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Tag 8 - 28.Dezember 2001


Mehamm (Nachts) - Kjøllefjord (Nachts) - Honningsvåg (Morgens) - Havøysund - Hammerfest - Øksfjord - Skjervøy - Tromsø (Nachts)

 

0700 Wir verlassen gerade den Hafen von Honningsvåg. Diesmal nehme ich meinen Weckruf ernster und stehe auf, da ich nicht zum schlafen hier bin. Die Landschaft zählt.

 

0900 Anlegen in Havøysund.

 

0915 Ablegen nach Hammerfest.

Die blaue Stunde hat uns wieder, nachdem wir gestern knapp 3 Stunden mehr Tageslicht hatten. Ein zauberhaftes Morgenrot bringt Farbe in den frühen Tag. Bei der Ausfahrt treffen wir die M/S Narvik, das nordgehende Schiff. Wie gern würde ich umsteigen, um noch länger den Norden inhalieren zu können. Während der ganzen Fahrt nach Hammerfest zeigt sich das kompakte Bild des "fast" Vollmondes.

Die Fahrt geht durch den Rolfsøysund, dessen Name er von der westlich gelegenen Insel hat. Im weiteren Verlauf erheben sich an der Steuerbordseite, die rechten Seite des Schiffes in Fahrtrichtung, die markanten Felsen der Insel Sørøya. Ein großes Tor, vergleichbar mit dem Lapporten bei Abisko, zerschneidet das Felsgefüge im Nordteil der Insel. Einzelne Lichter sind am Talboden zusehen. Laut meiner Karte führen dort keine Straßen hin, also bleibt nur die Bootverbindung der Einheimischen, die vielleicht ihre Hauptwohnung in Hammerfest haben.

 

1145 Anlegen in Hammerfest.

Das pulsierende Stadtleben wird schon beim Anlegen sichtbar. Hammerfest ist die nördlichste Stadt der Welt, mit gut 10000 Einwohnern. Unser Schiff legt mitten im Zentrum an. Die ersten Schritte in den Straßen sind ungewohnt. Überall Menschen und Autos, so eine Dichte habe ich selbst in Tromsø nicht erlebt, wobei ich sagen muss, das wir in Tromsø während der Feiertage waren. Der Weg über die Straßen nimmt mir meine wertvolle Zeit.

Der Eisbärenclub ist die erste Anlaufstätte der meisten Rundreisepassagiere. Für 180 Kronen kann man dort Mitglied werden. Für mich zählen in der knappen Anlegezeit zwei Dinge. Ich muss ein Fotogeschäft finden, da ich unbedingt fachgerechte Reinigungstücher für meine Objektive brauche. Na ja, meine Ausrüstungsliste ist halt doch nicht vollständig. Des weiteren möchte ich eine Tagesaufnahme von der Stadtkirche machen. 1993 hatte ich davon die Innenaufnahmen gemacht. Den Shop finde ich schnell, der glücklicherweise in der gleichen Richtung liegt, wo auch die Kirche steht. Das dämmernde Tageslicht passt perfekt für die Aufnahme der Kirche. Innenaufnahmen kann ich leider nicht machen, die Tür ist verschlossen. Das macht aber nichts, da mir diese Fotos von der ersten Fahrt vorliegen.

Auf dem Rückweg tauche ich in die Namenlosigkeit der vielen Menschen ab. Habe wieder Schwierigkeiten zügig die Hauptstraße zu überqueren. Selbst im Norden hat das Wort Stau und Verkehrsbehinderung eine Bedeutung. Hätte ich dennoch die Wahl zwischen Deutschland und Norwegen, hier ist ein guter Platz für die ersten Monate.

 

1300 Ablegen nach Øksfjord.

Die Polarnacht verschluckt uns wieder. Die Fahrt geht durch den Sørøysund. Zu beiden Seiten erheben sich hohe, teils mit Gletschern bedeckte, Berge. Der Mond erhellt die Küstenlandschaft und taucht diese in ein schimmerndes Licht. Die Bergkette des Middagsfjell, mit den beiden Gletschern Svartfjelljøkulen und Øksfjordjøkulen, leuchten auf der Steuerbordseite besonders. Leider lässt sich vom fahrenden Schiff kein Bild davon machen. Die lange Belichtungszeit, das Vibrieren der Schiffsmotoren und das in Bewegung befindliche Schiff würden kein taugliches Bild hervorbringen.

 

1555 Anlegen in Øksfjord.

 

1600 Ablegen nach Skjervøy.

Der tägliche Saunabesuch liegt an.

 

1930 Anlegen in Skjervøy.

 

2000 Ablegen nach Tromsø.

 

2345 Anlegen in Tromsø.

Meine eigenartige faule Stimmung vor dem Anlegen, jegliche Bewegung für diesen Tag verstummen zu lassen, ist schlagartig verflogen. Abenteuerlust erfasst mich und ich stürzte mich in das Nachtleben von Tromsø. Realistischer Ausgedrückt, ich ziehe durch die Straßen und besuche die Plätze der Hinfahrt. Der große Schneehaufen vor der Steinsäule, zu Ehren von Richard With, ist kleiner geworden und das stilistische Flair ist verloren gegangen.

Viele Nachtschwärmer sind unterwegs. Die Clubs sind voll und überall schallt Livemusik an meine Ohren. Ich würde gern verweilen, ein Bier trinken und der fantastischen Performance eines Folkmusikers lauschen, die ich durch die Fensterscheiben beobachten kann. Aber meine finanzielle Lage erlaubt keine großen Sprünge, ebenso die kurze Zeit, ich bin ohne Uhr unterwegs. Ich ziehe weiter durch die Straßen und beobachte das Partyvolk auf ihren Wegen durch das kalte und winterliche Tromsø. Viele tragen normale leichte Innenbekleidung, nur eine dünne Jacke dient dem Schutz vor der Kälte. Abhärtung oder Gewohnheit?

 

0130 Ablegen nach Finnsnes.