ....
  
300 Passagiere
Kabinen in 1., 2. und 3. Klasse
  
1909 - 1. Klasse - 40 Betten (auf Promenadedeck), 2. Klasse - 22 Betten, 3. Klasse - 39 Betten (auf Haupt- und Banjerdeck), die Kabinen sind aufgeteilt in Damen- und Herrenkabinen,

 

Transport von Fracht mittels ....
  
Kran,

2 Lasträume im Vorderschiff (beide isoliert),

 

Länge, Breite und andere Maße
  
1909 - 205,1 fot x 29,0 fot x 16,025 (15,5) fot,

Maße nach Originalvertrag vom 14. März 1908 - Länge 205,0 ft, Länge zw. stevne 192,0 ft, Breite 29,0 ft, Tiefe mouldet til awingdekk 22,5 ft, Höhe zw. Hauptdeck und Stormdeck 7,3 ft, Höhe zw. Stormdeck und Bootsdeck 7,0 ft,

 

Tonnage und Geschwindigkeit
   
1909 - 905 Bruttoregistertonnen, 542 nrt, 450 Tonnage d.w., Triple Ekspansjon DS mit 1066 ihk, bei 13 Knoten, Kennung MFQT und LERM

 

Besonderheiten
   
Es ist das erste Schiff der Reederei VDS, das speziell für die Hurtigrute gebaut worden ist. Das Schiff hat einen doppelten Rumpf, 4 Wasserschotten, doppelte Spanter und volle Eisverstärkung.

 

Kapitäne Fredrik Ottar Hegge (19xx angestellt bei der VDS, von 1909 bis 1912 als Kapitän eingesetzt)
Kristian Dahl Knudsen (19xx angestellt bei der VDS, von 19xx bis 19xx als Kapitän eingesetzt, auf der D/S Richard With bis zur Versenkung am 13. September 1941, wo der Kapitän um Leben gekommen ist)

 

Das Schiff
   
Stormdeck - Rauchersalon (Akters), Musiksalon (Akters), Damensalon (unter der Brücke)
Bootsdeck - Rettungsboote- und Westen
Hauptdeck - Kabinen, Speiseraum (60 Personen), Postkontor
Banjerdeck - Lasträume und Kabinen der 3. Klasse
Stormdeck/Panoramadeck - Musiksalon, Rauchsalon und Damensalon

Auf den VDS Schiffen gibt es verschiedene Preise im Speiseraum, untergliedert nach Sommer- und Winterroute, nach Lokal- und Hurtigroute und nach 1.- 2.- und 3. Klasse.

Das Schiff hat elektrische Scheinwerfer, die von der Brücke aus gesteuert werden.

 

Logbuch 1908 - Beginn der Arbeiten am Schiff. Geplante Bausumme 398.000 Kronen. Zuvor Einholung von verschiedenen Angeboten, darunter B & W in Kobenhavn mit 427.000 Kronen und die FMV mit 475.000 Kronen.

Laut Vertag soll das Schiff bis spätestens zum 01. Juni 1909 geliefert werden. Auf Grund eines Streiks wird das aber erst am 24. Juni 1909 an die VDS übergeben. Am gleichen Tag findet die Probetour auf dem Trondheimfjord statt. Das Schiff erreicht dauerhafte 13,3 Meilen pro Stunde. Das Schiff soll die D/S Vesterålen ablösen. Die Vesterålen selbst hat bis dahin rund 800 Rundfahrten in der Hurtigrute absolviert und das fast ohne große Havarien.

Am 24. Juni 1909 erfolgt die Probefahrt und der erste Einsatz in der Hurtigrute. Die Abfahrt erfolgt ab Trondheim. Im Trondheimfjord begegnen sich die D/S Vesteraalen und die D/S Richard With. Zur Besatzung gehören Kapitän Hegge, 1. Maschinist Knudsen, Restauratør Ellingsen (er folgte Kapitän Hegge zur D/S Richard With). Das Schiff befährt die Hurtigruteverbindung der VDS zwischen Trondheim und Hammerfest.

Mit dem neuen Hurtigrutevertrag 1911 wird das Schiff zwischen Bergen und Vadsø eingesetzt.

Am 23. Februar 1913 auf Grund bei Gibostad, nördlich von Finnsnes. Gibostad ist ein alter Hafen der Hurtigrute.

Am 8. Juli 1919 auf Grund (Unterwasserschäre) bei Rongevær, Hordaland. Nach der Reparatur wieder im Dienst der Küstenlinie.

Im August 1938 verliert das Schiff auf der Barentsee die Schiffschraube. Mit dem Bergeschiffen "Jason" und "Traust" von Honningsvåg nach Trondheim auf das Dock geschleppt.

Am 05. Mai 1940 wird das Schiff bei Mohavn, Dyrøy von deutschen Bombern angegriffen. Das Schiff wird nicht getroffen, verlässt aber den Kurs um in Landnähe Schutz vor der Versenkung zusuchen. Die normale Fahrt wurde später weitergeführt.

Im Juni 1940 wird das Schiff für einen Truppentransport nach Narvik von den Deutschen rekrutiert.

Am 11. April 1941 auf Grund in Tromsø.

Am 22. April 1941 Kollision mit dem M/K Salangen im Hafen von Narvik.

Es ist der 13. September 1941, ein Samstag morgen. Die D/S Richard With ist auf südgehender Fahrt, zwischen Honningsvåg und Hammerfest. 135 (?) Menschen, inklusive der Besatzung, sind an Bord (38 Besatzung, 3 Postangestellte, 80 Passagiere). Alle Kabinen sind voll, auch 7 Deutsche fahren mit. Geladen sind Fisch und Stückgut. Das britische U-Boot "HMS Tigris" lag die ganze Nacht bei Skipsholmen, Revsbotn, um die Batterien aufzuladen. Am Morgen gleitet es in den Rolfsøysund und beobachtet die Hurtigrute im Breisund, auf der Höhe der Nordspitze der Insel Havøy, am Havøygavlen. Der Kommandant des U-Bootes gibt den Befehl sich der D/S Richard With zunähern. Gegen elf Uhr, der Abstand beträgt ungefähr eine nautische Meile, feuert er auf das Hurtigruteschiff zwei "Mark 4" Tordepos ab. Der erste verfehlt sein Ziel. Der zweite trifft das Schiff in der Mitte. Die D/S Richard With bricht in zwei Teile und sink binnen einer Minute. Das Schiff wurde torpediert, obwohl es zwischen der norwegischen Regierung in London und den britischen Behörden einen Vertrag gibt, das norwegische Passagierschiffe nicht angegriffen werden sollen. Als die Tragödie bei der Regierung bekannt wird, herrscht Ratlosigkeit und Wut. Im Amt ist damals Staatsminister Nygaard dafür zuständig. Es gibt zu dem Zeitpunkt keine genauen Aufschlüsse, wer das Schiff versenkt hatte. Selbst bis weit nach dem Krieg zeigen immer noch einige Dokumente falsche Tatsachen auf. Zuerst ist die Rede von einem deutschen Angriff, später wurde daraus ein russisches U-Boot, dann wieder ein Deutsches. Keine Rede von den Britten, obwohl englische Quellen immer zugänglich waren. Das Fischerboot "Skolpen" befindet in der Nähe des gesunkenen Schiffes. Das kleine Boot, keine 43 fot lang, rettet 31 Menschen (28 Norweger und 3 Deutsche) und nimmt mit 39 Leuten an Bord den Weg nach Hammerfest. Insgesamt kommen 99 Menschen ums Leben.

  

Bilder

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© av boka "Nordover med Hurtigruten", Reidar Stavseth Das Schiff auf einer Postkarte, die im Hurtigrutemuseum in Stokmarknes erhältlich ist.

Stand 27. Dezember 2007