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21 Tage zw. Bergen und Kirkenes mit dem Hurtigrutepass (März/April 2005)

Freitag, der 18. März 2005 - Ålesund - Molde - Kristiansund (auf Hurtigrute M/S Narvik)

0800 – Nachtruhe beendet und Frühstück in Jugendherberge
0915 - Stadtrundgang

Zuerst gehe ich zum Fährhafen und nutze die Schließfächer für mein Gepäck. Heute Morgen möchte ich den Südteil der Stadt erkunden. Bereits gestern hatte ich ein Antiquariat entdeckt, das leider schon geschlossen hatte. Pünktlich 1000 Uhr stehe ich davor. Im Schaufenster erkenne ich viele Bücher.

1130 bis 1230 - Einlauf der M/S Narvik

Am Kai warten schon einige Leute. Ich geselle mich dazu. Ausgerüstet mit Stativ und Fotoapparat möchte ich den Einlauf des Schiffes dokumentieren. Pünktlich 1200 Uhr liegt das Schiff fest am Kai. Viele Distanzpassagiere verlassen das Schiff der mittleren Generation.

1230 bis 1400 - Aussichtspunkt Aksla

Das Beste habe ich für den Schluss aufgehoben. Der Blick vom berühmten Aussichtspunkt der Stadt, der in jedem Touristenführer von Norwegen zufinden ist. Der Weg ist der Jahreszeit entsprechend in einem schlechten Zustand. Schnee und festgetretene Eisflächen machen den Aufstieg nicht ungefährlich.

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1420 - Einchecken M/S Narvik

Ich bekomme eine Kabine der Kategorie I2 für 210 Kronen. 

1500 - Abfahrt nach Molde

Auf der See weht ein scharfer Wind. Die Temperaturen, die leicht über 0°C liegen, werden in tief kalte Werte gedrückt. Die landschaftlichen Reize lassen das ganze vergessen. Im ersten Drittel der Fahrt zeigt sich die Küste sehr kompakt. Mit jedem Meter, die sich die M/S Narvik in nordöstliche Richtung bewegt, zieht sich die kompakte Landmasse auseinander. Einer Bernsteinkette gleichend, reihen sich auf der Steuerbordseite des Schiffes die Inseln Valderøy, Vigra, Lepsøy, Haramsøy, Flemsøy, Fjørtoft und Harøy aneinander. Jede hat ihr eigenes Profil.

1730 - Ankunft Molde

87 Gipfel des Romdalsmassivs sollen von Molde aus sichtbar sein. Das habe ich oft gelesen, aber nie gesehen. Bisher bin ich immer nur bei Dunkelheit in der Stadt der Rosen gewesen. Heute ist Premiere, der Himmel ist fast wolkenlos und die Sicht nach Süden ist frei. Ich sehe die aneinander gereihte Gipfelkette im untergehenden Licht der Sonne.

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1830 - Abfahrt nach Kristiansund

Die Nacht senkt sich. An der Ostspitze der Insel Gossen treffen wir das südgehende Hurtigruteschiff, heute die M/S Richard With. Die Fahrt wird zusehends unruhiger. Die M/S Narvik befindet sich auf der Hustadvika, der zweiten offenen Seestrecke auf dem Weg nach Norden. Leicht taumelnd bewegen sich viele Passagiere.

2210 - Ankunft Kristiansund

Sehr einsam steht die Stadt mit einer Animierung der Rundreisetouristen dar. Ein Schild am Terminal zeigt Kurzwanderungen, die innerhalb der Liegezeit zum Erkunden der Stadt möglich sind. Mein Bewegungsradius ist deutlich kleiner. Ich erkunde nur kurz den unmittelbaren Bereich am Hafen. Der richtige Besuch ist Morgen Nachmittag geplant.

Samstag, der 19. März 2005 - Trondheim - Kristiansund (auf Hurtigrute M/S Trollfjord)

0600 – Nachtruhe beendet

Eine erholsame Nacht an Bord der M/S Narvik und meine erste feste Kabine seit Urlaubsbeginn. Der erste Weg führt mich auf Außendeck. Liegt die M/S Trollfjord schon am Kai. Eine Reise im Winter hält viele Überraschungen bereit. Das Schiff läuft gerade ein. Ich gehe zurück in die Kabine und packe meine Sachen. Eile ist nicht geboten. Liegen doch beide Schiffe einige Stunden am Kai.

0700 - Einchecken auf M/S Trollfjord

Mit dem öffnen der Passagierrampe gehe ich an Bord. Für dieses Teilstück nutze ich keine Kabine. Mein Rucksack verliert sich im noch recht leeren Raum für das Reisegepäck der Distanzpassagiere. Es folgt das Frühstücksbuffet an Bord, bevor ein kurzer Stadtrundgang mein Seenomadenleben unterbricht. Eine Stunde vor Abfahrt gehe ich noch einmal auf die M/S Narvik und fotografiere das südgehende Schiff. In diesem Moment wird mir klar, das der Auslauf der M/S Trollfjord eine Fortsetzungsreihe der Fotos vom März 2004 hervorbringt. Damals war ich für einen ganzen Tag in Trondheim, der erster Tag des Urlaubes. Der Besuch der beiden Hurtigruteschiffe war Pflicht. Auch damals lagen diese beiden Schiffe am Kai. Ich fotografierte das Ablegen der M/S Trollfjord von Bord der M/S Narvik. Heute kann ich alles aus der Sicht der M/S Trollfjord aufnehmen. Ein schöner Vergleich, für die meisten jedoch ziemlich langweilig.

1000 - Ablegen nach Kristiansund

Das Wetter zieht alle Register für einen schönen Wintertag. Es ist wolkenlos. Minus 3°C zeigt das Thermometer. Etwas unruhig ist der Weg zur Rezeption. Ich möchte einen dritten Versuch zum Besuch des Maschinenraumes der neuen TFDS Schiffe unternehmen. Zweimal bin abgewiesen worden, einmal auf der M/S Midnatsol und ein weiteres Mal auf diesem Schiff. Eine erneute Frage kann nicht Schaden. Mehr als eine dritte Absage kann ich nicht bekommen. Die Ausdrucksweise der Frage habe ich mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Bisher habe ich immer auf Norwegisch gefragt. Sollte ich es diesmal auf Deutsch versuchen? Damit habe ich eventuell einen besseren Stand. Tatsächlich, die Anfrage verläuft nicht ganz so schlecht. Eine Rückfrage beim Maschinisten ist vielleicht schon der halbe Lottogewinn. Sie sagt mir, das ich 1500 Uhr vor der Rezeption stehen soll. Dort werde ich abgeholt.

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Ruhig gleitet das Schiff durch den Trondheimfjord. Auf der halben Strecke zum Fjordausgang liegt steuerbordseitig die Werft (Fosen Werft in Rissa), wo die M/S Trollfjord 2002 fertig gebaut wurde. Die Landschaft zeigt sich lieblich. Keine schroffen Felsformationen, mehr eine hügliche Küstenlandschaft.

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Nach 90 Minuten erreichen wir das Ende des Fjordes und setzen Kurs in südwestliche Richtung. Auch hier eher kleinere Berge als hohe Fjells. Fast ohne Kursänderung ziehen sich die nächsten 3 Stunden dahin. Auf der einen Seite das Festland von Norwegen, auf der Anderen die große Insel Hitra. Die regionale Grenze der Fylke Sør-Trøndelag, zur Fylke Møre og Romsdal bringt auch eine Änderung der Landschaft sowie des Wetters mit sich. Die kompakte Wolkenfront und damit verbundene Wetteränderung ist bereits seit der Mitte der Insel Hitra sichtbar. Die Änderung der Landschaft zeigt erst hier deutliche Unterschiede. Die Kontraste nehmen zu. Die Insel Smøla auf der Steuerbordseite weist in ihrer Topographie kaum Höhenunterschiede auf. Mit 63 Meter liegt die höchste Erhebung im Südosten der Insel, einem Strich zwischen der Wasser und Himmel gleichend. Auf der Backbordseite erheben sich die Inseln Ertvågøy, Stabben und Tustna. Das topographische Höhenprofil der 3 Inseln ist deutlich alpiner. Die Berge erreichen Höhen von über 900 Meter über dem Meeresspiegel.

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Das Wolkenband hat nun die Regie übernommen. Nur schleierhaft zeigt sich die Sonne. Die Zeit zum Besuch des Maschinenraums ist gekommen. Pünktlich stehe ich im Bereich der Rezeption. Die Besatzung des Schiffes nutzt die arbeitsarme Zeit für Gespräche. Ich habe das Gefühl, das ich begutachtet werde. Nach Minuten gibt sich der Maschinenoffizier zu erkennen und bittet mich ihn zufolgen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, auch auf diesen Besuch habe ich mich nicht richtig  vorbereitet und meine geringen Kenntnisse der norwegischen Sprache tragen dazu bei, das der Rundgang sehr kurz ausfällt. Der Fachmann merkt, das er einen "Lehrling" im Gefolge hat. Sehr gelangweilt führt er mich durch den Maschinenraum. 15 Minuten später stehe ich wieder auf Außendeck 6.

Die Landschaftsstruktur wird noch flacher. Präsentierte sich die Insel Smøla als dicker Strich zwischen Wasser und Himmel, so wirkt die Insel Grip auf der Steuerbordseite nicht mehr als ein dünner Streifen innerhalb eines Strichcodes einer Verpackung. Deutlich ist der Leuchtturm erkennbar. Die Insel besteht aus rund 80 Holmen und Schären. Der Leuchtturm auf der Insel wurde 1888 gebaut und ist 47 Meter hoch. Bis 1964 war das Dorf Grip die kleinste Gemeinde von Norwegen. Das Dorf hat eine Stabkirche aus dem 15. Jahrhundert, die 1621 umgebaut wurde. Draußen auf dem Meer regnet es gerade.

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Auf der Backbordseite zeigen sich die ersten Gebäude von Kristiansund. Sehr deutlich der Funkturm. Die Stadt ist auf 3 Inseln erbaut. Der alte Name bis 1742 war Lille Fossen. 1692 siedelte sich der Niederländer Jappe Ippes hier an. Die Einfahrt in die Inselwelt der Stadt erfolgt aus der Richtung Südost. Dazu umrundet die M/S Trollfjord die westlichen Inseln und unterquert eine Brücke. Hier wird das Signal der einfahrenden Hurtigrute gegeben, meist nur von der Südgehenden. Die Nordgehende legt bei Dunkelheit an, da wird kein akustisches Signal gegeben. Auf der südlichen Insel liegt das Stadtkerngebiet und der Hafen.

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1630 - Anlegen in Kristiansund

Ich verlasse das Schiff und baue meine Fotoausrüstung auf. Zuvor konnte ich meinen Rucksack im Büro von Norcargo abstellen. Während des Auslaufens der M/S Trollfjord merke ich gar nicht, wie der letzte anwesende Mitarbeiter von Norcargo förmlich auf Kohlen sitzt. Er möchte nach Hause und muss dazu das Gelände abschließen. Der störende Faktor im Ganzen bin ich. Er bittet mich, das Gelände zu verlassen. Ich komme dem natürlich sofort nach. Für die nächsten über 5 Stunden gehört die Stadt mir.

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Ich folge der Hauptstraße. Leider sind alle Geschäfte schon geschlossen. Fragen gehen durch den Kopf. Wie leben die Einwohner hier. Ich fühle eine Distanz zwischen der neuen Umgebung und mir. Es ist mein erster Besuch in Kristiansund. Ich streife weiter durch die Straßen und suche nebenbei eine gemütliche Lokalität für die dunkle Zeit des kurzen Aufenthaltes. Je mehr Terrain ich erkunde, je vertrauter wird die Umgebung. Schilder weißen den Weg zu touristischen Sehenswürdigkeiten. Eines davon zeigt den Weg zum Aussichtspunkt Varden. Davon konnte ich bereits vor der Reise lesen. Ein Schotterweg führt schlängelnd hinauf. Teile sind noch mit einer Schneeschicht überzogen.

Oben werde ich mit einer schönen Aussicht belohnt. Der Turm selbst ist leider verschlossen. Im Bereich der Eingangstür sind die historischen Daten des Bauwerkes lesbar. Ich notiere mir die Daten für mein Hurtigruteprojekt im Internet. Während der Zeit kommt ein älterer Mann zum Turm. Ich schätze ihn auf 65 Jahre. Er ist locker begleitet. Sein Outfit entspricht der Mischung aus Jogging und Wandern. Er spricht mich an und merkt sofort, das er einen Touristen vor sich hat. Das Anfangsgespräch dreht sich um meine Reise und der Spurensuche nach der Geschichte der Hurtigrute. Später versucht er seine Deutschkenntnisse anzuwenden und erzählt von seinen Aufenthalten in Deutschland, speziell von Dresden. Das ist nicht selbstverständlich für Norweger, die den Krieg und den Alltag mit den Deutschen damals kennen gelernt haben. Gerade gegen ältere Deutsche besteht noch eine große Distanz. Jüngere Deutsche bekommen leichter Kontakt zu dieser Generation. Anschließend kehren wir wieder in die Geschichte zurück. Er erzählt von der Besatzungszeit der Deutschen im 2. Weltkrieg, das in Kristiansund viele Deutsche stationiert waren. Der ganze Küstenstreifen vor der Stadt war von Bunkern und Verteidigungsanlagen verbaut. Unser Standort könnte dafür nicht besser sein. Er zeigt mir die Richtung. Im Anschluss hält einwenig inne und fragt, ob ich Zeit habe. Ich sage, das ich heute Abend mit der nordgehenden Hurtigrute weiterfahre. Er meint, bis dahin sei genügend Zeit für eine kleine Führung.

Keine Minute später folge ich ihm. Ich komme nicht einmal zum Fotografieren des Turmes. Die Dämmerung setzt langsam ein. Unser Weg führt uns zum Friedhof und weiter zur Küste hinunter. Er ist für sein Alter sehr schnell unterwegs. Stolz zeigt er mir das Zeichen der Post auf seinen Handschuhen. Er sei der älteste Zusteller der Stadt. Entlang des Weges weist er auf kleine Anhöhen. Auf jedem dieser Aussichtspunkte, war eine Verteidigungsanlage. Unterwegs treffen wir einige Passanten. Er muss diese Route sehr oft gehen, denn er kennt jeden und unterhält sich kurz. Der Rückweg verläuft anders. Auf halber Strecke, noch vor dem Friedhof, schwenken wird im mittelbaren Bereich der Küste ein. In Richtung Norden, zu den Neubauten der südlichen Insel von Kristiansund. Zuvor hat er mich in sein Haus eingeladen. Ich zögere anfangs, denn ich möchte keine Umstände bereiten. Doch dann folge ich seiner Einladung. Ich muss an meine Stimmung von heute Nachmittag denken und dem Wunsch, das Leben der Einwohner kennen zulernen. Insgeheim frage ich mich immer wieder, ob das alles Zufall ist? Gegen 1930 Uhr erreichen wir sein Haus. Seine Frau ist nicht da. Er meint, sie ist bei ihren Kindern. Der Besuch beginnt sofort mit einer kleinen Führung durch das Haus. In der Zeit bekommt eine Pizza im Ofen viel Wärme ab. Später unterhalten wir uns im Wohnzimmer über alle Themen, die uns gerade einfallen. Das TV läuft nebenbei. Eine Sache erstaunt mich. In der ganzen Zeit bin ich mit meinem geringen Vokabular der norwegischen Sprache sehr gut durch gekommen. Ich musste nur einige Wörter suchen. Gegen 2050 verabschiede ich mich, nicht ohne die landestypische Danksagung. Es ist dunkel geworden. Der Weg zurück ist dennoch kein Problem. Bereits während der Wanderung zum Haus, habe ich mich an Hand des Aussichtsturmes orientiert und kenne meinen Standort innerhalb der Stadt. 20 Minuten später erreiche ich das Zentrum und den Kai. 

2210 - Einchecken auf M/S Lofoten

Fast lautlos kommen die Lichter der M/S Lofoten in Sichtweite, die 10 Minuten später fest verzurrt am Kai liegt. Ich bekomme die Kabine 211. Die Lautstärke des Motors stört im Vergleich zur Fahrt im März 2004 überhaupt nicht. Vor einem Jahr hatte ich die Kabine 229, hier war das Dröhnen des Motors ständig präsent. Während der Liegezeit überhalte ich mich mit einem jungen Mann der Besatzung, der sehr gut Deutsch spricht und einem älteren Mann aus Deutschland.

2300 - Ablegen nach Trondheim

Gleich nach dem Ablegen begebe ich mich in die Kabine. Ich denke immer wieder an die heutige Begegnung.

Sonntag, der 20. März 2005 - Trondheim - Rørvik (auf Hurtigrute M/S Lofoten)

0600 – Anlegen in Trondheim
0630 - Nachtruhe beendet
0730 - Frühstück

Im Schiff ist es schon sehr geschäftig. Viele Rundreisepassagiere sitzen bereits am Frühstücksbuffet, dem ich mich auch gleich anschließe. Aber noch stehe ich vor der Tür zum Speisesalon und beobachte einen älteren Mann. Das Gesicht kommt mir sehr bekannt vor. Zielgerichtet gehe ich zum Tisch und frage, ob ich mich dazusetzen darf. Er stimmt ein. Der andere ältere Mann am Tisch genießt weiter in Ruhe sein Frühstück. Vorerst belasse ich meine Neugierde und gehe zum ersten Gang am Buffet. Anschließend kann ich nicht anders und Frage. Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht. Wir sind über Weihnachten 1993 gemeinsam mit der M/S Harald Jarl gefahren und waren damals auch viel zusammen. Auch er hat mich im Vorfeld bereits erkannt. Damit ist der Damm gebrochen und wir unterhalten uns über die Hurtigrute und den Erfahrungen seitdem. Sehr schnell merke ich, das er ein alter Hase der traditionellen Hurtigruteschiffe ist. Er kennt viele ältere Besatzungsmitglieder der Schiffe. Nach der Tour mit der M/S Harald Jarl war er die Folgejahre viel mit den alten Schiffen der Linie unterwegs. Von den neuen Schiffen hält er nicht viel. Er möchte sich im Anschluss mit xxx treffen, der auf der M/S Kong Harald arbeitet und heute die 22 arbeitsfreien Tage antritt. Das Schiff liegt mit der M/S Lofoten am Kai.

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Es ist Feiertag in Norwegen. Dazu auch noch ein Sonntag. Dementsprechend leer sind die Straßen der drittgrößten Stadt des Landes. Lust zu einem großen Rundgang habe ich nicht, aber eine kleine Stadtbummelei mache ich. Die 10 Zentimeter Neuschnee der Nacht animieren mich dazu. Das Ziel ist ungewiss. Am Ende mache ich meine Standardtour. So komme ich auch wieder am Nidarosdom vorbei. Es wird wie so oft gebaut. Heute ist sogar der Durchgang zur Hauptseite versperrt. Alle Gebäude, die im Sommer als Ticket- und Souvenirverkauf dienen, sind verschwunden. Mir fällt ein Schild auf. Eine Einladung zum Gottesdienst, der 1100 Uhr beginnt. Somit ist der Dom offen. Keine 70 Kronen Eintritt. Eine Chance, die ich nutze. Drinnen sind noch wenige Besucher der Messe. Am Eingang stehen 3 Mitarbeiter des Doms und verteilen die Gesangsbücher. Ein Schild gegenüber weist auf die Nutzung von Kamera und Fotoapparat hin. Verboten ist es nicht. Es darf nur kein Blitz verwendet werden. Auf meinen Rundgängen habe ich immer ein Stativ dabei. So kann ich endlich eigene Bilder vom Dom machen. Bei langer Belichtung ist das Fotografieren möglich. Die weniger Besucher erleichtern das ganze erheblich. Eine Stunde vor Abfahrt der nordgehenden Hurtigrute bin ich wieder an Bord und genieße das Leben in der Cafeteria der M/S Lofoten.

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1200 - Ablegen nach Rørvik

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Die Wolkendecke hängt heute tief im Fjord. Die Küste ist nur schemenhaft erkennbar. Das ganze Gegenteil von gestern. Es schneit wieder. An Bord sehe ich viele interessante Menschen. Einige haben das Notebook dabei, andere haben eine Fotoausrüstung, deren Wert eine 5-stellige Eurosumme verschlingt. In jedem dieser Passagiere sehe ich Kenner der Hurtigrute. Das Alter gibt mir einen vagen Aufschluss der Dauer dieser Leidenschaft. Ich Suche nach einen kommunikativen Weg der Kontaktaufnahme. Zuerst bietet sich die Chance mit dem Passagier der teuren Fotoausrüstung. Er steht an der Steuerbordseite des Bootdecks. Ich Frage einfach, ohne auf die sprachlichen Folgen zuachten. Es stellt sich heraus, das er ein langes Leben mit der Hurtigrute hinter und und sicher noch vor sich hat. Er kennt sogar noch die Zeit der D/S Lofoten, die bis 1963 gefahren ist. Ich stelle meine Fragen detaillierter, in Bezug auf Bilder der damaligen Zeit. Seine Antwort gibt Mut. Er meint, das er viele alte Bilder der Linie hat. Im gleichen Atemzug gibt er mir seine Visitenkarte. Jetzt wird auch die Fotoausrüstung erklärbar. Er ist professioneller Fotograf, wohnhaft in Ålesund und in ganz Norwegen bekannt. Das dämpft nun wieder meine Aussichten auf alte Bilder. Mal sehen, was eine schriftliche Anfrage nach der Reise bringt.

Die Passage von Trondheim nach Rørvik ist mit über 8 Stunden sehr lang und landschaftlich beeindruckend. Bisher konnte ich aber nur einen Teil der Küstenstruktur sehen. Die nordgehenden Fahrten im Dezember 1993 und 2001 offenbarten nur bis gegen 1600 Uhr helle Tagesabschnitte. Danach übernahm die Nacht die Regie und hüllte die Küste mit dem Mantel der Dunkelheit. Südgehend versinkt dieser Abschnitt fast immer im Dunkel der Nacht, bis auf die kurze Zeit der Mitternachtssonne, die auch die Region unterhalb des Polarkreises mit helleren Nächten belohnt. Heute habe ich bis ca. 2000 Uhr genügend Licht zum Betrachen der Landschaft. Mit der Ausfahrt aus dem Trondheimfjord nimmt auch die nordgehende Hurtigrute südwestlichen Kurs. Eine halbe Stunde später umfährt die M/S Lofoten die Südspitze der Landzunge Ørland, mitsamt der vorgelagerten Insel und nimmt nördlichen Kurs.

Meine Station an Bord der M/S Lofoten ist nun der äußere Aussichtbereich der Brücke. Dieser kann von den Passagieren genutzt werden, obwohl er nur der diensthabenden Besatzung der Brücke vorbehalten ist. Einige bekannte Gesichter sind auch auf dem Brückendeck. Viele Reportagen und Berichte über die Hurtigrute zeigen einen sehr bekannten Leuchtturm, dessen Optik so gar nicht in das gewohnte Bild der Wegweiser an der Küste passt. Ich kenne weder seinen Namen, noch seinen Standort. Mir ist nur bekannt, das er sich nach Rissa (Trondheimfjord) befindet. Meine Bilder von 2001 zeigen ihn bei Dämmerung und nicht sehr scharf. Ich benötige dringend ein gutes Bild für meine Sammlung und für das Webprojekt zur Hurtigrute. Im Gegensatz zu damals habe ich heute eine detailreiche Karte dabei und scanne so Meter für Meter der Passage. Keine 30 Minuten nach der Wendung der Fahrrichtung erscheint das Bild des Leuchtturmes am Horizont. Mit jeder Minute zum Kjeungskjær Fyr füllt sich der Außenbereich an Backbord des Schiffes zusehends. Der Bordlautsprecher lockt 5 Minuten vor der Vorbeifahrt den Rest der Passagiere. Unzählige Bilder werden gemacht. Das Wetter und die Sicht haben sich glücklicherweise seit dem Verlassen des Trondheimfjordes gebessert, so komme ich zu meinem Bild.

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Die Zeit vergeht und die schönen Details der Küste kommen und verschwinden wieder. Weitere Leuchttürme, der schmale Stelle zwischen dem Festland und der Insel Stokkøya (Stokksund) und beeindruckende Bergformationen an der Küste. Auf dem Brückendeck sind nur noch einige Passagiere, die sich nicht vom kalten böigen Seewind abschrecken lassen. Darunter Kenner der Linie, aber auch einige die zum erstenmal mit der Hurtigrute unterwegs sind. Bordsprache auf diesem Teil des Schiffes ist Deutsch. Wortführer ist der ältere Mann, den ich von 1993 genau so wortgewandt kenne. Gesprächsthema ist die Unberechenbarkeit des Meeres und dessen Auswirkung auf die Hurtigrute, aber auch Seemannsgarn im übertragenen Sinne wird gesponnen. In der Runde fällt mir ein Passagier auf, der sehr oft in ein Heft schaut und Vergleiche mit der Wirklichkeit der heutigen Fahrt zieht. So zumindest mein Eindruck. Mit der Zeit kommen wir ins Gespräch. Ich merke schnell, das er mich besser kennt, als ich ihn. Das Heft entpuppt sich als bemerkenswerte Sammlung zur Geschichte dieser Küstenlinie. Der Wert kann mit Unverkäuflich ausgedrückt werden, so viel Arbeit, Geld und Zeit steckt darin. Einige Sachen habe selbst ich noch nicht. Wir unterhalten uns zur Linie und zu meiner Suche nach weiteren Fakten. Mit der Zeit friert mein Kommunikationsmittel (Sprache) ein. Das Sprechen fällt mir schwer und wir verlagern das Gespräch nach Innen. Für Ihn und seine Begleitung ist eh die Zeit des Abendessens angebrochen. Ich gehe in die Cafeteria und wecke so meine Ausdrucksmittel wieder.

Bild 1 - Blick auf Sandviksberget
Bild 2 - Sandviksberget
Bild 3 - Blick auf Buholmsråsa
Bild 4 - Leuchtturm Buholmsråsa

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Die Nacht senkt sich langsam. Ich bin mal im Inneren des traditionellen Schiffes, mal auf Außendeck. Die Vergänglichkeit der Zeit macht mir wieder zu schaffen. In Rørvik endet meine Zeit auf der M/S Lofoten. Im geplanten Gefüge der Reise 2005 die einzige Passage auf einem alten Schiff. Viele Lichter entlang der Küste zeigen Positionen. Die hellen Lichter von Straßenlampen und von den Häusern der Küstenbevölkerung sowie die roten und grünen Lichter, die für eine sichere Seefahrt unablässig sind. Der Hauch von Rørvik ist am Horizont erkennbar und bin ich nur noch auf dem Brückendeck zufinden, speziell im Bereich des Schornsteines. Der monotone Klang des Motors macht die verbleibende Zeit unvergänglich. Eine Art Trance stellt sich ein. Eine Aura, die ich am liebsten nicht mehr verlassen möchte. Der weitere Ablauf der Reise 2005 geht mir durch den Kopf. Wie kann ich eine zweite Fahrt mit dem Schiff einbauen, ohne die festen Eckpunkte der Tour zu verlieren.

2030 - Anlegen in Rørvik

Gleich nach dem Anlegen verlasse ich den Kai und gehe auf die Suche nach meinem Nachtquartier. Ich hatte Wochen vor der Reise einen Brief an eine Pension geschrieben, der nie beantwortet wurde. Im Zentrum frage ich einige Passanten und finde die Pension sehr schnell. Wenige Minuten vom Kai entfernt. Der Eigentümer ist überrascht, heute Abend hat er keinen Gast erwartet. Ich erwähne meinen Brief. Er geht ins Büro und findet den Brief ungeöffnet. Er sagt, es habe vor kurzen einen Wechsel der Eigentümers der Pension gegeben. Damit begründet er die Lage, die Ihm sichtlich peinlich ist. Ich frage, ob ich trotzdessen hier eine Übernachtung bekommen kann. Gedanklich war ich schon wieder auf der M/S Lofoten. Natürlich, so seine Antwort und er holt die Schlüssel für ein Zimmer, das auf der ersten Etage liegt. Für 395 Kronen, 20 Kronen mehr als geplant, bekomme ich ein schönes Nachtlager inklusive Frühstück.

Zum Ende der Liegezeit der beiden Hurtigruteschiffe bin ich wieder am Kai. Neben der M/S Lofoten liegt auch die M/S Nordlys in Rørvik. Sehnsüchtig blicke ich der M/S Lofoten hinterher.

2300 - Nachtruhe

Montag, der 21. März 2005 - Rørvik (Tag) - Hurtigrute nach Ørnes (M/S Richard With)

0800 – Nachtruhe beendet und Frühstück in Pension
1000 - Erkundungen im Ort

Ich bin auf dem Weg ins Zentrum und Suche das Fotogeschäft. Dort soll es Bilder von Hurtigruteschiffen geben. 5 Minuten später finde ich das Geschäft. Im Laden erkenne ich die Bilder, die eine Benutzerin des Forums der Norwegenfreunde sucht. Gerahmt ist der Preis recht heftig. Ungerahmt kosten die Bilder immer noch 150 Kronen. Meine Finanzlage erlaubt diesbezüglich keine Sonderausflüge, zumal ich erst in der zweiten Woche bin. Auch den Transport im Rucksack stelle ich mir recht schwierig vor. Ich frage nach anderen Bilder zur Küstenlinie, mehr in der Größe von Postkarten. Er hat leider keine. Mit einer sehr ungewöhnlichen Frage beende ich den Besuch im Laden. In Norwegen gibt es viele Kenner und Liebhaber der Hurtigrute. Vielleicht kennt der Ladenbesitzer einige in Rørvik und Umgebung. Er versteht mein Anliegen. Zielstrebig sucht er im Telefonbuch und gibt mir eine Telefonnummer. Ich verlasse das Geschäft und Suche die nächstliegende Telefonzelle. Ich bin nervös bei der Wahl der Nummer. Es ist eine Premiere, das ich Privatpersonen in meine Suche nach Fakten einbeziehe. Wie wird die Person am anderen Ende der Leitung auf meine Frage reagieren? Ist mein Norwegisch reif für tiefere Gespräche? Ein Mann nimmt den Hörer ab. Ich stelle mich vor und lege meine Anliegen dar. Er versteht mich und schlägt ein Treff am Kai vor, das Ganze in etwa einer Stunde.

Meine Stimmung ist auf den Höhepunkt. Ich bin weiter im Zentrum unterwegs. In jedem Ort gehört auch die Buchhandlung, meist in Verbindung mit Schreibwaren, zum meinen festen Ablaufprogramm. Die Suche hier bringt leider keine Erfolge. Nur das Standardwerk und normale Beschreibungen zur Küstenlinie sind verfügbar. Postkarten überhaupt nicht. Mit jeder weiteren Minute nähere ich mich dem Kai des Ortes. Ein Schild erregt mein Interesse. Es hängt über einem Büroeingang und zeigt das alte Reedereilogo der NFDS. Der Eingang wird seit langem nicht mehr benutzt. Ich umrunde das Gebäude. Ein Mitarbeiter sitzt am Schreibtisch. Das ganze Büro hängt voller Bilder und Dokumente zur Hurtigrute. Ich frage nach Material zur Küstenlinie, bezogen auf die Kommune Vikna, dessen Hauptort Rørvik ist. Er hat leider nichts. Ich stelle meine Frage detaillierter und bekomme daraufhin ein Jubiläumsheft zur Dampskibsekspedisjon, die für den Umschlag der Waren für die Reederei NFDS zuständig war.

1130 bis 1830 - Treff

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Eine halbe Stunde vor dem abgemachten Zeitpunkt gehe ich zum Kai und warte auf das Kommende. Mehrere Passanten schauen einfach nur im Hafen vorbei. Bei einem dachte ich bereits, es könnte mein Treff sein. Aber er geht vorbei. 1130 Uhr kommt dann ein älterer Mann direkt auf mich zu. Ich schätze ihn auf 65 Jahre. Er fragt, ob ich der Anrufer sei und stellt sich vor. Ich bin einwenig aufgeregt. Nutze ich diese Art der Suche nach Fakten erst seit dieser Reise. Ich erkläre mein Anliegen genauer und gehe dabei direkt auf die Geschichtssuche hier im Ort ein. Er lädt mich in sein Haus ein. Bis dahin vergehen rund 10 Minuten. Unterwegs reden wir über meine Reise. Im Haus zeigt er mir seine Sammlung, die im Arbeitszimmer große Teile des Wandregals einnimmt. 11 große DIN A4 Ordner sowie viele Bücher und Hefte zur Hurtigrute und der Seefahrt allgemein. Er nimmt Ordner 1 und 2 und gehen ins Wohnzimmer. Die beiden Ordner zeigen die Schiffe der ersten Jahre. Viele Fotos und Zeitungsausschnitte sind drin. Auch einige Originalbaupläne zu den Schiffen D/S Finmarken, D/S Richard With und D/S Lofoten. Ich bin voll im Fieber. Beim Blättern tauschen wir unser Wissen aus, soweit mein Sprachverständnis das zulässt. Ich würde gern einiges Kopieren. Mein Fotoapparat habe ich dabei. Nur ich möchte nicht zu aufdringlich erscheinen. Er fängt meine noch nicht gestellte Frage ab und schlägt das Kopieren der Zeitungsausschnitte und Bilder vor. Auf dem Wohnzimmertisch baue ich mein Stativ auf. Ab da läuft Bild für Bild durch meine Kamera. Ein Film ist schnell voll. Gegen Mittag kommt seine Frau vom Einkauf zurück. Später kommt auch sein Sohn. Wie sein Vater ein guter Kenner dieser Küstenlinie.

Die Zeit vergeht schnell und die folgenden Ordner offenbaren wahre Schätze. Zwischenzeitlich wechseln wir kurz das Zimmer. Ich zeige am Computer meine Perlen der Geschichte, die ich von Reedereien und Werften bekommen habe. Ich möchte so etwas von mir beisteuern und nicht einseitig profitieren. Der Nachmittag kommt und ich bin erst bei Hefter 7. Ich bemerke, das ich hier Schluss mache. Ich möchte die Gastfreundschaft nicht ausnutzen. Er meint, ich kann ruhig bleiben. Draußen regnet es so wie so seit Stunden. Seine Frau hat Kaffee gekocht, der mit Kuchen gereicht wird. Wenn ich jetzt gehe, hinterlässt das einen schlechten Eindruck. Er fragt, ob er die nächsten Ordner holen soll. Keine Minute später liegen Nr. 8 und 9 neben mir. Später auch die beiden restlichen. Am Ende legt er noch eine CD ein. Darauf Aufnahmen vom Maschinenraum der M/S Harald Jarl. Ich muss an gestern denken, wo ich vor dem Schornstein der M/S Lofoten stand und im Eintönigen Stampfen des Motors zeitlos im Raum schwelgte. 1830 Uhr verlasse ich das Haus und bedanke mich für alles. Er meint, ich kann jeder Zeit wieder vorbei kommen.

1830 bis 2030 - Innenstadt, Pension und Hafenpizzeria

Es regnet immer noch. Die Dämmerung übernimmt langsam die Regie. Alle Läden der Innenstadt und das Museum am Hafen sind schlossen. Nur das Einkaufszentrum hat noch offen. Bis 1930 bleibe ich dort und finde im angeschlossenen Cafe Zeit meine gesammelten Information zu Ordnen. Bei Jarle hatte ich alles nur in Steno nieder geschrieben. Anschließend hole ich mein Rucksack, der noch in der Pension steht und gehe in die kleine Pizzeria am Kai. Dort geht das Ordnen der Daten weiter.

2015 - Ankunft der Hurtigrute

Heute Abend liegen die M/S Nordkapp und die M/S Richard With am Kai. Die letztgenannte Hurtigrute ist mein Schiff. Die südgehende M/S Nordkapp legt zuerst an. Die Lichter der M/S Richard With sind auch schon sichtbar. Ich Suche einen trockenen Platz am Anleger und werde von Jarle zum Gebäude der lokalen Busgesellschaft gerufen. Dort ist der einzige überdachte Platz zufinden. 15 Minuten später liegt auch die nordgehende Hurtigrute am Kai und ich verabschiede mich entgültig von Jarle. Später sehe ich ihm beim Gespräch mit der Besatzung der M/S Richard With. Noch vor Abfahrt der M/S Nordkapp frage ich die Rezeption des Schiffes aus. Ich brauche Informationen zum ersten Südamerikaeinsatz sowie zur Sondertour entlang der Ostsee im Herbst dieses Jahres.

2130 - Hurtigrutefahrt nach Norden (M/S Richard With)

Pünktlich legt die M/S Richard With ab. Ich fühle mich sofort heimisch. Auf Deck 3 bekomme ich eine Doppelkabine. Bis 2330 Uhr genieße ich die Atmosphäre und beobachte die anderen Passagiere. Einmal in der Cafeteria, im Salon auf Deck 4 und im Panoramasalon. Später ziehe ich mich in die Bibliothek zurück und bringe meine Daten weiter in Reinform bzw. schreibe Tagebuch.

Dienstag, der 22. März 2005 - Ørnes

0600 – Nachtruhe beendet

Die umliegende Küstenlandschaft versinkt im Regen. Tiefhängende Wolken versperren jegliche Sicht. Erst nach der Überquerung des Polarkreises öffnet sich der Vorhang. Im gleichen Zeitraum erscheint am Horizont ein kleiner Punkt. Minuten später fährt die M/S Midnatsol an uns vorbei.

0945 - Anlegen in Ørnes

Der Regen hat nachgelassen. Ich warte nicht auf das Ablegen der M/S Richard With. Mein Weg führt mich sofort zum Zentrum. Das Gehen ist eine Plage. Der Regen der letzten Stunden hat die Schneedecke in ein matschiges Etwas verwandelt. Einige Stellen sind glatt. Auf dem Weg komme ich am Rathaus der Kommune vorbei und frage nach der Lage meiner Pension, die ich bereits vorgebucht habe. Freundlich und zuvorkommend erfahre ich so meinen weitern Weg. Kurz darauf stehe ich im Zentrum, eine Ansammlung von Geschäften und Firmengebäuden. Die Wohnhäuser des Ortes liegen weit verstreut darum. Ich beobachte die Weiterfahrt des Hurtigruteschiffes.

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1100 - Bus zur Pension

Zur rechten Zeit bin ich an der Haltestelle. Zwei ältere Frauen stehen davor. Ich zeige beiden die Adresse der Pension und Frage nach der direkten Haltestelle, wo ich den Bus verlassen muss. Beide sind sich nicht ganz sicher. Bei Ankunft des Busses übernehmen die Beiden die Regie und vergewissern sich noch einmal bei dem Busfahrer. Sie müssen den Fahrer kennen, die Art der Unterhaltung schließt darauf. 10 Minuten später geben sie mir das Zeichen zum Verlassen und ich stehe in Spildra, einem Ortsteil von Ørnes. Unweit der Haltestelle sehe ich das Hinweisschild zur Pension. Der Weg bis dahin ist genau so unbegehbar, wie zuvor die Strassen im Zentrum. Ein weiterer Abzweig lässt mich grübeln. Ich habe nur die Hausnummer, aber keine richtige Ahnung wie das Haus aussieht. Was für einen Weg nehme ich. Die Unsicherheit löst sich schnell auf. Am Fenster eines weißen Hauses sehe ich die Handzeichen von Gunhild Rendahl, meiner Gastgeberin, die mich auf den richtigen Pfad lotst. Freundlich werde ich empfangen. Mein Zimmer liegt auf der oberen Etage. Klein und gemütlich. Die Formalitäten werden gleich erledigt. Ich kann nicht sagen, wie lang mein Abend im Zentrum wird.

1200 bis 1900 - Zentrum Ørnes und Bibliothek

Gleich anschließend bin ich wieder auf dem Weg nach Ørnes. Den Weg dahin versuche ich per Anhalter überbrücken zukönnen. Gleich das erste Fahrzeug hält. Ein älteres Paar nimmt mich bis ins Zentrum mit. Beide haben den gleichen Weg. Es folgt eine kleine Tour durch die Geschäftswelt. Anschließend Suche ich die Bibliothek und finde dort das Buch, das ich bei Jonfred Ervik gesehen habe. Der Nachmittag ist gerettet, denn draußen regnet es wieder. Bis zur Schließzeit der Bibliothek überfliege ich das Buch und übersetze ausgewählte Absätze. Leider reicht die Zeit nicht. Der Beschluß wird gefasst, das ich das Buch in norwegischen Antiquariaten ausfindig machen muss. Eine bessere Lektüre zur Kriegszeit und den betroffenen Hurtigruteschiffen gibt es nicht. Zur Entspannung verlasse ich kurz die Bibliothek und mache Bilder von der Region.

Bild 1 - Der Meløytinden, südwestlich von Ørnes.
Bild 2 - Der Blick auf das Zentrum.
Bild 3 - Der Blick auf den Hafen.

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2000 - Pension

Den Rückweg laufe ich. Die Stimmung in der Dämmerungsphase ist traumhaft. Erst jetzt erkenne ich die schöne Bergwelt hinter meiner Pension.

Mittwoch, der 23. März 2005 - Ørnes - Nesna - Sandnessjøen - Brønnøysund - Rørvik (auf Hurtigrute M/S Finnmarken)

0500 – Nachtruhe beendet
0545 - Fußweg zum Hafen

Meine Hoffnung auf Wetterbesserung erfüllen sich nicht. Nieselregen bestimmt die Morgenstimmung. Auf dem Fjord vor dem Spildradalen sorgen einige Seevögel für Führjahrsstimmung. Die langgezogene Bergkette hinter der Pension präsentiert tief winterlich. Der 3 Kilometer lange Weg macht selbst mit dem schweren Rucksack viel Spaß.

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0630 - Am Hafen und dem Hurtigrutekai

Der Regen wird stärker. Am vorderen Eingang zur Lagerhalle von Norcargo suche ich Schutz. Noch bin ich allein auf dem Hafengelände. Nur der Mitarbeiter von Norcargo bereitet die Ankunft der Hurtigrute vor. Mit der Zeit füllt sich das Gelände. Die Fahrzeuge fahren bis auf das Kaigelände. Einer der Einheimischen spricht mich an. Mein Rucksack fällt in der touristenarmen Zeit schnell auf. Die Unterhaltung beschränkt sich auf meine Reise und der Leidenschaft Hurtigrute. Pünktlich erreicht das südgehende Schiff den Ort, heute die M/S Finnmarken. Meine zweite Fahrt mit dem Schiff innerhalb dieser Reise.

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0730 - Ablegen nach Nesna

Gleich nach dem Ablegen nutze ich die kostbare Zeit an Bord. In den öffentlichen Salons befinden sich wenige Passagiere. Ich kann die Inneneinrichtung ohne störende Einflüsse Fotografieren. Trotz seiner Größe strahlt das Schiff Gemütlichkeit und Eleganz aus. Die vielen Bilder an Bord sorgen für einen zusätzlichen Reiz. Der erste Teil der Passage versinkt im Regen. Auf halber Strecke nach Nesna bessert sich das Wetter, zumindest ist der Aufenthalt auf Außendeck möglich. Der zweite Teil wird interessant. Die Insel Indre Kvarøy ist mein fotografisches Ziel. Früher war der gleichnamige Ort ein Anlaufpunkt der Hurtigrute. Die Insel liegt wenige Meilen südlich des Polarkreises und unweit der Stelle, wo sich oft die südgehende und nordgehende Hurtigrute treffen. Heute ist die M/S Finnmarken allein in dem Gebiet. Es gibt keine nordgehende Hurtigrute. Die M/S Trollfjord ist auf Ostersonderfahrt in Großbritannien und Irland.

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Mit jeder weiteren Seemeile verbessern sich die Wetterbedingungen. Zaghafte Sonnenstrahlen durchbrechen die Wolkendecke. Die Wolken sorgen mit ihren Grautönen für eine eigenartige Stimmung. Eine besinnliche und sehr schöne zugleich. Der Berg Tomsskjevelen (922) auf der Insel Tomma zeigt die Nähe zu Nesna.

Bild 1 - der Blick auf das Massiv des Silatindan, nördlich von Nesna gelegen.
Bild 2 - der Tomsskjevelen (922) auf der Insel Tomma.

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1045 - Anlegen in Nesna

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1100 - Ablegen nach Sandnessjøen

Es gibt feste Abläufe innerhalb der Hurtigrute. Auf der Passage nach Sandnessjøen finden sehr oft die Brückenführungen der Rundreisepassagiere statt. So auch heute. Der Bordlautsprecher verkündet gleich nach dem Ablegen die Zeit. Treffpunkt ist der Eingangsbereich zum mittleren Panoramasalon auf Deck 7. Das Interesse ist groß. Sehr viele Passagiere stehen am Treff. Ich geselle mich dazu und warte auf das kommende. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden die anwesenden Passagiere in zwei Gruppen geteilt. Ich schaffe es gerade noch so in die erste Gruppe. Wir werden vom Kapitän Sten Magne Engen begrüßt. Teile der Brücke sind mit Seilen abgesperrt und werden von einem Besatzungsmitglied bewacht. Nur der mittlere zentrale Bereich ist frei zugänglich.

Mein Besuch hier ist natürlich nicht vom Zufall bestimmt. Ich habe fest damit gerechnet, wobei mich die Brücke weniger interessiert. Ich Suche mehr das Gespräch mit dem Kapitän. Sten Magne Engen war früher der Kapitän der alten M/S Finnmarken, die heute Teil des Hurtigrutemuseums ist. Auch investiert er viel Freizeit im Museum. An den 22 dienstfreien Tagen ist er oft dort zufinden, zusammen mit der Leiterin Elisabeth Holsether. Ich Suche einen Weg für das alte Segment der D/S Finmarken. Der Container liegt am Heck der M/S Finnmarken. Ich erkläre dem Kapitän die Zusammenhänge zwischen Sabine (der Reiseleiterin bei der NSA) und mir. Sabine wiederum kennt Sten und Elisabeth sehr gut. Er versteht mich sofort und sagt, das ich ihm anrufen soll, sobald er wieder im Museum ist. Er fügt hinzu, das erst am 05. April sein Dienst endet. Für mich leider zu spät. Daraufhin gibt er mir der Tipp, das ich im Museum mit Elisabeth Kontakt aufnehmen soll. Er gibt mir die Telefonnummer von ihr und seine dazu.

Gut gelaunt verlasse ich die Brücke und widme mich der Landschaft. Sandnessjøen erscheint am Horizont. Später auch die Brücke, die nördlich der Stadt ein Teil der wunderschönen Küstenstraße 17 ist. Die Bergmassive Dønmannen (858) und Høgtuven (736) auf Insel Dønna präsentieren sich im Schnee des Spätwinters.

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1245 - Anlegen in Sandnessjøen

Viel Zeit für ein Landgang bleibt nicht. 45 Minuten, abzüglich der Zeit die ich zum Aussteigen benötige. Es sind relativ viel Passagiere an Bord. Für einen Rundgang im Zentrum reicht die Zeit. Ich suche einen Buchladen und alle weiteren Orte, die Postkarten verkaufen. In seltenen Fällen bekomme ich so richtige Raritäten. Alte Ansichten der Orte und besondere Aufnahmen von den Schiffen. Auf der rechten Seite der Hauptverkaufsmeile finde ich den Buchladen. Postkarten für mich nicht, dafür aber das Buch zum Unglück der M/S Sanct Svithun, die 1962 bei Rørvik (Folda) gesunken ist. 245 Kronen und das Buch würde in mein Eigentum wechseln. Hin und her gerissen überschlage ich meine Reisekasse und rate mir letztendlich vom Kauf ab. Ich habe noch immer die Hoffnung ältere Bücher der Seefahrt in Antiquariatbuchhandlungen bekommen zukönnen.

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1330 - Ablegen nach Brønnøysund

Der Abschied von der M/S Finnmarken liegt in der Luft. In Brønnøysund habe ich ein Aufenthalt zwischen zwei Hurtigruteschiffen eingeplant. Ich bin mir dennoch nicht sicher, ob ich diesen Stopp einhalte. Vorerst stehe ich in Lauerstellung und warte auf die beste Position zum Fotografieren der Bergformation der sieben Schwestern (De syv Søstre), die sich südöstlich von Sandnessjøen erhebt. Erst 30 Minuten nach Abfahrt erlaubt mein Objektiv die kompakte Aufnahme der Bergkette. Der nördliche schiebt sich bereits hinter den zweiten der Formation. Mit einem Weitwinkelobjektiv sind bessere Aufnahmen möglich. Leider habe ich noch kein Objektiv dieser Art.

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Die weitere Zeit der Passage verrinnt wie im Flug und die M/S Finnmarken erreicht die Gewässer um Brønnøysund. Ich habe noch keine Entscheidung getroffen. Das Wetter verschlechtert sich leider wieder. Einzelne Regentropfen fallen. Bei dieser Wetterlage kann ich auch an Bord bleiben. Ein Aufenthalt bei Regen bringt nicht viel. Eine weitere viel stärkere Kraft unterstützt diese Gedanken. Es ist noch hell und nach dem Aufenthalt in Brønnøysund passiert das Hurtigruteschiff den Torghatten, dem Berg mit dem Loch. Den habe ich noch nie in voller Schönheit gesehen. Die früh einbrechenden Nachtstunden Ende Dezember haben den Berg immer verschlungen. Ich vertage meine Entscheidung auf den Landgang in Brønnøysund und den Gegebenheiten dort.

Die Küstenregion und das immer noch eigenartige Grau des Tages sorgen für eine schöne Landschaftsstimmung. Die Insel Vega mit ihren 3 hohen Gipfeln kommt ins Blickfeld.

Bild 1 - die Insel Vega, hier sind 2 der 3 Gipfel sichtbar.
Bild 2 - die Insel Vega in Kompaktform, alle 3 Gipfel verschmelzen zu einem Massiv.
Bild 3 - Impression von den vorgelagerten Inseln vor Brønnøysund.
Bild 4 - der Blick auf den Ort.

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1600 - Anlegen in Brønnøysund

Ich lasse vorerst mein Reisegepäck an Bord und erkunde den Ort. Am Ende der Liegezeit will ich entgültig ein Urteil fällen. Bleiben oder weiterfahren. Das kleine überschaubare Stadtbild und die bald einbrechende Dunkelheit bestärken meine Neigung an Bord der M/S Finnmarken zubleiben. Aber das Gefühl eines Schuldners kommt auf. Wo ist die Vorfreude des geplanten Aufenthaltes geblieben. Ich bin innerlich zerrissen, würde am besten beide Sachen auf einmal tun. Weiterfahren und und hier bleiben. Leider geht das nicht. Ich nehme mir fest vor, in einem der nächsten Reisen ist die Stadt fester Bestandteil. Zurück auf dem Schiff buche ich die Passage nach Rørvik sofort nach. Ich liebe die Möglichkeiten des Hurtigrutepasses.

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1700 - Ablegen nach Rørvik

Die erste Stunde gilt dem Torghatten. Leider soll das Loch von der normalen Fahrroute der Hurtigrute nicht sichtbar sein. Das habe ich von anderen Kennern der Linie gehört. Aber vielleicht macht der Kapitän eine Extrarunde. Lange Zeit verändert der Berg seine Form kaum (Bild 1). Gut 40 Minuten nach Ablegen kommt die markante Form ins Blickfeld. Der Bordlautsprecher bringt mir und den andern Passagieren eine frohe Botschaft. Das Schiff macht eine Extrarunde nach Westen und so ist das Loch für alle sichtbar. An der besten Stelle dreht sich die Finnmarken um 180 Grad. Ich folge auf Außendeck der Drehung und habe so die Formation immer im Blickfeld. Das Loch im Fels ist rund 160 Meter lang, 35 Meter hoch und 15 bis 20 Meter breit ist. Der Torghatten selbst ist 258 Meter hoch.

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Der Rest der Strecke nach Rørvik versinkt im Dunkel der Nacht. Der Seewind frischt gewaltig auf und treibt die Temperaturen in den Keller. Ich bin wieder mehr im Panoramasalon und betrachte das Treiben der Positionslichter entlang der Küste.

2040 - Anlegen in Rørvik

Wir sind die ersten an diesem Abend im Hauptort der Viknakommune. Die nordgehende Hurtigrute ist noch nicht im Hafenbecken der Stadt. Ich beobachte den Kai und erkenne Jarle. Beim Verlassen der M/S Finnmarken gebe ich mich zu erkennen. Er ist überrascht, hatte ich doch gesagt, das ich in Brønnøysund aussteige. Er fragt noch einmal nach meiner E-Mailadresse und bekräftigt die Einladung für das kommende Jahr. Während unserem Gespräch legt die M/S Kong Harald an. Ich verabschiede mich von Jarle, bedanke mich für alles und steige in die nordgehende Hurtigrute.

An der Rezeption der M/S Kong Harald lasse ich mich bis Skjervøy registrieren. Bezahlen muss ich nur für die Kabine der kommenden Nächte an Bord. Gleich nach dem Beziehen meiner Kabine und dem Ablegen des Reiserucksackes begebe ich mich auf Außendeck 5 und beobachte das Treiben am Kai. Jarle ist wie immer im Gespräch mit der Besatzung der Schiffe. Sehr interessant sind die Gespräche der Rundreisepassagiere, die vom Besuch der M/S Finnmarken zurück kommen und nun auch auf Außendeck 5 stehen. Vorwiegend Deutsche. Die Meinung tendiert zu einem Vorurteil, das ich so nicht teilen würde. Für die meisten ist die M/S Finnmarken zu weitläufig und zu groß. Ihr Schiff, die Kong Harald, hat eine viel bessere familiärere Atmosphäre. Ich gebe mich nicht zu erkennen und schwelge noch immer den Erlebnissen des Tages nach.

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