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21 Tage zw. Bergen und Kirkenes mit dem Hurtigrutepass
(März/April 2005)

Donnerstag, der 24. März 2005 - BNN – SSJ – NES – ORS – BOO – STU - SVJ (auf Hurtigrute M/S Kong Harald)

0600 – Ende der Nachtruhe

Das Wetter zeigt weiterhin die schlechteren Charakterzüge. Es regnet und die Wolken hängen sehr tief im Berggefüge der Küste. Pünktlich 0815 Uhr erscheint die südgehende Hurtigrute (M/S Midnatsol) am Horizont. Um Ørnes lichtet sich das Grau des Tages, dennoch ist von der schönen Bergwelt hinter dem Ort nur ein Teil zusehen.

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0915 - Anlegen in Ørnes

0940 - Ablegen nach Bodø

Keine 20 Minuten nach dem Ablegen senkt sich die schwere Wolkenwand wieder zur Wasseroberfläche. Es regnet stark. Gelegentlich erscheinen die Konturen der Küstenlandschaft. Bis zu den ersten Gebäuden von Bodø ändert sich an dieser Wetterlage nichts. Ab der Höhe Flughafen verschwindet das graue Band und der Blick in die weitere Umgebung wird wieder frei. Der Regen bleibt.

1230 - Anlegen in Bodø

Der stürmische Wind treibt den Regen teils waagerecht durch die Straßen. Die Stadt liegt im Dämmerschlaf. Es ist Ostern. Keine Geschäfte und öffentliche Einrichtungen haben offen. Selbst die Bahnhofscafeteria und die Kirche haben geschlossen. Mein Stadtrundgang ist bereits nach 40 Minuten beendet.

1530 - Ablegen nach Stamsund

Mit 30minütiger Verspätung legen wir ab. Der geöffnete Wolkenvorhang schließt sich bei der Ausfahrt wieder. Ich nutze die Zeit für einen Saunabesuch. Auf halber Strecke bin ich wieder an Deck. Es regnet nicht mehr. Die Bergkette der Lofoten kommt in Sicht. Die oberen Regionen sind von einer dichten Wolkendecke verschlungen.

1910 - Anlegen in Stamsund

Die Bergwelt der Küstenregion von Norwegen ist einmalig schön, aber immer bei der Ankunft auf den Lofoten wird dieser Eindruck ins unendliche gesteigert. Märchenhaft, im Halbdunkel der hereinbrechenden Nacht präsentiert sich die Region der Inseln Vestvågøy und Austvågøy. Ich habe den Drang Bilder zumachen. Der beste Moment dafür ist kurz vor der Einfahrt in das innere Hafenbecken. Leider läßt die Dämmerung keine Aufnahmen ohne lange Belichtung zu. Dazu brauche ich einen festen Standort und das Schiff müsste fast stehen. Während des Anlegevorganges ist das kaum möglich.

2020 - Ablegen nach Svolvær

Mit der Verspätung von fast einer Stunde legen wir ab. Die Mitnahme der Autos verzögert regelmäßig das planmäßige Ablegen. Viele Insulaner nutzen die kurze und preisgünstige Überfahrt von Stamsund nach Svolvær. Die Saisonangebote der Betreiber dieser Küstenlinie verstärken den Andrang am Kai noch. Zwischen Stamsund und Henningsvær treffen wir das südgehende Schiff, heute die M/S Polarlys. Ein Traum fährt mir entgegen. Das Schiff stilvoll im Spiel der Wellen. Die Form des Schiffes sucht ihresgleichen innerhalb der Hurtigrute. Vor allem das abfallende Heck gefällt mir.

2140 - Anlegen in Svolvær

Zu meiner Überraschung ertönt das Signal bei der Einfahrt in das innere Hafenbecken des Hauptortes der Lofoten. Bei Dunkelheit ist das keine Normalität. Noch auf See verkündet die Reiseleiterin die Botschaft vom Ausflug in den Trollfjord. Das verwundert mich einwenig. Auf anderen Reisen im Winter hatte ich oft bessere Wetter- und Lichtverhältnisse (Wolkenlos mit Vollmond). Kein Schiff ist in den Trollfjord abgebogen. Wieso heute? Es regnet und die Wolken hängen sehr tief. Die Anlegezeit im Ort wird verlängert. Ich mache einen kurzen Rundgang im Marktbereich und bin keine 10 Minuten später wieder an Bord. 

2230 - Anlegen nach Stokmarknes

Das Schiff macht wirklich Anstalten für eine Fahrt in den Trollfjord. Es nieselt, aber die Sicht ist relativ gut. Ich finde eine mögliche Erklärung. Der Kapitän will den Rundreisepassagieren wenigstens ein besonderes Erlebnis bieten. Jeder zufriedene Gast kommt irgendwann zurück. Langsam gleitet die M/S Kong Harald in den schmalen Fjordeingang. In der Dunkelheit stehen die beiden Felswände noch enger zusammen, so mein Gefühl in dem Moment. Innen läuft das gewohnte Programm ab. Einfahrt, eine Wendung um 180 Grad und wieder raus. Aber bereits am Anfang der Wendung erkenne ich Änderungen im Ablauf. Das Schiff dreht ein Viertel nach Steuerbord und verharrt in dieser Position. Ich erwarte die weitere Drehung, doch nichts passiert. Fast unbemerkt gleiten wir mit der Bugspitze auf die stark vereiste Nordwand des Fjordes zu. Zwei Crewmitglieder stehen an Deck. Direkt vor der Wand stoppen wir und verharren in dieser Position. Überall im Fjord knackt es. Eisstücke fallen ins Wasser. Nach 10 Minuten dreht das Schiff weiter nach Steuerbord und verlässt den Fjord.

Ich verfolge die weitere Fahrt bis zur Brücke über den Raftsund. Danach verzeihe ich mich in meine Kabine.

Freitag, der 25. März 2005 (Karfreitag) - SKN – SRD – RIN – HRD – FNS – TOS - SKY (auf Hurtigrute M/S Kong Harald)

0700 – Nachtruhe beendet

0750 - Frühstück

0910 - Änderung im Reiseverlauf

Seit gestern versuche ich den Vermieter meiner Unterkunft in Skjervøy per Telefon erreichen zukönnen. Niemand hebt ab. Heute Morgen das gleiche Ergebnis. Ich beschließe die Verlängerung der Hurtigrutefahrt mit der M/S Kong Harald. Vorerst bis Kirkenes nordgehend und dann südgehend bis Skjervøy.

0930 - Treff im Panoramasalon

Seit in an Bord der M/S Kong Harald bin, sehe ich immer wieder einen Mann, dessen Alter ich auf 35 bis 40 Jahre schätze. Das Gesicht kenne ich von früheren Reisen. Heute Morgen ergibt sich die Möglichkeit einer Frage. Er sitzt im Panoramasalon und arbeitet am Notebook. Ich habe Hoffnung so an gute alte Bilder zu den traditionellen Schiffen zw. 1980 und 1995 kommen zukönnen. Die Vermutung, einen Profi in Sachen Hurtigruten anzutreffen bestätigt sich. Er ist viel mit der Küstenlinie gefahren. Während des Gespräches zähle ich die Schiffe auf, von denen ich dringend Bilder benötige. Innenaufnahmen stehen dabei ganz hoch im Kurs. Er kann mir Bilder von der M/S Nordnorge und M/S Kong Olav zukommen lassen. Die hat er aber nicht dabei. Er gibt mir seine Visitenkarte. Ich soll mich bitte per Mail nach der Reise melden. Ich betrachte die Visitenkarte. Das Zeichen kommt mir sehr bekannt vor. Ich lese weiter und weiß von nun an, wem ich vor mir habe. Er ist einer der Gründer des norwegischen Clubs der Østenfjeldske Hurtigrutevenner. Der Club ist selbst in Deutschland nicht unbekannt. Auf dessen Webseite bin ich seit gut einem Jahr als Nutzer des Forums registriert. Mitglied bin ich noch nicht. Eine gute Gelegenheit dies nachzuholen. Das Problem war immer die Bezahlung des Jahresbeitrages von 100 Kronen, speziell die Überweisung der Summe von Deutschland aus. Das Problem wird heute behoben. Ich gebe ihm das Geld gleich hier und gehöre ab sofort zur Mannschaft der Hurtigrutefreunde. Zum Abschluss frage ich ihm nach einem Bild mit großen Symbolcharakter. Das Treffen der beiden großen Schiffe im Geirangerfjord, der M/S Finnmarken, dem größten Schiff der Hurtigruteflotte sowie der M/S Queen Mary 2, dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt. Sofort sucht er in den Verzeichnissen seines Computers. Die Aufnahme ist einmalig. Die eigentlich große M/S Finnmarken nimmt die Part eines Spielzeugbootes ein.

1100 - Anlegen in Finnsnes

Ich fiebere dem Anlegen entgegen. Letztes Jahr habe ich im Büro von Norcargo ein Jahreskalender bekommen. Darauf abgebildet war die D/S Finmarken. Eine Zeichnung von Hjalmar Hansen. Der Maler war Angestellter bei der Reederei NFDS und hat zu seinen Lebzeiten viele Hurtigruteschiffe auf Papier gebracht. Nun hoffe ich darauf, das ich heute den Kalender für 2005 erfragen kann. Ich bin jedoch sehr skeptisch, ob des Kontor offen hat. Schon während des Anlegevorganges beobachte ich das Geschäft. Ich sehe leider kein Licht im Büro. Ein schlechtes Zeichen. Auch der anschließende Druck auf Türklinke zeigt keine Wirkung. Das Büro ist geschlossen. Schade, im Schaufensterbereich sehe ich das begehrte Objekt. Die D/S Dronning Maud stellt 2005 das Titelbild. Ein weiterer Grund für eine erneute Fahrt mit der M/S Lofoten nach Tromsø.

1145 - Ablegen nach Tromsø

Der Glanz der nordischen Küstenlandschaft kommt wieder. Keine tiefhängenden Wolken mehr, auch von Regen keine Spur. Nach Gibostad kommen sogar die ersten Sonnenstrahlen zum Vorschein. Die hohen Berge im Norden der Insel Senja sind hell erleuchtet. Das Wasser des Gisund und des Staumsfjord ist glatt. Die Landschaft spiegelt sich im Wasser und öffnet neue Perspektiven. Etwa 40 Minuten vor der Ankunft in Tromsø, an der Südostspitze der Insel Kvaløy und westlich von Jacobnjargga, fällt mir die Bewegung des Wassers auf. Ein Gezeitenstrom? Ich frage den Reiseleiter und bekomme die Antwort, das es sich hier um den Rystraumen handelt. Der einzige Gezeitenstrom, der direkt auf dem Fahrweg der Hurtigrute liegt, mit einer Geschwindigkeit von 6 Knoten bzw. 11 Kilometer in der Stunde.

Bild 1 - Teilansicht der Insel Senja.
Bild 2 - Im Gisund, unweit des kleinen Ortes Lenvik.
Bild 3 - Der Ort Gibostad, auch ein ehemaliger Anlaufpunkt der Hurtigrute

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1430 - Anlegen in Tromsø

Mein Weg führt mich zunächst in Richtung Brücke. Das Polarmuseum ist mein Ziel. Ich bin mir aber nicht sicher ob das Museum heute offen hat. Es ist Karfreitag und damit Feiertag in Norwegen. In der Gasse liegt noch viel Schnee, der ein sehr matschigen Zustand hat. Ein Schild am Rand lädt zum Besuch des Museums ein. Eine Studentin sitzt an der Rezeption. Der Eintritt kostet 50 Kronen. Ich zögere und überrechne zuerst den Kosten - Nutzenfaktor. Der Wille zum Besuch ist stärker, als der Sparzwang den ich mir aus Gründen der Gesamtkosten auferlegen muss. Gleich im ersten Raum werde ich in eine andere Welt entführt. In eine Welt aus Eis und den Menschen, die hier Abenteuer und die Quelle für eine gut bezahlte Arbeit suchten. Viele Reportagen habe ich darüber gesehen, auch meine hauseigene Bibliothek weißt einen großen Bestand von Reiseerlebnissen und Fachbüchern auf. Ich kann somit dem Thema gut folgen. Der Rundgang dauert über eine Stunde. Die Art der Darstellung ist beeindruckend.

Ich behalte die Richtung. Die Brücke selbst wartet auf eine erneute Erkundung. Das erste Mal bei Tageslicht. Ich möchte Bilder vom Schiff und der Umgebung machen. Der Scheitelpunkt der Brücke bietet dafür die besten Möglichkeiten.

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1830 - Ablegen nach Skjervøy

Heute Abend ist die M/S Lofoten südgehend. Gegen 2115 Uhr müssten sich beide Schiffe treffen. Ich stehe weit vor dem Zeitpunkt auf Außendeck und beobachte die Lichter in der Dunkelheit. 2 sind markant und weit sichtbar, aber nur ein Licht verändert die Position. Die M/S Lofoten in unserer Reichweite? Einige andere Passagiere warten ebenso auf die alte Dame. Der Kurs stimmt aber nicht, zu weit entfernt und auf Steuerbord. Normalerweise passieren sich beide Schiff auf der Backbordseite. Mit der Lautsprecherdurchsage bekomme ich Gewissheit. Es ist die M/S Lofoten. Weit von der Steuerbordseite der M/S Kong Harald zieht das traditionelle Schiff vorbei und nimmt seinen eigenen Kurs im Dunkel der Nacht. Dieses Privileg haben meist nur die traditionellen Schiffe, dessen Tiefgang einen küstennahen Kurs erlaubt.

2200 - Nachtruhe

Ich gehe zeitig in die Kabine. Ich möchte die Einfahrt von Hammerfest erleben.

Samstag, der 26. März 2005 (Ostersamstag) - OKD - HFT – HVS – HVG – KJD – MEH - BVG (auf Hurtigrute M/S Kong Harald)

0515 – Nachtruhe beendet

Eine selige Ruhe herrscht an Bord. Die Rundreisetouristen sind noch in ihrer Kabinen und nur einige Distanzpassagiere Schlafen im Panoramasalon. Ich nutze die Zeit für meine Innenaufnahmen von Schiff. Zur Anlegezeit bin ich auf Außendeck und beobachte das Einlaufen in den Hafen von Hammerfest. Die Abgrenzung am Kai fällt sofort ins Auge. Auch das ehemalige Geschäftshaus hinter der Zentrale der Reederei FFR ist nun entgültig abgerissen worden. Der Kai wurde ausgebaut. Ich laufe ein Stück durch das morgendliche Hammerfest. Im Gedanken meine bisherigen Aufenthalte.

0645 - Ablegen nach Havøysund

Bis zum Frühstück bin ich im Panoramasalon und genieße die Fahrt durch den nördlichen Sørøysund sowie den anschließenden Rolfsøysund.

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0930 - Anlegen in Havøysund

Auf Außendeck 5 komme ich ins Gespräch mit einem Reiseführer, der eine kleine Gruppe von Rundreisetouristen führt. Wir Reden über diese Reise und die Hurtigrute an sich. Er selbst ist seit langer Zeit auf der Suche nach Originalbauplänen alter Schiffe. Sein Hobby ist Modellbau. Im weiteren Gespräch erwähnt er Schiffspläne. Pläne von Hurtigruteschiffen zw. 1986 und 1995. Diese zeigen die Deckaufteilung und geben einige Grundinformationen zum Schiff. Dieser Grundtyp liegt auch heute noch in jedem Hurtigruteschiff aus. Er hat sie damals als Reiseveranstalter bekommen und zu meinem Glück nicht weggeworfen. Mein Sammlergeist steht auf Maximum. Deckpläne traditioneller Hurtigruteschiffe sind sehr selten geworden. Ich frage, ob ich von diesen eine digitale Kopie bekommen kann. In der Folge tauschen wir unsere Adresse aus.

0945 - Ablegen nach Honningsvåg

Der Knoten ist endlich geplatzt. Ich habe ganze 3 Tage gebraucht um Kontakt zu den Rundreisepassagieren herzustellen. Ich bin oft in den Salons und schreibe viel. Die Tagesereignisse in Art von Stichwortaufzählungen, die ich dann bei passender Gelegenheit in Langform bringe. Ebenso übertrage ich meine neuen Hurtigruteerkenntnisse und fotografiere viel. Das ist einigen aufgefallen. Gezielt fragen einige der Rundreisepassagiere danach. An Bord der M/S Finnmarken habe ich dafür gerade 4 Stunden gebraucht. Das Wetter gleicht zu 100 Prozent den Bedingungen vom Vorjahr. Eine dünne Wolkenschicht lässt nur schemenhaft das Sonnenlicht durch. Die Schneeverhältnisse an Land sind nicht so gut.

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1200 - Anlegen in Honningsvåg

Das Anlegen verläuft heute anders. Zuerst nähert sich die M/S Kong Harald mit der Steuerbordseite dem linken Kai (90 Grad links vom normalen Liegeplatz). Ein Ausstieg ist so nicht möglich. Das kleine Schnellboot wird mit dem Kran zum Kai herunter gelassen und auf eine Palette gesetzt. Anschließend dreht sich das Schiff mit der Backbordseite zum gewohnten Liegeplatz. Die Tour zum Nordkapp hat schon jetzt ein Zeitdefizit von über 15 Minuten. Die Busse stehen am Kai bereit. Noch vor Abfahrt der Rundreisepassagiere wird die Zeitkorrektur der Abfahrt bekannt gegeben. Die Fahrt kann somit normal ablaufen.

Meine Zeit im Ort nutze ich für eine Wanderung zum kleinen Ort Nordvågan, der rund 2 Kilometer östlich von Honningsvåg zufinden ist. Der Weg führt zunächst in Richtung Kirche. Diese ist offen und ich nutze die Gunst der Stunde für einen erneuten Besuch. Gleich nach dem Verlassen wird die Kirche geschlossen. Ich gehe weiter in Richtung Osten und folge der Straße, die wieder zum Magerøysund abfällt. Die letzten Wohnhäuser verschwinden. Die Brandung übernimmt die Vertonung der schönen Landschaftseindrücke. Gelegentlich nutzen einige Fahrzeuge die Verbindungsstraße nach Nordvågan. Ansonsten bin ich allein mit einem sehr unsicherem Gefühl. Die Straße ist teilweise aus der Steilwand herausgesprengt worden. Steil und bedrohlich wirken die Felsabsätze. Jeden Moment könnten Felsblöcke herunterrollen. Die Schotterhalden zeugen davon. 500 Meter weiter biegt die Straße nach Nordost. Ein Stromhaus steht links des Weges und der Blick wird frei. Nordvågan liegt sehr schön in einer kleinen Bucht. Den ganzen Weg zum Ort gehe ich nicht. Gleich hinter der Biegung mache ich Halt und lasse das Gesamtbild auf mich wirken.

Auf dem Rückweg lasse ich mich von der Brandung am Strand bezaubern. Im Spiel der Wellen werden die kleineren Steine ins Meer gezogen und wieder angespült. Langsam schlendere ich zum Zentrum zurück. Die meisten Läden haben geschlossen. Nur der Kiosk am Kai und der Lebensmittelgeschäft haben offen und sind dementsprechend voll von Passagieren der Hurtigrute. Im Kiosk bekomme ich eine schöne Spaßkarte zur Fylke Finnmark. Darauf auch die M/S Vesterålen in Originalbauweise.

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1530 - Ablegen nach Kjøllefjord

Bei Ausfahrt gleitet das Stadtbild von Honningsvåg und zugleich der größte Kreuzfahrthafen der Region an der Backbordseite vorbei. Wenig später folgt die Straßendistanz meiner kleinen Wanderung nach Nordvågan und der kleine Ort selbst. Vorn auf Außendeck 5, der Blick zur Nordkinnhalbinsel und dem nördlichen Zipfel der Sværholthalbinsel, an dessen Ende der gleichnamige Vogelfelsen liegt. Das Wetter wird mit jeden Seemeile schöner. Ein wolkenfreies Band überzieht diese Region. Das Licht der untergehende Sonne färbt die Landschaft und die lang gezogenen Wolkenbänder. Viele Passagiere stehen auf Außendeck und lassen sich von Stimmung vereinnahmen. Der Wind aus Südost verbreitet erste arktische Gefühle.

Bild 1 - Blick auf Nordvågan.
Bild 2 - Blick auf den nördlichen Zipfel der Sværholthalbinsel.

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1800 - An- und Ablegen in Kjøllefjord

Der Ort wirkt verschlafen. Einige Autos stehen auf dem Hafengelände und warten auf ankommende Passagiere. Wenig Fracht wird entladen. Die Rundreisepassagiere werden gebeten, nicht für eine kleine Erkundungen von Bord zugehen. Die Liegezeit im Ort beläuft sich nur auf wenige Minuten.

Ein weiterer Reisehöhepunkt beginnt. Die Passage im Schatten der steilen Westküste der Nordkinnhalbinsel. Vorbei am nördlichen Festlandspunkt von Europa, dem Kinnarodden auf 71° 08´ 01" (Nicht verwechseln mit dem Nordkapp. Das liegt auf einer Insel und ist nicht einmal der nördlichste Punkt davon). Zuvor die felsige und sehr markante Küstenlinie im Kjøllefjord und nach der Ausfahrt in Richtung Kinnarodden (Kvitnakken, Kjøllefjordneset und Kjelsnæringen). Sehr auffallend sind die Bruchkanten der Felsen, die vorwiegend senkrecht und diagonal verlaufen. Das lange steile Band der Küstenlinie der Finnmark fasziniert allgemein. Laut einem alten Reiseführer aus den 50ziger Jahren existiert dafür ein spezieller Name, die Nähringer. Bis heute konnte ich über den Ursprung des Begriffes nichts in Erfahrung bringen. Auf der Hälfte der Passage setzt die Dämmerung ein. Das Kinnarodden passieren wird im Halbdunkel der hereinbrechenden Nacht. Ein Positionslicht sorgt für eine sichere Schifffahrt.

1945 - Anlegen in Mehamn

2000 - Ablegen nach Berlevåg

2230 - Anlegen in Berlevåg

2245 - Ablegen nach Båtsfjord

Sonntag, der 27. März 2005 (Ostersonntag) - Båtsfjord, Kirkenes und südgehend nach Berlevåg (auf Hurtigrute M/S Kong Harald)

0700 – Nachtruhe beendet

Bild 1 - Die Hafeneinfahrt von Vadsø.
Bild 2 - Der Hurtigruteanleger auf der Insel Vadsøy.

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0815 - Ablegen nach Kirkenes

Ich bin im Panoramasalon und beobachte die Landschaft. Nebenbei ergänze ich meine Hurtigruteaufzeichnungen. Bei der Einfahrt in den Bøkfjord bekommt diese Reise hocharktische Einflüsse. Kleine Eisschollen treiben auf dem Fjord. Eisschollen, die sich im Fjordinneren zu ganzen Teppichen ausdehnen. In der Bucht südlich der Insel Reinøy liegen viele Robben auf dem Eis.  

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1000 - Anlegen in Kirkenes

Viele Passagiere verlassen das Schiff. Einige Rundreisetouristen sind am Ende ihrer Fahrt mit der Hurtigrute, andere nehmen an gebuchten Ausflügen teil bzw. Erkunden Kirkenes auf eigene Regie. Eine makellos weiße Schneedecke überzieht die Region. Über Nacht müssen rund 15 Zentimeter Neuschnee gefallen sein. Ich bin auch auf dem Weg in das Zentrum. Ein Weg, der bei diesen wunderbaren Schneeverhältnisse doppelt Spaß macht. Der Hafen liegt 2 Kilometer vom Zentrum entfernt. Heute ist der erste Osterfeiertag. Kein Geschäft hat offen. Mein Weg führt mich zur Kirche, die heute zugänglich sein müsste. Sonntags um 1100 Uhr ist in vielen norwegischen Gemeinden Gottesdienst. Ein Umstand, der gerade den Touristen an Bord der Schiffe zu gute kommt. In der Woche sind viele Kirchen geschlossen bzw. nur mit Eintritt zugänglich. Bei Gottesdiensten ist der Eintritt frei. Bei Ankunft ist die Kirche schon gut besucht. 3 Familien stehen mit dem Pfarrer zusammen und warten auf die Taufe ihrer Kinder. Einige Besucher haben ihre Tracht an. Ich verstehe nicht viel von Kirche und Taufe, aber ich folge der Zeremonie und beobachte alles aus der hinteren Reihe. 1200 verlasse ich das Gotteshaus und gehe zurück zum Hafen. Die Wolkendecke hat sich weiter gelichtet. Der Sonneneinfluss verstärkt die Kontraste der Landschaft.

Bild 1 - Die Kirche von Kirkenes.
Bild 2 - Der Innenraum der Kirche.
Bild 3 - Der Blick in den Bøkfjord.
Bild 4 - Die M/S Kong Harald im Hafen, bei fantastischen Wetterbedingungen.

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1245 - Ablegen nach Vardø

Der Kapitän der M/S Kong Harald hat sich für einen Schlenker in die Bucht südlich der Insel Reinøy entschieden. Er möchte näher an die Robben und Seevögel kommen. Diese sind davon gar nicht begeistert. Bis auf eine Robbe, die trotzig auf ihrer Scholle liegen bleibt, gehen die meisten Tiere auf sicheren Abstand und fliehen in den Fjord. Wie bei der Einfahrt bringen die Eisflächen eine besondere Note in die nun südgehende Fahrt der Hurtigrute. Am Fjordende befindet sich auf der Steuerbordseite der Leuchtturm Bøkfjord Fyr.

Bild 1 - Der Blick vom Hafen in den Bøkfjord.
Bild 2 und 3 - Die südgehende Fahrt im Bøkfjord.
Bild 4 - Der Leuchtturm Bøkfjord Fyr.

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Mit der Ausfahrt aus dem Bøkfjord befindet sich das Schiff wieder im Einflussbereich der Barentsee. Das Eis verschwindet und ich ziehe mich in den Panoramasalon zurück. Zu beiden Seiten ist das Land sehr weit entfernt. Details der Landschaft wirken nicht vordergründig auf die Passagiere und mich. Eine Stunde vor Vardø rückt das Schiff näher an die Ostseite der Varangerhalbinsel heran. Der Blick auf die Küste lohnt wieder. Auf der Höhe von Kibergneset zeigen sich viele Seevögel, darunter viele Papageientaucher. Die trolligen Seevögel tauchen plötzlich vor dem Bug der M/S Kong Harald auf und fliegen davon. Einige schaffen das nicht und tauchen gleich wieder ab. Mit der Insel Reinøy ist einer der bekanntesten Seevogelkolonie nicht weit entfernt. Die Inseln Vardøy, Reinøy und Hornøy rücken näher ziehen viele Passagiere an. Das Außendeck 5 füllt sich. Der Leuchtturm Vardø Fyr und die Insel Hornøy, auf dessen er errichtet wurde, ist der östlichste Punkt von Norwegen. Alle 3 Inseln liegen im arktischen Bereich der Nordhalbkugel. Die einzige Region des Landes. Hoch über Vardøya thront der nördliche Einflussbereich der NATO. Das Schiff fährt zwischen den Inseln Vardøy und Hornøy hindurch und erreicht die Hafeneinfahrt. Im Bereich der Wendung zur Einfahrt bietet sich die beste Ansicht auf die Stadt. Die Schärfe des Windes nimmt zu, kanalisiert durch die Form der Insel Vardøy.

Bild 1 - Die Insel Vardøy mit Blick auf die Südostseite der Stadt.
Bild 2 - Die Insel Hornøy mit dem Leuchtturm Vardø Fyr.
Bild 3 - Der Blick auf Vardø aus Richtung Norden, nach der Wendung und vor der Einfahrt in das innere Hafenbecken.

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1615 - Anlegen in Vardø

Es läuft das obligatorische Programm der Rundreisepassagiere ab. Viele folgen dem einheimischen Führer zur Festung. Was sofort auffällt, es hat ein Generationswechsel stattgefunden. Der alte Führer ist heute nicht am Hafen.

1700 - Ablegen nach Båtsfjord

Auf diese Passage freue ich mich besonders. Es ist eine Stunde länger hell. Letzte Nacht war Zeitumstellung von Winter- auf Sommerzeit. Die letzten Jahre konnte ich die Nordküste der Varangerhalbinsel immer nur bei Dämmerung und Dunkelheit beobachten bzw. im Mondlicht erahnen. Das Höhenprofil der Küstenlinie nach Vardø steigt langsam an. Sehr markant sind die Täler, die in regelmäßigen Abständen zur Barentsee abfallen. Die Karte zeigt hier kleine Siedlungen, die im Sommer genutzt werden. Mein besonderes Interesse gilt Hamningberg, vorgelagert auf einer kleinen Halbinsel. Sehr nah fährt die M/S Kong Harald vorbei, so kann ich detailreiche und stilistische Bilder von der alten Fischersiedlung machen. Eine Ort, der beim Abzug der Deutschen im zweiten Weltkrieg von der Taktik der verbrannten Erde verschont geblieben ist. Die Siedlungsstruktur der alten Zeit, der Zeit vor dem Krieg, ist so erhalten geblieben.

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2000 - Anlegen in Båtsfjord

2030 - Ablegen nach Berlevåg

Ein Highlight wartet im Konferenzraum neben der Bar auf Deck 4. Die Reiseleitung an Bord der M/S Kong Harald zeigt heute Abend den Film über den Männerchor von Berlevåg. Eine bessere Einstimmung auf den nächsten Hafen kann es nicht geben. Gestern wurde der Film mit englischen Untertitel gezeigt. So konnte ich den ersten Eindruck gewinnen. Heute läuft er mit deutschen Untertitel. Im Vergleich zu gestern ist der Raum sehr gut besucht. Das zeigt deutlich die Dominanz der deutschen Passagiere an Bord.

2245 - Anlegen in Berlevåg

Mit der Einfahrt in das innere Hafenbecken von Berlevåg läuft der Abspann und die besondere Stimmung begleitet die Passagiere auf Außendeck, mit Blick auf die Tetraboden. Die Lichter in der Dunkelheit zeigen Berlevåg in einem Flair, der am Tag der rauen Wirklichkeit weicht. Eine Realität, die auch im Film sehr gut gezeigt wurde. Wie jeder Ort an der Küste der Finnmark, ist auch Berlevåg vom Fisch abhängig und musste viele Krisen bewältigen.

2300 - Ablegen nach Mehamn

Montag, der 28. März 2005 (Ostermontag) - MEH – KJD – HVG – HVS – HVG – KJD – MEH - BVG (auf Hurtigrute M/S Kong Harald, ab Havøysund auf M/S Nordkapp)

0600 – Nachtruhe beendet

Ich mache letzte Aufnahmen der Inneneinrichtung der M/S Kong Harald. Auch in den Tagen seit Skjervøy konnte ich keine Verbindung zu meinem Quartier dort aufbauen. Ich ändere meine Pläne erneut. Ich verlasse die M/S Kong Harald in Havøysund und mache die gleiche Passage mit der M/S Nordkapp noch einmal. Zwei Gründe bewegen mich dazu. Ich liebe die Küste der Finnmark über alles. Der weit aus wichtigere Grund ist aber das Schiff selbst. Ich bin noch nie mit der M/S Nordkapp gefahren. Ich habe auch so gut wie keine richtigen Bilder vom Schiff. Das alles kann ich in den nächsten Tagen nachholen.

Mit einem letzten Kaffee verabschiede ich mich von dem Schiff der TFDS, mit dem ich mehr Seemeilen gefahren bin, als mit all den anderen Schiffen der Flotte.

0830 - Anlegen in Havøysund

Am Kai baue ich sofort das Stativ auf. Dabei werde ich von den Passagieren, die ich in den letzten Tagen kennen gelernt habe, beobachtet. Bei Ausfahrt winken einige zum Abschied. Trond (Østenfjeldske Hurtigrutevenner) macht noch ein Foto vom Kai. Ich denke, das werde ich bald im Briefkasten haben. Meine Gefühlslage ist zerrissen wie ein Stück Papier, das durch einen Reiswolf geschoben wurde. 5 Tage M/S Kong Harald haben eine alte Liebe geweckt. Auf der anderen Seite habe ich zum ersten Mal die Möglichkeit einfach umsteigen zukönnen. Ein Wunsch, den ich auf früheren Reisen sehr oft hatte, aber zeitlich und finanziell nie auf die Reihe bekommen habe. Der Möglichkeiten des Hurtigrutepasses sind einfach genial.

0945 - Ablegen nach Honningsvåg

Das nordgehende Hurtigruteschiff kommt pünktlich. An Bord bekomme ich eine Kabine auf Deck 6. Der Preis für die nächsten 3 Nächte ist mir nur etwas schleierhaft. Für die erste Nacht nach Kirkenes zahle ich 420 Kronen. Die nächsten beiden Nächte nach Stokmarknes kosten zusammen 525 Kronen. Ich möchte aber nicht nach den Gründen fragen, denn laut Hurtigrutepass müsste ich für alle 3 Tage 975 Kronen bezahlen. Mit der oberen Rechnung spare ich 30 Kronen.

Das Regenwetter von Havøysund verliert mit jeder Seemeile seinen Einfluss auf die Region. Der scharfe Wind aus Nordost reißt große Löcher in die kompakte Wolkendecke. Die Einfahrt in den Magerøysund erstrahlt im Sonnenschein. Im weiteren Verlauf kündigt der Reiseleiter an Bord Wale im Bereich vor Honningsvåg an. Er benutzt die Bemerkung "es kann vorkommen". Ich reagiere nicht sofort darauf. Erst später folge ich der Ansage, denn die Salons leeren sich zunehmend. Im Umfeld vor dem Bug des Schiffes tummeln sich viele Wale. Erst die Wasserfontänen, dann kurz der Körper und am Ende die Schwanzflosse. Die meisten Passagiere stehen auf der Steuerbordseite. Die M/S Nordkapp drosselt die Fahrtgeschwindigkeit.

1200 - Anlegen in Honningsvåg

Die Welt der Hurtigrute fasziniert immer wieder. In Häfen mit längeren Liegezeiten findet ein Wechsel der Passagiere statt. Die meisten Rundreise- und Distanzpassagiere drängen an Land und zu den Ausflügen. Hat der Ort diese Menschen verschlungen bzw. sind die Busse abgefahren, dann setzt der Strom der einheimischen Bevölkerung ein. Viele kommen zum Kaffee oder einfach nur zum Zeitvertreib auf die Hurtigrute. Andere treffen sich hier mit Freunden.

Ich hatte den Plan für eine weitere kleine Wanderung im Umfeld von Honningsvåg. Vorerst bleibe ich aber an Bord der M/S Nordkapp und beobachte das Treiben der Einheimischen. Später gehe ich zur Kirche. Diese hat heute leider geschlossen. Zurück auf dem Schiff bekomme ich die Durchsage mit, das in Kürze eine Brandschutzübung stattfindet. Auch das OVDS - Schiff nutze die lange Liegezeit zur Schulung der Besatzung. Ich beobachte das Treiben. Die Rettungsboote der Steuerbordseite werden zu Wasser gelassen und fahren im Hafenbereich einige Runden. Ganz zufrieden dürften die Verantwortlichen nicht sein. Der Blick des Kapitäns, der von der Brücke auf die Übung herabblickt, spricht Bände. Zum Abschluss werden die Rettungsboote wieder an ihren Platz gehoben. Diese Aktion dauert sehr lang. Ein Boot muss erneut herunter gelassen werden. Die Abfahrt verschiebt sich um 15 Minuten.

1530 - Ablegen nach Kjøllefjord

1730 - Anlegen in Kjøllefjord

1745 - Ablegen nach Mehamn

Ich mache Detailaufnahmen vom Kjøllefjordneset bis zum Kjelnæringen, der Küste nach der Ausfahrt aus dem Kjøllefjord.

1945 - Anlegen in Mehamn

Der Ort versinkt berauschend im Farbspiel der Dämmerung. Der Vorteil zur Anfahrt vor 2 Tagen. Die verschobene Stunde der Sommerzeit erlaubt heute Abend schöne Bilder von Mehamn. Der Kontrast aus Ort, Licht und Landschaft kommt voll zur Geltung.

Bild 1 - Der Blick zum Ostteil des Ortes.
Bild 2 - Das Zentrum und die Kirche.
Bild 3 - Der Gesamtblick von der Kirche bis zum Flugplatz.

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2000 - Ablegen nach Berlevåg

2230 - Anlegen in Berlevåg

2245 - Ablegen nach Båtsfjord

Dienstag, der 29. März 2005 - Båtsfjord, Kirkenes und südgehend nach Berlevåg (auf Hurtigrute M/S Nordkapp)

0600 – Nachtruhe beendet

Ich mache Innenaufnahmen vom Schiff. Später bin ich auf Außendeck 5 und genieße das Einlaufen in Vadsø.

0740 - Anlegen in Vadsø

Vadsø, die "Hauptstadt" der Fylke Finnmark ist für die meisten Rundreisepassagiere wenig interessant. Das Zentrum der Stadt ist vom Hurtigruteanleger (auf Insel Vadsøy) über 1 Kilometer entfernt. Bei weniger als 1 Stunde Liegezeit ist ein Bummel unmöglich. Auch der Kulturpfad (Luftmast) im Ostteil der Insel Vadsøy ist nur im Eilgang erreichbar. Das einzig "Greifbare" ist das Museum direkt auf dem Kaigelände. Leider nur in der Hauptsaison offen. Ich gehe und besuche den neuen Laden am Kai.

0815 - Ablegen nach Kirkenes

Ich gehe in den Panoramasalon und schreibe Tagebuch. Bei Einfahrt in den Bøkfjord richten sich meine Blicke mehr der auf Landschaft. Es ist die zweite Einfahrt in den kleinen Fjord. Mein Augenmerk gilt den kleinen Details, die vor 2 Tagen im Rahmen der groben Konturen noch unsichtbar waren. Den ersten Unterschied bringt die Wetteränderung. Das Eis ist nicht mehr da. Das "hocharktische" Ambiente und die Robben sind verschwunden. Der Reinøysund ist auch eisfrei. Hier zeigt sich deutlich, wie kleine wetterbedingte Zugaben die Sichtweise verändern können.

Neben und hinter mir sitzen die Jugendlichen, die gestern Abend in Berlevåg zugestiegen sind. Meine Vorahnung hat sich bestätigt. Den Hauptteil ihrer Schul- oder Lehrzeit verbringen sie in Kirkenes, im Internat der Stadt. Am Wochenende geht es zurück nach Berlevåg. Den Fahrweg mit der Hurtigrute hätte ich früher auch gern gehabt. In der Runde höre ich eine Melodie, die ich nur zu gut kenne. Seit Wochen erobert das Lied die deutschen Charts und Musikkanäle. "Schni, Schna, Schnappi" hat nun auch das Ende der Welt erreicht.

1000 - Anlegen in Kirkenes

Die kurze Liegezeit ist für meine Pläne nicht förderlich. Zuerst frage ich bei Norcargo am Hafen nach alten Material zur Hurtigrute und zum Hafen der Stadt. Leider ist auch hier nichts zuholen. An einer Wandtafel sehe ich eine Mitteilung zur lokalen Änderung des Hurtigrutefahrplanes. Ab Mai 2005 wird der Hafen Båtsfjord jeweils am Dienstag nordgehend nicht mehr angelaufen. Die Zeit kommt den Rundreisepassagieren in Kirkenes zugute, die so 1 Stunde mehr zum Stadtbummel haben. Anschließend gehe in die Innenstadt. Heute ist ein normaler Wochentag. Alle Geschäfte und öffentlichen Einrichtungen haben offen. Mein erstes Ziel, die Bibliothek auch. Leider erst ab 1100 Uhr geöffnet. Somit mache ich zunächst das Buchgeschäft unsicher und Suche dort nach lokalen Geschichtsausgaben zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Das Angebot ist reichhaltig, aber auch sehr teuer.

Zur rechten Zeit betrete ich die Bibliothek. Hauptaugenmerk ist die spezielle Suche nach einem Zeitungsartikel der "Finmarken" vom 02. Dezember 1974. Dort wird von der Eröffnung des neuen Hurtigrutekais in Berlevåg berichtet. Dieser Artikel habe ich an Bord der M/S Finnmarken gesehen. Die öffentlichen Bibliotheken des Landes haben Mikrofilme aller alten Ausgaben der Lokalzeitung der Fylke. In Kirkenes finde ich sicher diesen Artikel. Ich frage die Mitarbeiterin und die Rolle ist schnell zur Hand. Im Gegensatz zu anderen Bibliotheken darf ich den Mikrofilm allein in den Apparat einlegen, unter gewollter Anleitung der Mitarbeiterin. Zu wertvoll sind diese Ausgaben. Auch unterscheidet sich das Kopieren der gesuchten Artikel. Normal sind Maschinen, wo der Bildschirminhalt gescannt wird und wie bei einem Kopiergerät ausgegeben wird. Die Qualität entspricht der Bildschirmvorlage. Die Bibliothek in Kirkenes nutzt eine externe Quelle, einen normalen Tintenstrahldrucker. Was ich auch versuche, die gedruckte Seite will absolut nicht die Schärfe der Bildschirmvorlage übernehmen. Nach 3 Versuchen gebe ich auf. Ich nutze eine letzte Möglichkeit. Ich erkläre einer Mitarbeiterin meine Situation der knappen Zeit zwischen nord- und südgehender Hurtigrute. Vielleicht hat sie in den nächsten Tagen mehr Ruhe und findet das Problem der schlechten Druckausgabe und ein Nachsenden des Artikels an meine Heimatadresse ist möglich. Die Adresse hinterlasse ich.

Ich gehe wieder zum Buchgeschäft und suche weiter nach lokalhistorischer Literatur zum zweiten Weltkrieg, die einen hohen Bildanteil hat. Ich finde nichts. Eine Mitarbeiterin spricht mich an. Im Gegensatz zu meiner vorangegangenen Suche, frage ich nun nach besondern Ausgaben zur Hurtigrute. Eine Frage, die auf fruchtbaren Boden fällt. Die Mitarbeiterin versteht mein Anliegen und sagt, sie hat noch einen alten Kalender. Sie verläßt den Geschäftsraum und geht in die hintern Räume der Buchhandlung. Nach 5 Minuten kommt sie wieder, in der Hand einen großen Umschlag in der Größe A3. Innen befindet sich ein Souvenirkalender aus 1991. Hauptbestandteil jedes einzelnen Monates sind Zeichnungen vom norwegischen Maler Eldar Olderøien aus Melhus, Sør-Trøndelag. Zeichnungen von Schiffen und Gegebenheiten im Umfeld der alten Verbindung zwischen West- und Nordnorwegen. Für 95 Kronen wechselt der Kalender den Besitzer. 

1245 - Ablegen nach Vardø

Bis zur Ausfahrt aus den Bøkfjord stehe ich auf Außendeck und beobachte die Landschaft. Anschließend ziehe ich mich in die Bibliothek zurück. Der ältere Mann ist auch wieder anwesend. Ein dickes Buch im Schrank erregt meine Neugierde. Der Autor beschreibt die Verkehrsentwicklung der Fylke Nordland. Im mittleren Teil des Buches habe ich viele Seiten zur Geschichte der Hurtigrute gefunden, darunter auch Einzelheiten zum Bau der Risøyrenna.

Wenige Kilometer vor Vardø bin ich wieder auf Außendeck. Der Wind frischt gewaltig auf. Mein lockeres Outfit, völlig ausreichend für Passagen in geschützten Fjordbereich, versagt völlig. Der Seeblick auf die Inselwelt von Vardø beeindruckend.

1615 - Anlegen in Vardø

1700 - Ablegen nach Båtsfjord

Die beste Zeit des Tages. Die zweite Passage entlang der rauen und einsamen Nordküste der Varangerhalbinsel. Auch hier wird die individuelle Führungsweise jedes einzelnen Hurtigruteschiffes deutlich. Die M/S Nordkapp nimmt einen Kurs, der weit nördlicher liegt. Die Distanz zum Festland ist wesentlich größer, als bei der Fahrt mit der M/S Kong Harald zwei Tage zuvor. Gut das ich meine Wunschaufnahmen von Hamningberg im Kasten habe. Heute sind diese Bilder nicht möglich.

Die Faszination der Landschaft bleibt. Der starke Wind, von Land kommend, drückt das Schiff in eine dauerhafte Neigungslage nach Steuerbord. Die Passagiere an Backbord sitzen fast 2 Meter höher, als die Reisenden der Steuerbordseite. Ein landseitiger Höhepunkt jagt den nächsten. Hamningberg, der Blick in den Syltefjord und dessen Vogelfelsen an der rechten Seite des Fjordes und zu guter letzt der Leuchtturm Makkaur Fyr, der den Fahrweg nach Båtsfjord aufzeigt. Nicht minder beeindruckend sind die Wolken, die im untergehenden Licht der Sonne schöne Farbvariationen zeigen. Alte Träume werden geweckt. Die Idee einer Wanderung von Båtsfjord, über die alten Siedlungen Syltefjord und Hamningberg, mit Ziel Vardø bekommt neue Nahrung. Diesen Plan möchte ich im Herbst der nächsten Jahre in die Tat umsetzen. Den Wunschtermin Frühsommer kann ich nicht wahrnehmen, weil zu der Zeit viele Brutvögel ihren Nachwuchs aufziehen. Das Gebiet ist dann nur eingeschränkt zugänglich, teilweise sogar verboten. Bei Dämmerung fahren wir in den Båtsfjord ein. Zwei Fischkutter haben den gleichen Weg. Eine Schar von Möwen folgt dem hinteren Schiff.

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2000 - Anlegen in Båtsfjord

2030 - Ablegen nach Berlevåg

Ich nutze die Zeit für den Abendsnack in meiner Kabine. Im weiteren Verlauf bin ich wieder im Panoramasalon. Die Zeit der Leuchttürme geht in die zweite Runde. Den Start setzte der Leuchtturm Makkaur Fyr, östlich der Einfahrt zu Båtsfjord. Diesen Abschnitt passierte die M/S Nordkapp bei Dämmerung. Der Lichtkegel durchdrang noch nicht vollständig die Barentssee. Wenige Kilometer vor Berlevåg steht der Leuchtturm Kjøllnes Fyr. Nun ist es vollständig dunkel. Der Lichtstrahl ist bereits erkennbar. Das Positionslicht des Funkmastes oberhalb von Berlevåg auch. Für mich ist die Welt der Leuchttürme faszinierend, zumal ich den nächsten kenne. Ich besuchte Kjøllnes Fyr im August 2003. Der Leuchtturm bietet eine schöne Aussicht in alle Richtungen.

Mit zunehmender Dauer nimmt der Seegang zu. Die Gischt der Wellen erreicht die Fenster des Panoramasalons, der sich nach dem Abendessen sehr schnell geleert hat. Bis auf wenige Ausnahmen haben sich alle Rundreisepassagiere in ihre Kabinen zurück gezogen. Das Laufen an Bord ist kaum noch möglich. Das Vibrieren des Bugs schlägt Brücken zu den Erinnerungen vom Januar 2001, zu der stürmischen Passage zwischen Ålesund und Bergen. Ich fühle mich wie damals Pudelwohl, kein Anzeichen von Unwohlsein. Diese Seelage schlägt bei astreinen Landratten schnell auf den Magen. Das gute Gefühl meinerseits erkläre ich damit, das ich bereits seit 3 Wochen auf See bin. Vor dem nächsten Hafen kommt die Situation, von der ich schon oft gelesen und auf meiner Internetseite berichtet habe. Berlevåg wird heute Abend nicht angelaufen, so die Aussage im Lautsprecher. Im auf und ab der Wellenberge beobachte ich die Lichter des Ortes und des lokalen Flughafens. Die M/S Vesterålen fährt an der Backbordseite vorbei. Wird das Schiff Berlevåg anlaufen? (Die Antwort bekomme ich 5 Tage später. Auf der Fahrt von Stokmarknes nach Svolvær siegt meine Neugierde und ich frage einige Rundreisetouristen an Bord. Ich erfahre, das auch die M/S Vesterålen vorbei gefahren ist).

Mittwoch, der 30. März 2005 - von Mehamn nach Tromsø (auf Hurtigrute M/S Nordkapp)

bis 0300 - schwerer Seegang

Die erste Phase meiner Nachtruhe ist sehr unruhig. Ich kann nicht Schlafen. Gegen 0230 Uhr verlasse ich die Kabine und mache einen nächtlichen Schiffsrundgang. Kein Passagier ist in den Salons. Das Fahrtgefühl entspricht einer Autofahrt auf ausgewaschenen schlaglochübersäten Feldwegen. Im Schlängelkurs gehe ich Richtung Panoramasalon. Das Schiff im auf und ab zwischen Wellenberg und Wellental. Das Schlagen des Rumpfes dringt bis in die oberen Decks. Heftiger als vor Mitternacht treibt die Barentsee sein Spiel mit dem Schiff. Einen kurzen Moment wage ich den Schritt auf Außendeck 5 und versuche die Ort lokalisieren zukönnen, wo sich die M/S Nordkapp gerade befindet. Ich erkenne den markanten Felsen des Kinnarodden.  

0700 - Nachtruhe beendet

0820 - Anlegen in Havøysund

0830 - Ablegen nach Hammerfest

Pünktlich begegnen sich die nord- und südgehende Hurtigrute vor der Nordseite der Insel Havøy. Die M/S Finnmarken eröffnet als nordgehendes Schiff den Tanz der Signale. Ein Klang, der bei mir immer wieder für Gänsehautstimmung sorgt. Die Seebewegung hat im Vergleich zur Nacht abgenommen, dennoch schwingt das Schiff von Wellental zu Wellental. Aus der Entfernung einem Spielzeugboot gleichend, das in einer Badewanne schwimmt.

Bei der Einfahrt in den Rolfsøysund nimmt der Wellengang spürbar ab. Der Himmel reißt mehr und mehr auf und die Sonne läßt sich sehen.

1115 - Anlegen in Hammerfest

Ich habe mich entschlossen der Reederei FFR einen erneuten Besuch abzustatten. Im Sommer 2003 war der zuständige Mitarbeiter für die Öffentlichkeitsarbeit nicht anwesend. Der Chef der Reederei wollte sich nach meinem Besuch kümmern. Passiert ist nichts, auch nicht nach einer Mail und einem Brief. Es zeigt deutlich, das persönliche Vorsprechen bei der Suche nach Fakten und Souvenirs über die Reederei- und Hurtigrutegeschichte immer noch der beste Weg ist. Ich hatte im Vorfeld immer Zweifel, das mein heutiger Besuch zu aufdringlich wirken könnte. Aber was kann passieren, mehr als eine erneute Absage kann ich nicht bekommen. Der Haupteingang zum Bürogebäude der Reederei ist geschlossen. Das Erdgeschoss wird ausgebaut. Ein Schild weißt zum Nebeneingang. Kurz darauf betrete ich die obere Etage. Der amtierende Direktor Stig Solheim erkennt mich sofort wieder und übergibt mich dem dafür zuständigen Mitarbeiter. Viele Erkenntnisse zu den Schiffen der Reederei bringt der Besuch nicht. Ich erfahre, das mit dem Verkauf der Schiffe M/S Sørøy, M/S Alta und M/S Ingøy alles Material vom Käufer übernommen worden ist. Keine Bilder, kein Bauplan und keine anderen Logbucheinträge. Schade, gerade die machen ein Porträt des Schiffes komplett. Er holt das kleine Buch von Finn R. Hansen aus dem Schreibtisch. Ich vergleiche die Daten mit dem Material, das ich bereits in Bergen erworben habe. Einige Logbucheinträge vom Schiff kenne ich noch nicht. Im Gleichklang sagt er, das ich in der Bibliothek nachfragen soll. Dort ist das Buch sicher vorhanden.

Ich Frage nach einer Flagge zur Reederei. Diese hat der Direktor damals nicht gefunden. Er verweißt mich wieder zu Stig Solheim. Er geht ins Lager, kann aber auf die Schnelle nichts finden. Nun suchen beide und finden einen Wimpel zur Reederei. Später auch den passenden Ständer dazu. Im weiteren Verlauf hat sich der Besuch richtig gelohnt, auch wenn sich mein Hauptziel nicht erfüllt hat. Ich bekomme einen weiteren Wimpel, mit roten Hintergrund und viele kleine Souvenirstücke zur Reederei und der M/S Lofoten. Anschließend bin ich auf dem Weg zur Bibliothek. Die Mitarbeiterin findet das Buch und ich kann die interessanten Seiten kopieren.

Die geplanten Telefongespräche zu der Übernachtung in Stokmarknes scheitern alle. Somit bekommt der morgige Tag ungewisse Züge. Ein Zustand, der für meine Art des Reisens typisch ist. Einige Alternativen kündigen sich an.

1245 - Ablegen nach Øksfjord

Das Wetter verschlechtert sich zusehends. Die Insel Sørøy ist nur noch schemenhaft sichtbar. Ich verziehe mich wieder in die Bibliothek. Vor Øksfjord bessert sich die Sicht.

1535 - Anlegen in Øksfjord

Das Wetterspiel aus Wind und Wolken fasziniert. Surreale Formen aus verschiedenen Grautönen und blauen Abschnitten, dort wo die Wolkenschicht aufreißt, entstehen und vergehen wieder. Viele Fischerboote sind unterwegs, gefolgt von einer Schar Möwen. Am Kai wird gerade ein Fischerboot entladen.

1600 - Ablegen nach Skjervøy

Ich schmökere weiter im Buch über die Verkehrsentwicklung der Fylke Nordland. Dazu verlasse ich aber die Abgeschiedenheit der Bibliothek und gehe in den mittleren Salon auf Deck 7. So kann ich die Grenzregion zwischen der Fylke Finnmark und Troms besser beobachten und bei schönen Landschaftsmotiven schnell reagieren. Der Weg zum Außendeck 7 ist kurz. Interessante Motive für den Fotoapparat warten nicht.

Bild 1 - Die Nordküste von Kvænangen.
Bild 2 - Der Kågsund und damit der weitere Weg nach Tromsø aus der Sicht der südgehenden Hurtigrute. Links davon liegt Skjervøy.

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1920 - Anlegen in Skjervøy

Gewissensbisse plagen mich. Hier wollte ich eigentlich Übernachten und den Ort sowie die Umgebung am nächsten Tag erkunden. Viele Telefonate führte ich. Einmal von Bord der Hurtigrute (sehr teuer), ein anderes Mal vom Festland. Der neue Betreiber des Campingplatzes war nicht erreichbar. Ich vermute, das Büro war über die Feiertage nicht besetzt. Bereits in Deutschland hatte ich Holger angerufen. Er meinte, ich soll mich zwei Tage zuvor melden. Das Wagnis, ohne sichere Unterkunft hier auszusteigen, wollte ich nicht eingehen. Neben dem Campingplatz gibt es nur noch das Hotel. Eine Übernachtung kommt wegen der hohen Preise nicht in Frage.

Bild 1 - Die Hafeneinfahrt von Skjervøy.
Bild 2 - Der Hurtigruteanleger im Zentrum.
Bild 3 - Eine fischverarbeitende Fabrik gegenüber vom Kai. Auf dem Gelände spielen gerade Kinder.
Bild 4 - Die M/S Nordkapp am Kai.
Bild 5 - Die Kirche von Skjervøy.

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Die Hurtigrute ist heute etwas früher angekommen. Ich kann so einen kurzen Ortsrundgang unternehmen und die Kirche aus der Nähe fotografieren. Kinder spielen auf dem Gelände der Fischfabrik. Das sehr offene Kaigelände fällt ins Auge. Die meisten Häfen der Hurtigrute haben die Richtlinien vom Sommer 2004 umgesetzt und das Hafengelände umzäunt. Hier in Skjervøy ist nichts dergleichen passiert, obwohl Platz dafür ist.

2000 - Ablegen nach Tromsø

2345 - Anlegen in Tromsø

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