Die alten Schiffe der Hurtigrute bis 1945

D/S Sanct Svithun


© unbekannt

 

Reederei, Baujahr, Bauort
 
     Reederei DSDS. Gebaut 1927 bei Werft International Shipbuilding & Engineering Co. Ltd. Danzig in Polen.
In See gesetzt, getauft und ausgeliefert am ...
 
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Zertifikat für ....
  
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Kabinen in 1., 2. und 3. Klasse
  
82 Betten in der ersten Klasse, 100 Betten in der 3. Klasse, mit Panoramadeck. Alle Kabinen befinden sich midtskips.

 

Transport von Fracht mittels ....
  
Kran
Länge, Breite und andere Maße
  
236 ft (71 m) x 35,2 ft (11 m) x 21,3 ft (6 m),
Tonnage und Geschwindigkeit
   
1375 Bruttoregistertonnen, 734 nrt, 14 Knoten, Lentz 2 Zylinder Dampfmaschine mit 1650 ihk,
Einrichtung 2 durchgehende Decks, 2 Lasträume vorn und akter, 

 

Kapitäne
   
G. Selmer (.... angestellt bei der DSDS, von 1927 bis 1928 als Kapitän eingesetzt)
Samuel Alshager (.... angestellt bei der DSDS, von 1927 bis 1940 als Kapitän eingesetzt)

 

Besatzung
   
Otto Olsen (.... angestellt bei der DSDS, von 1927 bis 19 .. als Lotze eingesetzt)
S. Taraldsen (.... angestellt bei der DSDS, von 1927 bis 19 .. als Lotze eingesetzt)

 

Logbuch Im März 1926 versendet die Reederei Angebote zum Bau eines neuen Schiffes. Das Angebot geht an Werften in Stavanger, später an Werften in ganz Norwegen und dann erst ins Ausland. Angebotsgrundlage ist 150.000 Kronen.

Im September 1926 erfolgt die Vertragsunterzeichnung mit der Danziger Werft. Die Werft hat das günstigste Angebot eingereicht, es liegt weit unter dem günstigsten Angebot einer norwegischen Werft.

Am 30. Juli 1927 die erste Fahrt in der Hurtigrute.

1931 bekommt das Schiff einen Kühlraum für Frischfisch, gleichzeitig auch Radiotelegraphie.

Am 09. April 1940 auf Dock, abgelöst durch die D/S Kong Haakon. Im Sommer 1940 zurück in der Linie.

Es ist der 30. September 1943. Die D/S Sanct Svithun ist Donnerstag Nachmittag, auf dem Weg von Ålesund nach Havda. Ein grauer und kalter Herbsttag mit südwestlichen Wind und schwerer See. Auf der Höhe von Vossa und Bukolmen greifen gegen 18.45 Uhr sechs britische Bomber das Schiff an. Nach ihren Informationen befinden sich 50 deutsche Soldaten an Bord. Was sie nicht wissen. Diese Truppen sind bereits in Ålesund ausgestiegen und mit einem anderen Schiff nach Havda unterwegs. Eine Bombe trifft und es bricht ein Brand aus. Der Kapitän nimmt Kurs zum Festland. Er möchte das Schiff auf Grund laufen lassen, bei Kobbeholmen. Er schafft es und kann so 76 Passagiere retten. Die Leute des kleinen Dorfes Ervika werden Augenzeugen des Angriffes. Viele von ihnen arbeiten auf dem Feld und holen die Kartoffeln ein. Schnell kommen sie und helfen bei der Rettung. 19 Besatzungsmitglieder, 26 Passagiere und 12 Deutsche kommen ums Leben. Später treib das Schiff auf das offene Meer und geht unter. Vom Schiff bleibt nur die Glocke, die heute in einer kleinen Kapelle in Ervik zusehen ist. Das Frack liegt heute noch an der gleichen Stelle im offenen Meer.
Das Unglück ist sehr detailliert in einem Buch von 1975 beschrieben, von Tryggve Nordanger "Lang Kyst - En fortelling om fartøyer og folk på norskekysten under krigen". In diesem Buch wird auch Jonfred Ervik genannt, den ich im März 2005 besuchen konnte und der mir 4 Bilder von damals zeigte. Ich durfte diese Bilder duplizieren und bin somit in der Lage, Momente der Tragödie zeigen zu können.

   

Eigene- und Gastbilder

Alle Bilder unterliegen dem Copyright. Das Copyright der Gastbilder verbleibt bei den Autoren. Die Bilder vom Untergang des Schiffes habe ich von Jonfred Ervik bekommen. Ich besuchte den kleinen Ort im März 2005. Zum Zeitpunkt der Tragödie war er 6 Jahre alt und lebte mit seinen Eltern in Ervik. Er half bei der Rettung der Überlebenden im Spätherbst 1943.

 

Eine alte Briefmarke, die an den Untergang des Schiffes während des 2. Weltkrieges erinnern soll.
© by Bjørn Bakken

 

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Das Schiff nach dem britischen Angriff am 30. September 1943, an den Holmen vor Ervik.
© by Jonfred Ervik, Ervik, Stadlandet
Das Schiff nach dem britischen Angriff am 30. September 1943, an den Holmen vor Ervik.
© by Jonfred Ervik, Ervik, Stadlandet
Das Schiff nach dem britischen Angriff am 30. September 1943, an den Holmen vor Ervik.
© by Jonfred Ervik, Ervik, Stadlandet
Das Schiff nach dem britischen Angriff am 30. September 1943, an den Holmen vor Ervik.
© by Jonfred Ervik, Ervik, Stadlandet

 

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Auf einer Wandtafel in der kleinen Kirche stehen alle, die bei der Tragödie umgekommen sind. Der Anker des Schiffes, vor der Kapelle. Die Erinnerungstafel am Stein hinter dem Anker. Die kleine Kapelle in Ervik, die immer an die Tragödie erinnern soll. Die Schiffsglocke der D/S Sanct Svithun hängt heute im Turm der kleinen Kirche.

 

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Die Kapelle. Das Schiff in einer Zeitung der Region. Diese berichtet regelmäßig von besonderen Ereignissen, der vergangenen Jahre. Der Rettungsring und verschiedenen Fotos, ausgestellt im inneren der kleinen Kirche.

Stand 23. September 2006