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Tag 11 - 31. Dezember 2001


Trondheim - Kristiansund - Molde

 

0600 Zwei Wecker reißen mich aus den Schlaf. Ich möchte die Einfahrt in Trondheim nicht verpassen. Keine zehn Minuten später stehe ich draußen an Deck 5. Die Luft ist kalt, das Thermometer zeigt minus 12°C. Der Wind verstärkt das Gefühl noch. In der Nacht hat es geschneit, auch jetzt fallen einige Flocken.

 

0630 Anlegen in Trondheim.

Die M/S Kong Harald legt mit einem komplizierten Manöver am Kai der Stadt an. Seit sechs Uhr liegt bereits die M/S Nordkapp am hinteren Teil des Kais.
Die Schiffe müssen rückwärts in die Sackgasse einfahren, das Nordgehende hinten und das Südgehende vorn.

 

0700 Die zeitige Ankunft verändert auch die Frühstückszeiten. Punkt sieben stehe ich vor dem Speisesaal, ich möchte keine Zeit beim Landgang und beim Besuch der MS Nordkapp verlieren, das Schiff liegt nur bis zehn Uhr in Trondheim. Während des Frühstücks komme ich mit zwei Berlinern ins Gespräch, deren Reise heute zuende ist.

 

0745 Fußmarsch zum Zentrum.

Mein erstes Ziel ist der Bahnhof, danach zieht es mich in das ruhige Zentrum der Stadt. Was mir vorweg gar nicht so bewusst war, fällt schlagartig in meine Gedankenwelt, es ist wieder Sonntag. Kein Einkauf könnte meine Finanzlage gefährden, obwohl ich etwas preiswertes Essbares kaufen wollte. Somit muss ich mich wieder an das teure Essen an Bord halten.

Eine Stunde vor dem Ablegen gehe ich zurück zum Schiff, nicht zu meiner M/S Kong Harald, nein ich möchte die M/S Nordkapp besichtigen. Mir fällt das geschwungene Heck des Schiffes auf. Es unterscheidet sich deutlich von der M/S Kong Harald. Auch im inneren deutliche Anzeichen einer luxuriösen Ausstattung, die mir anfangs etwas fremd vorkommt. Vielleicht täuscht der erste Eindruck.

 

1000 Ablegen nach Kristiansund.

Das klare Wetter der letzten Tage verabschiedet sich. Keine Stunde nach dem Ablegen fahren wir in eine kompakte Wolkendecke über uns, die eine eigenartige Lichtstimmung mit sich bringt. Das Wasser im Fjord ist wärmer als die Außenluft. Der Nebel schwebt über der Wasseroberfläche. Der Himmel durch die Wolken verdeckt. Dazwischen schaut die aufgehende Sonne über die flache Bergen des fjordnahen Küstenstreifens. Von der Wolkenschicht gebrochen, fallen die Sonnenstrahlen senkrecht auf das Wasser, der Rest der mittleren Schicht ist Goldgelb gefärbt.

 

1615 Anlegen in Kristiansund.

Die Stadt wurde auf drei Inseln gebaut. Schneefall setzt ein, während unser Schiff anlegt. Die Temperatur ist stark gestiegen. In Trondheim fiel das Thermometer noch auf minus 12°C, hier sind gerade 1 Grad unter Null. Das Gefüge des Schnees ist sehr nass.

 

1700 Ablegen nach Molde.

Der letzte Saunagang für diese Reise. Während ich die Sauna genieße, wird der Seegang heftiger. Die Hustadvika, die sich bis kurz vor Molde zieht, ist eine offene Meerpassage. Das Fahrwasser der Hurtigrutenschiffe ist nicht durch vorgelagerte Inseln geschützt.
Das auf und ab des Schiffes macht mir nichts. Wer nicht viel gegessen hat, kann auch nicht viel los werden.

 

2030 Anlegen in Molde.

Schön liegt die Stadt. Vom Fjord ziehen sich die Häuser der Stadt an der Flanke des Berges hoch. Kaum ein Rundreisepassagier verlässt zur Besichtigung der Stadt das Schiff. Viele laufen in guter Festtagskleidung, meist in Schwarz, im Schiff herum. Mich lässt der Anlass des Jahreswechsels kalt. Ich möchte etwas von der Stadt sehen und verlasse das Schiff. Der viele Schnee fällt ins Auge. Die Bäume im Zentrum sind verziert mit einer kleinen Schneedecke. Große Haufen liegen am Straßenrand. Einige Fußwege sind nicht geräumt und kaum passierbar. Die Stadt selbst ist geprägt von Steinbauten im Zentrum und kleinen schmucken Holzbauten außerhalb. Das örtliche Flussbett ist voll von Schnee, im unteren Teil zugefroren. Der geräumte Schnee der Straßen wird wohl hier liegen. Nach einer Stunde gehe ich zurück zum Schiff. Auf Deck 7, im mittleren Panoramasalon, sitzen die Hamburger. Ich setzte mich dazu. Die Gespräche handeln vom Reisen. Schottland und Alaska machen die Runde. So vergeht die Zeit bis zum Ablegen. Das Bedienungspersonal wirbelt durch den Salon und die Gänge. Die Gläser für den Sekt werden bereit gestellt, später auch der gekühlte Sekt, den jeder Gast zum Anstoßen des neuen Jahres nehmen kann.

 

2345 Ablegen ins offenen Hafenbecken und 0015 weiterfahrt nach Bergen.

Das Schiff verlässt seinen Liegplatz am Kai und fährt in das offene Hafenbecken. Die bessere Sicht zum Himmel bietet. Eine gute Aussicht, mit der das Feuerwerk über der Stadt beobachtet werden kann.