Mit der M/S Lofoten an der Südwestküste

Ein Gastreisebericht von Peter Hornig. Zeitraum vom 06. Mai 2005 bis 14. Mai 2005.

Freitag 06.05.2005 2.Tag

16:00         Einchecken auf der MS Lofoten

An der Rezeption gibt es eine Isolier-Blechtasse ausgehändigt. Mit dieser kann man sich, wie ich später erfahre, jederzeit überall selbst bedienen. Es liegt auch bereits die Information mit dem Tagesprogramm aus, welche es für jeden Tag gibt. Die Kabine 305 auf Deck A (ist eigentlich Deck 3) liegt direkt neben der Rezeption. Es ist eine 1-Bett-Außenkabine ohne Dusche und WC, aber diese liegen gleich im Gang gegenüber. Die Aussicht ist wie erwartet gut, ich kann sogar das Fenster aufmachen. Danach kurzer Rundgang durch das Schiff. Es macht sofort überall einen urgemütlichen Eindruck. Alles nagelneu renoviert, überall viel Echtholz und Messing. Ein Deck höher (Salondeck) befinden sich der Eisbärensalon, das Restaurant, die Cafeteria und die achtern gelegene Bar. Darüber ist das Bootsdeck mit den Rettungsbooten und dem Sonnendeck mit einem Plexiglas-Windschutz. Ganz oben ist die Brücke. Im Gegensatz zu den neuen Schiffen ist die Außenbrücke offen. Das wird mein Lieblingsplatz. In den unteren beiden Decks B und C befinden sich die meisten Kabinen, die aber nur über ein Bullauge verfügen.

18:00         Informationsveranstaltung

Wir treffen uns alle in der Bar auf dem Salondeck. Es stellt sich heraus, dass insgesamt nur ca. 20 Passagiere an Bord sind, davon 10 Deutsche. Die anderen Passagiere sind Norweger. Zur Begrüßung gibt es ein Gläschen Wein. Die nette Reiseleiterin stellt die Crew (Offiziere) vor, danach gibt es die obligatorische Sicherheitseinweisung. Zusätzlich wird die Vorgehensweise bei der Verwendung der Tenderboote erläutert, dafür gibt es extra leichtere Schwimmwesten. Auf Nachfrage erfahre ich, dass man jederzeit alles im Schiff besichtigen kann, incl. Maschinenraum und Brücke. Auf die Brücke kann man jederzeit, wenn dort nicht gerade schwierige Manöver gefahren werden. Wir erhalten einen Bordausweis, den wir immer dann abgeben müssen, wenn wir das Schiff verlassen. So ist jederzeit bekannt, wer noch fehlt. In der Cafeteria gibt es den ganzen Tag über Kaffee, Tee und Kuchen, all inklusive. Nach der Veranstaltung wird sogleich der Tisch im Restaurant reserviert. Kaum zurück in der Kabine, ertönt das Notsignal (7 x kurz, 1x lang), also schnell die Windjacke geschnappt und hoch auf das Bootsdeck. Dort werden bereits die Schwimmwesten ausgegeben. Die Passagiere sind vollzählig, nur einige Crewmitglieder fehlen! Nun kann es also losgehen.

19:30         Ablegen

Die Maschine wird angeworfen, die Gangway mit dem Ladekran auf das Vorschiff gehievt, dann die Leinen losgeworfen. Da die MS Lofoten kein Bugstrahlruder besitzt, muss im engen Hafen mehrfach vor- und zurückgesetzt werden, bis der Bug in Richtung Hafenausfahrt zeigt. Dann volle Kraft voraus. Inzwischen ruft eine Lautsprecherdurchsage zum Abendbuffet. Dieses ist genauso reichhaltig bestückt, wie auf den großen Hurtigruteschiffen. Mehrere Sorten Fisch, Lachs, Räucherware, Krabben, Shrimps, Roastbeef, Lamm, Elch, Hirsch, Käseplatte …. Durch die geringe Anzahl der Passagiere gibt es nie Gedränge, außerdem ist für jede Mahlzeit 2 Stunden Zeit. Im Restaurant fällt auf, dass die Tische festgeschraubt sind. Auch die Stühle sind mit Ketten am Boden befestigt. Na, hoffentlich gibt es keinen Sturm!

21:00         Abendrundgang

Zum Tagesabschluss noch mal warme Klamotten an und Außenrundgang über alle Decks. Die Maschine stampft gleichmäßig vor sich hin, der Wind frischt auf. Danach mit der Blechtasse in die Cafeteria, um noch einen Tee zu trinken und dabei das Tagebuch zu schreiben. Außerdem müssen noch die Fotos des ersten Tages begutachtet werden.

22:00         Ab in die Koje

Um Mitternacht werde ich wach, da das Schiff merklich rollt und stampft. Wir haben nun eine kurze Strecke offene See vor uns. Vorsorglich sichere ich die empfindlichen Sachen gegen herunterfallen.

Samstag 07.05.2005 2.Tag

06:30         Wecken durch die Ankerkette

Als ich aus dem Fenster schaue, stelle ich fest, dass das Schiff vor Anker liegt. Deshalb war es auch für den Rest der Nacht so ruhig! Nun geht es also weiter und der Anker wird gelichtet.

07:30         Anlegen in Skudeneshavn

Schnell anziehen und hoch auf die Brücke, um beim ersten Anlegemanöver zuzusehen.

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Das Wetter ist wechselhaft, überwiegend sonnig, aber auch mal zwischendurch ein kräftiger Regenschauer. Temperatur 8 Grad.

 

07:00 – 09:00    Frühstücksbuffet

09:00 – 11:00    Stadtbummel in Skudeneshavn

Die meisten Passagiere nehmen am geführten Stadtrundgang teil, ich mache mich alleine auf die Socken. Wir liegen direkt am Fähranleger, wo ich in 2002 vergeblich auf die Fähre nach Stavanger gewartet hatte. Um 09:12 Uhr läuft die Fähre ein und legt neben uns an. Den besten Überblick hat man von einem kleinen Hügel aus. Nach Westen offene See, südwärts der Boknafjord.

11:00         Ablegen

Nun fahren wir durch den Boknafjord und nehmen Kurs Südost.

12:30         Ankern vor der Insel Mosteroy

In einer windgeschützten Bucht fallen die beiden Anker. An der Backbordseite wird die Gangway montiert, gleichzeitig werden die beiden Tenderboote Typ „Polar Circel“ vom Vorschiff aus mit dem Ladekran ausgesetzt. Die Passagiere kämpfen mit den Schwimmwesten, dann kann es endlich losgehen. Je 8 Passagiere steigen in ein Boot, dann geht es in langsamer Fahrt zum Anleger eines Hotels auf der Insel. Nachdem alle an Land sind, gehen wir ca. 30 Minuten zum Kloster Utstein. Auf den Wiesen ringsherum weiden viele Schafe.

Es ist warm und sonnig, ca. 15 Grad.  

13:00         Führung durch das Kloster Utstein

Hier residierte im 9 Jahrhundert König Harald Schönhaar, später wurde durch Benediktiner das Kloster errichtet. Nach der Besichtigung Wanderung zurück zum Anleger und Einschiffen mit den Tenderbooten auf die MS Lofoten.

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14:00 – 15:30    Mittagessen, heute mal etwas später

Wieder Buffet, mittags werden 3 warme Menüs geboten. Es gibt eine üppig bestückte Vorspeisenplatte und zum Abschluss Bananenpudding.

16:00 – 18:00    Lysefjord

Inzwischen sind wir an Stavanger vorbei in den Høgsfjord gedampft, nun biegen wir links ab in den Lysefjord, den zu Beginn eine Hängebrücke quert. Kurz danach winken uns 3 Kinder von einem Motorboot aus zu. Die Landschaft ist fantastisch, fast senkrecht aufsteigende Berge rechts und links. Ich verfolge das Szenario von der Außenbrücke aus. Um 16:38 überholt uns plötzlich unser Hochgeschwindigkeits-Rettungsboot, das zu einer Übung während der Fahrt ausgesetzt wurde. Dummerweise streikt beim Einholen die Hydraulik, so dass das Boot vorerst draußen bleiben muss, währen die Hydraulik repariert wird. Um 16:40 passieren wir den Aussichtspunkt Preikestolen, der backbordseitig in 600m Höhe über dem Fjord liegt. Doch der Fjord ist noch lang! Wir fahren bis zum Ende des Fjordes, und wenden dort um  18:00. Inzwischen ist die Hydraulik repariert und das Rettungsboot kann wieder eingeholt werden.

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Das Wetter ist wechselhaft, ab und zu ein Regenschauer, dann wieder sonnig, ca. 14 Grad.  

18:30         Abendessen

Während der Fahrt nach Stavanger wird das Abendessen eingenommen, auch hier gibt es wieder ein Buffet.

20:00         Info-Veranstaltung in der Bar

Das Infoblatt für den 3. Tag wird verteilt. Außerdem erfahren wir, dass in Haugesund am nächsten Tag außerplanmäßig eine Stadtrundfahrt mit den Tenderbooten angeboten wird. Super!

21:00         Festmachen in Stavanger

Also wieder schnell hoch auf die Brücke.

Beim Anlaufen kalter Wind und ein kurzer Regenschauer.

Wir legen direkt im alten Hafen Vægen an. Noch mal kurz an Land für einen kleinen Hafenbummel. Dann zurück an Bord, zum Tagesabschluss Tea-Time.

Sonntag 08.05.2005 3.Tag

07:00         Aufstehen

Da wir am Pier gelegen haben, war es eine ruhige Nacht ohne Störungen. Nun scheint aber die Sonne zum Fenster rein und es heißt aufstehen. Es ist ideales Licht für einige Fotos, spiegelglattes Wasser, klare Luft. Schnell rein in die Klamotten, Bordausweis abgeben und die Gangway runter zum Knipsen. Direkt nebenan hat die MS Prinsesse Ragnhild der Color-Line festgemacht, die nun die Linie Hirtshals - Stavanger - Bergen fährt. Ich mache einige Bilder vom alten Hafen und der Altstadt.

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Sonnig, windstill, 8 Grad.

07:00 – 09:00    Frühstück

09:40 – 11:30    Besichtigung Norwegisches Erdölmuseum

Nach einem kurzen Spaziergang erreichen wir das Museum. Dieses wurde erst 1999 eröffnet und bietet umfangreiche Informationen über die Entstehung, Förderung und Nutzung der norwegischen Ölvorkommen. Es sind viele originale Ausrüstungsgegenstände ausgestellt, z.B. Rollmeißel und Tauchausrüstungen

12:00         Ablegen

Im Hafen viel Schiffsverkehr. Kurz nach dem Ablegen passieren wir das maritime Sicherheitscenter, dort werden die Besatzungen der Ölförderplattformen geschult. Der weitere Kurs führt durch den Karmsund, wo Norwegens größte Aluminiumhütte steht, Richtung Nord.

13:00 – 14:30    Ausgiebiges Mittagsbuffet

14:45         Anlegen in Haugesund

Kurz zuvor passieren wir die Haugesundbrücke und eine Werft, vor der eine Ölförderplattform liegt. Das Anlegen gestaltet sich schwierig, da ein scharfer Wind aus Richtung Atlantik bläst, der uns vom Pier wegdrückt.

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15:00 – 16:00    Besichtigung der Stadt Haugesund

Wahlweise können wir die Stadt zu Fuß oder mit dem Tenderboot besichtigen. Die meisten entscheiden sich natürlich für das Boot. Ruck-Zuck sind die Schwimmwesten übergestreift und die zwei Boote ausgesetzt. Nun können die zum ersten Mal zeigen, was in Ihnen steckt. Bei Vollgas mit dem 80 PS Yamaha Außenborder düsen wir vom Anleger in Richtung Innenhafen. Teilweise hüpfen wir über die hohen Wellen, die vom Atlantik hereinkommen, und bekommen eine kleine Dusche vom Meerwasser ab. Dann geht es gemächlich (Geschwindigkeits-Begrenzung!) durch den Fischer- und Yachthafen.

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16:30         Ablegen

Wir folgen der Küste weiter nach Norden. Für Kurze Zeit schaukelt es ein wenig, aber dann fahren wir schon in den geschützten Bømlafjord ein.

Der Wind hat weiter aufgefrischt, Windstärke ca. 4-5, sonnig.  

17:45         Info-Veranstaltung in der Bar

Heute mal etwas früher

18:15 – 19:30    Abendbuffet

Direkt aus der Bar ins Restaurant, zum Umziehen ist keine Zeit.

20:00         Ankern vor Rosendal

Nach der Fahrt durch Klosterfjord, Husnesfjord und Kvinnheradsfjord erreichen wir Rosendal, wo wir wieder mal ankern.

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Inzwischen wieder windstill und sonnig.

Routiniert booten wir aus und legen auf dem Bootssteg die Schwimmwesten ab. Zu Fuß wandern wir ca. 2 km bergauf zur Baronie.

20:30 – 22:15    Besichtigung der Baronie Rosendal

Das Schloss wurde 1658 von Karen Mowat und Ludwig Rosenkranz gebaut, die das Gut Hatteberg als Hochzeitsgeschenk erhielten. 1678 wurde das Schloss von König Christian V zur Baronie erhoben. Da es keine Erben gab, ist die Baronie heute im Besitz der Universität Oslo. Im ehemaligen Weinkeller wird eine Sonderausstellung mit Fundstücken aus der Wikingerzeit gezeigt, diese besichtigen wir zuerst. Danach folgte eine ausführliche Führung durch alle Räume des Schlosses. Besonders erwähnenswert ist die umfangreiche Bibliothek. Kurz nach Sonnenuntergang kehren wir zurück zur MS Lofoten. Zum Spaß umrundet unser Bootsführer noch mal mit Vollgas die MS Lofoten, um dann die Gangway anzusteuern. Allerdings hat er nicht die eigenen Wellen bedacht, die uns kurz darauf einholen und das Boot mächtig zum Schaukeln bringen. Glücklicherweise hat niemand die Finger zwischen Bordwand und Tenderboot.

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23:00         Teatime

Und dann ab in die Koje.

24:00         Anker lichten

Um Mitternacht beginnt die ruhige Fahrt zurück nach Bergen

Montag 09.05.2005 4.Tag

05:30         Anlegen in Bergen

Die MS Lofoten legt vorsichtig wieder am Mynkebryggen an, ohne dass jemand der Passagiere etwas davon bemerkt.

07:15         Aufstehen

Als ich die Vorhänge öffne, sehe ich die Sonne hinter dem Floyen aufgehen. Gegenüber hat der Fischmarkt bereits geöffnet.

07:00 - 09:00     Frühstück

08:15 – 10:15    Besichtigung von Bergen

Da wieder super Wetter ist, verzichte ich auf die Führung durch Gamle Bryggen und wandere auf den 300 m hohen Floyen. Fantastische Aussicht von oben auf die gesamte Stadt. Leider kann ich nur 15 Minuten verweilen, sonst komme ich nicht rechtzeitig zum Schiff.

10:30         Ablegen

Anschließend Fahrt durch den Hjettefjord nordwärts.

Spiegelglatte See, sonnig, 18 Grad.

Ich erkundige mich bei der Rezeption, ob wir heute einem anderen Südgehenden Hurtigrutenschiff begegnen, aber dort ist nichts bekannt. Auch in der Tagesinformation steht nichts darüber drin. Also hoch auf die Brücke, wo der Steuermann sogleich die Reederei anruft. Ergebnis: Richtig, zwischen 12:00 und 13:00 müsste uns die MS Midnatsol begegnen. Das finde ich toll! Die MS Midnatsol ist das neueste und größte Hurtigrutenschiff mit 15000 t und für maximal 1000 Passagiere.

12:00         Info-Veranstaltung

Diese findet dieses Mal wegen schönem Wetter auf dem Sonnendeck statt.

12:20         Begegnung mit der MS Midnatsol

Jetzt müsste doch irgendwann die MS Midnatsol kommen!

Schnell runter in die Kabine, das große Badehandtuch holen, dann wieder rauf auf die Brücke. Richtig! Da kommt sie. Beide Schiffe haben extra einen kleinen Umweg gemacht und fahren direkt aufeinander zu. Die anderen Passagiere bemerken nichts, bis plötzlich das Signalhorn tutet und die Midnatsol uns dicht an backbord passiert. Die MS Lofoten tutet zurück und ich winke mit dem Badehandtuch. Von der Midnatsol winken einige zurück, so wie das bei der Hurtigrute üblich ist.

13:00 – 14:30    Mittagsbuffet

Während des Essens fahren wir ganz langsam durch den Schärengarten zur Einfahrt in den Sognefjord. Dieser ist mit über 200 km Länge der größte Fjord Norwegens.

15:45 – 17:00    Zwischenstopp in Lavik

Während des Anlegemanövers begrüßt uns eine Schüler-Musikkapelle. Es gibt auch einen kleinen Markt mit regionalen Produkten. Nebenan ist der stark frequentierte Fähranleger für die Verbindung nach Ytre.

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Leider gibt es einen kurzen Regenschauer, also zurück aufs Schiff.

Weiter geht es nun Richtung Osten. In der Cafeteria steht ein Waffeleisen, um sich selbst Waffeln zu backen, dazu Preiselbeeren und Blaubeermarmelade. Nach dem Ablegen erkunde ich mal die Sicherheitseinrichtungen auf den beiden unteren Decks. Alles ist tadellos, die Sicherheitspläne und Zertifikate wurden am 14.09.2004 ausgestellt. Alle ausgeschilderten Rettungswege sind frei zugänglich. Zusätzlich zu den 2 Haupttreppen gibt es viele weitere Schächte mit Leitern hoch zum Bootsdeck.

18:00 – 19:30    Abendbuffet

Es gibt Elchgulasch mit Preiselbeeren und geräucherte Rentierkeule.

20:00         Wir erreichen Balestrand

Sofort nach dem Anlegen beginnt die Stadtführung. Zuerst sehen wir uns (leider nur von außen) das Kvikne´s Hotel an, Nordeuropas größtes Holzgebäude. Dahinter steht allerdings ein Betonklotz aus den 80er Jahren als Erweiterung. Unterdessen muss die MS Lofoten kurz ablegen, um dem Expressboot nach Bergen Platz zu machen. Danach wollen wir in die St. Olavs Kirche, doch da ist noch die Norwegische Gruppe drin. Uns scheint, die wollen dort übernachten! Diese Kirche wurde eigens für englische Touristen erbaut, im Sommer finden dort regelmäßig englischsprachige Gottesdienste statt.

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Die Sonne ist untergegangen, es weht ein kühler Gletscherwind vom Jostedalsbreen, uns fröstelt.

Also gehen wir weiter zu den Wikinger-Grabhügeln, die sich ca. 1 km entfernt am Ortsrand befinden. Schließlich soll es noch im Aquarium einen Film zu sehen geben, aber die meisten Teilnehmer der Gruppe (auch ich) haben sich inzwischen aus dem Staub gemacht und sind auf die MS Lofoten zurückgekehrt. Die Führung war wohl doch etwas zu ausführlich.

21:30         Wasser-Bullriding

Bei meiner Rückkehr zur MS Lofoten kommen mir vor der Rezeption 2 Gestalten in Überlebens-Neoprenanzügen entgegen, die kurz danach vom Schiff in den kalten Fjord springen. Danach reiten die Beiden auf einem vom Tenderboot gezogenen Gummireifen mit Vollgas über die Wellen. Zuerst dachte ich an eine weitere Rettungsübung, aber das muss eine neue Fun - Sportart sein.

22:00         Zum Ausklang noch einen heißen Kaffee

Dann unter die heiße Dusche zum Aufwärmen und ab in die Koje. Die MS Lofoten bleibt die Nacht über am Pier in Balestrand liegen, deshalb wieder mal eine ruhige Nacht.

Dienstag 10.05.2005 5.Tag

06:00         Ablegen

Früh morgens legen wir in Balestrand ab, aus meiner Kabine schieße ich schnell noch ein Foto vom Holzhotel bei Sonnenaufgang. Dann noch mal kurz in die Koje, aber an Schlaf ist nicht mehr zu denken, es folgt schließlich der schönste Tag auf der ganzen Route.

07:00         Frühstück

Heute sind wieder mal alle früh auf den Beinen

07:30         Ankern vor Mundal im Fjærlandsfjord

08:00         Ausbooten und Exkursion zum Gletschermuseum Fjærland

Über den smaragdgrünen Fjord booten wir aus und landen in Mundal an. Über dem Gletscher des Jostedalsbreen geht die Sonne auf und verstärkt noch die Grünfärbung, die von Algen verursacht wird. Auf dem Parkplatz wartet schon ein Reisebus, mit dem wir am Fjord entlang zum Gletschermuseum Fjærland fahren. Im Museum sehen wir zuerst den simultan auf 5 Leinwänden projizierten Film über den Jostedalsbreen Nationalpark. Dann ist ausreichend Zeit für die Besichtigung des Museums und zahlreichen Experimenten mit Original-Gletschereis.

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10:00         Fahrt zum Gletscher

Anschließend fahren wir das Seitental hinauf und so nah wie möglich an die Gletscherzunge heran. Hier oben liegt noch ca. 50 cm Schnee! Also zu Fuß weiter ran, bis die Zeit zur Umkehr nötigt. Auf dem Rückweg wird auf Wunsch noch ein kurzer Fotostopp eingelegt. Schließlich fahren wir zurück nach Mundal und setzen mit den Tenderbooten auf die MS Lofoten über.

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10:45         Anker lichten

Bei schönstem Wetter fahren wir den Lærdalsfjord zurück, um bei Balestrand wieder in den Sognefjord zu gelangen. Dann geht es an Vangsness vorbei wieder ostwärts, um schließlich in den Aurlandsfjord nach Süden einzubiegen.

12:00         Mittagessen

13:10         Einfahrt in den Næroyfjord

Nun wird es eng! Rechts und Links steil aufragende Felswände. Rechts stürzt ein Wasserfall bis direkt in den Fjord. Kurz darauf liegt linker Hand die Siedlung Styvi, die nur mit dem Schiff zu erreichen ist. Erst der nächste Ort am rechten Ufer, Bakka, hat wieder Straßenverbindung.

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14:00         Wendemanöver bei Gudvangen

Es ist 15° warm und sonnig

Hier geht es nun endgültig nicht weiter. Vorsichtig wendet das Schiff um wieder zum Aurlandsfjord zurückzufahren und diesem weiter nach Süden zu folgen.

16:00         Ankunft in Flåm

Wir legen am Hauptpier direkt vor dem Bahnhof der Flåmbahn an. Außer uns ist glücklicherweise kein Schiff hier. In der Hauptsaison legen hier auch die größten Kreuzfahrtschiffe an und es wimmelt nur so vor Menschen. Eigentlich wollte ich mir ein Fahrrad ausleihen, aber der Verleih hat bereits pünktlich um 16:00 Uhr geschlossen. Also beschließe ich, eine Wanderung das Tal hinauf zu unternehmen. Doch zuerst nutze ich die Gelegenheit, das Flåmbahnmuseum zu besichtigen. Die Bahn ist eine Zweigstrecke der Bergenbahn und war früher wichtig, um den Sognefjord zu versorgen. Dann wandere ich ca. 4 km im Tal hinauf, immer an der Bahn lang. An einem Bahnübergang passe ich den Zug ab, in dem die anderen Passagiere der MS Lofoten unterwegs nach Myrdal sind. Auf dem Rückweg wird es mir fast zu warm!

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20:00         Abendessen

Da heute ausreichend Zeit ist, und wir die Nacht über hier am Pier liegen bleiben, gibt es ein 3 Gänge-Menü (Lammfilet).

21:15         Quiz-Time in der Bar

Anstatt der Info-Veranstaltung wird heute ein Quiz veranstaltet, es sind 20 Fragen rund um Norwegen zu beantworten. Leider hat unsere Gruppe einige Defizite im Bereich Geschichte. Die Norweger gewinnen (einige kommen aus Bergen, das ist ja auch unfair).

22:15         Abendspaziergang

Kurz nach Sonnenuntergang schieße ich noch einige Nachtaufnahmen von der MS Lofoten.

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Mittwoch 11.05.2005 6.Tag

07:00         Aufstehen

Wieder mal hält mich nichts mehr in der Koje. Der Fjord ist spiegelglatt, gleich kommt die Sonne hinter dem Berg hervor. Noch vor dem Frühstück gehe ich zur gegenüberliegenden Seite des Fjordes, um Fotos zu schießen.

08:00         Frühstück

Währenddessen legen wir auch schon ab.

08:30         Besichtigung Maschinenraum

Am Tag zuvor hatte ich den Termin vereinbart. Kurz nach dem Ablegen treffe ich den Chefingenieur am Eingang zum Maschinenraum. Über einige steile Treppen (eher Leitern) geht es runter zur Hauptmaschine. Es ist so laut, dass man sich nur durch Zeichen und anbrüllen verständigen kann (ich hatte mir vorsorglich Gehörschutzkapseln mitgenommen). Die Hauptmaschine, Typ Aker B&W Baunummer 273, 7-Zyl. Turbodiesel, Baujahr 1963, hat eine Leistung von 3600 PS. Die Drehzahl beträgt gerade mal 210 1/min. Die offen liegenden Kipphebel für die Ventilsteuerung sehen sehr interessant aus. Vor der Hauptmaschine stehen die drei Stromaggregate, davon sind 2 noch Original Typ Conz, der dritte wurde in 2003 gegen einen Volvo-Penta mit 560 kW Leistung ausgetauscht. Auch das Notstromaggregat auf dem Bootsdeck ist neu. Daneben gibt es diverse Hilfsaggregate, Zentrifugen zur Motorölaufbereitung, Kompressoren für die Druckluft zum Starten der Hauptmaschine und Heizkessel. Achtern gibt es eine gut ausgestattete Werkstatt für kleinere Reparaturen. Zum Abschluss sehe ich mir noch die Antriebswelle mit dem Getriebe für den Verstellpropeller an. Alles ist pikobello sauber und gepflegt. Auf einmal klingelt der Maschinentelegraf und die Maschine wird gestoppt. Nun aber schnell hoch, wir werfen bereits wieder Anker.

09:00         Ankern vor Undredal

Wir liegen direkt vor dem kleinen Ort Undredal vor Anker. Nach kurzer Vorbereitungszeit geht es wieder mal mit dem Tenderboot an Land. Mangels Steg landen wir direkt am steinigen Ufer an, wo ein Norweger vor einem Bootsschuppen Brennholz hackt. Es folgt die Besichtigung der kleinsten Holzkirche Skandinaviens von 1147, die immer noch genutzt wird. Berühmt ist Undredal für den Ziegenkäse. Danach ist Gelegenheit, den Ort auf eigene Faust zu erkunden. Die Tenderboote verkehren im Pendeldienst zur MS Lofoten. 

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11:30 – 13:00    Barbecue auf dem Sonnen- und Achterdeck

Heute gibt´s mal kein Mittagsbuffet, sondern es wird gegrillt. Ein großer Holzkohlegrill ist bereits auf dem Bootsdeck eingeheizt. Gegessen wird auf dem Achterdeck. Es gibt beispielsweise Garnelenspieße, gegrillten Fisch, Steaks, Würstchen, Schnitzel ... Dazu diverse Salate und Limonaden. Als die Sonne hinter einem Berg verschwindet, werden kurz die Anker gelichtet, um 200m zu versetzen.

Es ist sommerlich warm und sonnig.

Um 12:30 wird dann die Maschine wieder angeworfen, wir fahren Kurs Nord.

13:30 – 14:30    Abstecher nach Sogndal

Da Zeit genug ist, macht die MS Lofoten noch kurz einen Abstecher bis nach Sogndal. Hier hatte ich in 2003 auf meiner KFZ Norwegenrundreise eine Hütte gemietet. Danach geht der Kurs wieder nach Westen, Richtung Küste.

Neuheit auf der MS Lofoten. Nun können sich alle Passagiere jederzeit über die aktuelle Position, Kurs und Geschwindigkeit informieren, denn vor dem Panoramasalon wurde ein Flachbildschirm installiert, der an das Navigationssystem angeschlossen ist. Für 2 Tage war hier Baustelle, bis die Kabel vom Computer zum Bildschirm und zum GPS-Empfänger verlegt waren.

16:15         Finnafjord

Der Finnafjord ist ein kleiner südlicher Seitenarm des Sognefjordes. Erneut werden die Anker geworfen.

Die Bewölkung nimmt mehr und mehr zu, aber es gibt noch sonnige Abschnitte.

Wir landen mit den Tenderbooten an und gehen ca. 10 Minuten bis zur Ziegenfarm. In einen urgemütlichen Raum mit offenem Kamin und Holztisch verkosten wir den dort erzeugten, braunen Ziegenkäse, der auf frisch gebackene Waffeln gestrichen ist. Schmeckt wirklich gut! Wir erfahren, dass nur für den Eigenbedarf und Tagesgäste der Käse hier produziert wird, die meiste Milch wird 3-mal pro Woche per Schiff abgeholt. Eine Straße gibt es nicht. Auch die Kinder müssen mit dem Boot in die Schule auf der anderen Fjordseite gebracht werden. Zum Schluss sehen wir uns noch die alte Schule an, die nicht mehr genutzt wird. Früher haben mal mehr als 100 Personen in diesem Tal gelebt, nun ist es nur noch 1 Familie.

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17:15 – 18:15    Zurück zum Schiff mit Umwegen

Wassereinbruch im Tenderboot! Beim Einsteigen ins Tenderboot ist dieses vorne zu hoch auf den Steg aufgefahren, so dass hinten das Wasser über die Blicht hineinläuft. Schnell steht es 15 cm hoch im Boot, glücklicherweise habe ich die wasserdichten Wanderschuhe an. Das Boot legt ab, der Steuermann gibt einmal kurz Vollgas und öffnet die Selbstlenzventile. Daraufhin bäumt sich das Boot vorne auf und nach kurzer Zeit ist das Wasser wieder raus. Dann fahren wir auf direktem Weg zur MS Lofoten. Doch die Passagiere wollen noch nicht aussteigen, sondern noch ein wenig Tenderboot fahren, wie es die Reiseleiterin versprochen hat!

Nachdem er es begriffen hat, düsen wir noch mal mit Vollgas bis zum Ende des Finnafjords und zurück.

Inzwischen gibt es einige kleinere Regenschauer, aber wir sind alle wetterfest ausgerüstet.

Zwischenzeitlich wurden bei einer Rettungsübung auf der MS Lofoten die drei großen Rettungsboote zu Wasser gelassen und getestet.

19:30         Abendmenü

Auch heute gibt es wider ein 3-Gänge-Menü (Fisch).

21:00         Info-Veranstaltung in der Bar

21:20         Tea-Time

Zum Tagesausklang genehmige ich mir wie immer einige Tässchen Tee in der Cafeteria, schreibe Tagebuch und sortiere die Fotos. Dann ab in die Koje.

23:00         Anker lichten

Weiter geht es Richtung offene See. Nachts gegen 03:00 Uhr wache ich auf, da der Wecker vom Tisch gefallen ist. Das Schiff stampft und schaukelt, draußen sieht man weiße Schaumkronen. Schnell die anderen losen Sachen in den Schrank legen, bevor die auch noch runterfallen! Aber nach einer Stunde wird es wieder ruhiger, da wir in einen Sund einfahren.

Donnerstag 12.05.2005 7.Tag

07:00         Aufstehen, Frühstück

Bewölkt mit einzelnen Regenschauer, 8°.

08:00         Wir ankern vor Selje

Gleich danach ausbooten mit den Tenderbooten.

08:30         Ausflug zum Westkap

Der Bus wartet bereits direkt am Bootssteg, es sieht etwas seltsam aus, wie wir mit den Schwimmwesten einsteigen. Gleich hinter Selje beginnt eine steile Pass-Straße mit engen Kurven, die über den Sandvikseidet und dann wieder hinunter nach Sandvik führt. Dann geht es an der Küste entlang nach Leikanger, von dort aus über einen weiteren Pass Richtung Ervika. In Ferstad biegen wir rechts ab, um steil bergauf zum Westkap hochzufahren. Der Reiseleiter erzählt, dass hier bei Sturm schon Busse von der Straße geweht wurden. Kurz vor dem Ziel fahren wir in eine Nebelwand hinein und bei Ankunft auf dem 497m hohen Westkap ist kaum Sicht. Wir sind die einzigen und ersten Gäste in diesem Jahr, das Touristencenter ist noch geschlossen. 09:35 Uhr, nach dem Aussteigen bläst uns der stürmische Wind bei 2° um die Ohren. Doch dann reißt der Nebel für kurze Zeit auf, und tief unten ist die Küste mit starker Brandung zu sehen. 10:00 Uhr, zum Abschluss folgt dann sogar noch ein Schneeschauer, schnell wieder in den geheizten Bus zurück.

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Nun fahren wir wieder hinunter nach Ferstad und von dort aus nach Ervika. 10:15 - 10:35 Uhr, hier besichtigen wir die St. Svithun - Kapelle, die nach einem durch einen Bombenangriff gesunkenen Hurtigruteschiff benannt ist. Vor der Kapelle liegt ein Anker der DS Sanct Svithun. Hinter der Kapelle, direkt am Strand, befindet sich die Bestattungsstätte Erviksanden.

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11:00 Uhr, auf dem Rückweg legen wir noch eine Rast am Olavskreuz ein, hier bekehrte Olav Trygvasson die Bevölkerung von 4 Regionen zum Christentum. Hier wurden früher die Wikingerschiffe über die Anhöhe Dragseidet gezogen, um die Fahrt ums stürmische Westkap zu vermeiden. Schließlich fahren wir dieselbe Strecke über Leikanger und Sandvik zurück nach Selje.

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12:00         Anker lichten

Bewölkt mit einzelnen Regenschauer, 12°.

Durch den Ulvesund, über Måløy und Florø fahren wir auf dem Kurs der Hurtigrute gen Süden.

13:00-14:30       Mittagessen

17:00         Gelegenheit zum Hochseeangeln

Es folgt ein Stück offene See, wer Lust hat, kann sich eine Angel nehmen und fischen. Der Koch stellt eine große Plastikwanne raus, aber es wird nur ein einziger Rotbarsch gefangen. Hoffentlich müssen wir nun nicht verhungern!

Inzwischen wieder überwiegend sonnig, Windstärke 3-4.

18:00         Anlegen in Bulandet

Die Einfahrt in den kleinen Fischerhafen der Inselgruppe ist nicht einfach, überall sind Riffe und Untiefen.

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18:00 – 19:45    Erkundung der Inselgruppe

Wir wollen das kleine Museum besichtigen, dorthin kann man wahlweise zu Fuß oder mit dem Tenderboot gelangen. Ist doch klar, dass wieder fast alle das Tenderboot nehmen. Viele der Sunde zwischen den Inselchen wurden zugeschüttet, um dort Straßen zu bauen. Deshalb müssen wir mit dem Boot große Umwege fahren. Die Fußgänger sind fast zeitgleich am Ziel. Im Museum geht es hauptsächlich um Fischerei, es gibt aber auch eine Ausstellung mit Hochzeitstrachten.

20:15         Captain´s Dinner

Da heute (leider) der letzte Abend an Bord ist, holen alle ihre besten Klamotten aus dem Koffer und machen sich fein. Die Offiziere marschieren auf, und bedanken sich mit einem Gläschen Wein. Dann wird noch die gesamte Küchencrew vorgestellt, die bisher nur im Hintergrund gearbeitet hat. Das 3-Gänge-Menü ist wieder hervorragend, es gibt Hirschfilet. Den Abschluss bildet traumschiffmäßig eine Wunderkerzenparade beim Servieren der Desserts.

21:30         Verdauungsspaziergang

Nach dem Essen tut es gut, dass man sich noch mal die Beine vertreten kann. Von einer Brücke aus gibt es einen schönen Sonnenuntergang zu sehen (und knipsen).

22:00 – 23:00    Bordmusik in der Bar

Den Abschluss des Abends bildet ein nettes Beisammensein der Passagiere und der Besatzung in der Bar. Der Purser, der Küchenlehrling und die zweite Reiseleiterin geben ein Konzert (Gitarre, Mundharmonika, Gesang). Die könnten damit glatt vor größerem Publikum auftreten!

23:30         Ab in die Koje

Es wird eine ruhige Nacht, da wir im Hafen liegen bleiben.

Freitag 13.05.2005 8.Tag

05:30         Ablegen in Bulandet

Das Ablegemanöver ist zwar kaum zu spüren, aber wenn man schon mal wach ist…

07:00         Angeln

Erstaunlicherweise sind doch schon viele auf den Beinen! Die Angeln sind ausgeworfen, aber gefangen wird wieder kaum was.

07:30 – 10:30    Brunch

Da wir heute Mittag in Bergen einlaufen, und es deshalb kein Mittagessen mehr gibt, kann ausgiebig gefrühstückt werden. Danach heißt es Koffer packen, denn die Kabinen sollen bis 10:00 Uhr geräumt werden. Die Klamotten sind schnell gepackt, das Wetter ist super, also schnell hoch auf die Brücke, um die letzten Seemeilen zu genießen. Kurz vor dem Einlaufen in Bergen darf ich sogar mal kurz ans Ruder. Dieses wir normalerweise nicht benutzt, denn das Schiff wurde mit der modernsten GPS-Navigationstechnik und Autopilot nachgerüstet. Nur beim Manövrieren im Hafen wird noch manuell gesteuert.

12:00         Einlaufen in Bergen

Sonnig, fast wolkenlos, 17°.

Die meisten Passagiere haben noch heute den Rückflug nach Deutschland gebucht. Ich freue mich auf einen weiteren Tag.  

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12:15         Einchecken im Hotel Neptun

Das Hotel ist nur 5 Minuten vom Pier entfernt. Schnell den Koffer ins Zimmer gestellt und gleich wieder raus, ich habe noch viel vor heute.

12:30         Floyenbahn

Dieses Mal nehme ich ausnahmsweise mal die Standseilbahn. Ich treffe dort noch ...  und ... , die erst am Abend zurückfliegen. Zusammen spazieren wir hinunter nach Bryggen. Dank der guten Aussicht sieht man das Hurtigruteschiff MS Richard With einlaufen.

14:00         Besichtigung Dampfschiff Oster

Direkt am Fischmarkt besichtige ich das Dampfschiff Oster.

15:00         Hurtigrutenterminal

Das neue Terminal von Hurtigrute und ColorLine wurde erst im März 2005 eröffnet. Davor hat kurz zuvor die MS Richard With angelegt: Da ich im Terminal an 3 „Wachposten“ vorbei muss, ist es etwas schwierig, an Bord zu kommen. Doch nachdem ich deutlich mache, dass ich Stammkunde auf der Hurtigrute bin, darf ich endlich mit Gästeausweis an Bord. Die MS Richard With hat 12000 Bruttoregistertonnen und ist für 800 Passagiere ausgelegt, die Bauart entspricht der MS Polarlys. Nachdem ich direkt von der MS Lofoten komme, erscheint mir dieses Schiff riesig und nicht so gemütlich.

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16:00         Stadtbummel

Nach einer Rast auf dem Aussichtspunkt Fedriksberg, bummele ich noch mal zum Fischmarkt und erkunde, wo der Bus zum Flughafen morgen früh abfährt.

19:00         Ablegen MS Lofoten

Schließlich sehe ich noch zu, wie die MS Lofoten zur nächsten Tour ablegt und gehe dann zurück zum Hotel.